(openPR) 22. Sept 2016 19H Marcolinihaus
Als Begleiter von Virtuosen wie Quantz, Buffardin und Richter und als Solist war der königliche Kammerlautenist Silvius Leopold Weiss nicht nur am Hof in Dresden gefragt und hoch dotierter Lautenstar - das Continuo-Spiel, Thema am 22. Sept in La Serata Camillo. Den Kern, die Struktur dessen, was wir Barockmusik nennen, bildet der sogenannte Generalbass, Basso continuo (ital. „fortlaufender, ununterbrochener Bass“); oder kurz: Continuo, quasi Rythmusgruppe,die den Laden zusammenhält.
„Der General Bass ist das vollkommste Fundament der Music welcher mit beyden Händen gespielet wird dergestalt das die lincke Hand die vorgeschriebene Noten spielet die rechte aber Con- und Dissonantien darzu greifft damit dieses eine wolklingende Harmonie gebe zur Ehre Gottes und zulässiger Ergötzung des Gemüths und soll wie aller Music, also auch des General-Basses Finis und End-Ursache anders nicht, als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths seyn. Wo dieses nicht in Acht genommen wird, da ists keine eigentliche Music, sondern ein teuflisch Geplerr und Geleyer.“- schreibt 1738 Johann Sebastian Bach in seinen „Vorschriften und Grundsätze zum vierstimmigen Spielen des General-Bass oder Accompagnement“. In dieser Kunst besonders versiert und ein dafür passendes Harmonieinstrument spielend war der Lautenist S L Weiss aus Grottkau/Grotkow in Schlesien. Als Lautenist arbeitete er u.a. in Breslau, Kassel, Düsseldorf; Rom, bevor er dann 1718 nach Dresden an die Hofkapelle berufen wurde. Er spielte hier Solo-Konzerte und war als Continuo-Spieler an vielen Ensemble-Aufführungen beteiligt und gefragter Begleiter der zahlreichen anderen Solistenstars am Hof. Johann Friedrich Reichardt schrieb 1805: „Wer die Schwierigkeiten der Laute für harmonische Ausweichungen und gut ausgeführte Sätze kennt, der muß erstaunen und kann es kaum glauben, wenn Augen- und Ohrenzeugen versichern, dass der große Dresdner Lautenist Weisse mit Sebastian Bach, der auch als Klavier- und Orgelspieler groß war, in die Wette phantasiert und Fugensätze ausgeführt hat.“
Ophira Zakai (Laute), Dora Ombody (Travers-Flöte), Luise Haugk (Barockoboe) und Inka Döring (Barockcello) spielen in bester Continuo-Tradition wechselnd einander kontinuierlich begleitend Musik von Quantz, Telemann, Dornel, Hotteterre, Richter und Weiss, tänzerisch fröhliche Rythmen für unsere letzte - hoffentlich laue - Sommernacht bei La Serata Camillo im Marcolinihaus.
22. Sept 2016 19H
Marcolinihaus Fasanerie 5
01465 Moritzburg 035207 99 230
Eintritt frei - Austritt erbeten. Bitte Reservieren.
www.facebook.com/LaSerataCamillo
www.La-Serata-Camillo.de
Material Bilder Txt unter:
https://www.dropbox.com/sh/l9ha144mitfo3qy/AADE9_DI4l3lLlETbqzcycKba?dl=0


















