(openPR) Das 1. Beatmungssymposium am Krankenhaus St. Vinzenz am Freitag, 23. September, nutzten viele Interessierte, um sich aus erster Hand über den aktuellen Stand der Beatmungsverfahren zu informieren. Dr. Peter Fleimisch stellte in seinem Vortrag den Therapieansatz des „Hauses der Lunge“ vor und gab Tipps, wie Lungenerkrankte, die beatmet werden müssen, mehr Lebensqualität erhalten können. Am Samstag diskutierten rund 30 bundesweit anerkannte Experten aus der Pneumologie, der Pflege und Atmungstherapie sowie Vertreter der Masken- und Gerätehersteller im Rahmen eines Fachsymposiums über die aktuellen Beatmungsmöglichkeiten während eines stationären Aufenthalts.
Ist die Lunge krank, geht der Atem schneller und die Muskulatur muss mehr arbeiten. „Diese Mehrbelastung führt dazu, dass die Betroffenen schnell müde werden“, erklärte Dr. Fleimisch. Der Therapieansatz des Krankenhauses St. Vinzenz zielt daher darauf ab, die Atemmuskulatur der Patienten zu entlasten, beziehungsweise mit physiotherapeutischen Übungen zu stärken.
„Wichtig ist dabei, dass die Eigenatmung erhalten bleibt“, sagte der Pneumologe. Neuere Beatmungsgeräte erkennen inzwischen sehr gut, wann der Patient ein- oder ausatmet und steuern die Beatmung entsprechend. „Um der Atemmuskulatur eine ausreichende Entlastung zu bieten, sollte eine Beatmung über mindestens 8 Stunden in 24 Stunden angewendet werden“, informierte Dr. Fleimisch. Betroffene könnten zum Beispiel zwei bis drei Mal täglich für wenige Stunden ihre Atemmaske aufsetzen, um der Atemmuskulatur ausreichend Erholung zu bieten. „Ideal ist es natürlich, wenn die Maske über Nacht getragen werden kann“, erklärte er. Allerdings sei die nicht-invasive-Beatmung kein Wundermittel. „Mit ihr kann zwar die Funktion der Lunge verbessert werden, jedoch die Erkrankung nicht geheilt werden. Es gelingt aber in der Regel, die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu verbessern.“
Damit die Beatmung dauerhaft zuverlässig erfolgen kann, empfiehlt Dr. Fleimisch, die Masken und die Geräte regelmäßig kontrollieren zu lassen: „In der Beatmungsmedizin sollten die Einstellungen jährlich, sonst halbjährlich überprüft werden. So reicht zum Beispiel eine Gewichtsänderung aus, dass die Einstellungen nicht mehr passen. Spätestens beim Auftreten von Problemen sollte sich der Patient wieder vorstellen.“ Damit Betroffene auch künftig aktiv am Leben teilnehmen können, sollten sie sich zudem regelmäßig untersuchen lassen, um frühzeitig auf Veränderungen der Lungenfunktion reagieren zu können.
Im Rahmen des Fachsymposiums standen vor allem die Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Beatmungsverfahren im klinischen Alltag im Mittelpunkt. Gerade bei der Sauerstoffversorgung mit einer Herz-Lungen-Maschine habe es große Fortschritte gegeben, die die Überlebenschance der Patienten verbessert haben. Auch der Einsatz von Atemmasken in der palliativen Medizin wurde diskutiert. „Die nicht-invasive-Beatmung kann bei Patienten und Angehörigen die Angst vor Atemnot nehmen“, berichtet Dr. Fleimisch. Sie trägt damit besonders beim Übergang der kurativen (heilenden) Medizin in die Palliativmedizin dazu bei, die verbleibende Lebenszeit schwerstkranker Menschen zu erleichtern.













