(openPR) Wo die rachsüchtige Medea, die heilige Helena und die wortgewaltige Alice Schwarzer ihre Spuren hinterlassen: In der KulturGenuss-Region Trier geben starke Frauen den Ton an
"Keine Angst vor starken Frauen!" Nur wer das für sich beanspruchen kann, bewegt sich in den kommenden Monaten in der Region Trier auf sicherem Terrain. Denn ganz gleich, um welche der hochkarätigen Veranstaltungen es geht, das vermeintlich schwache Geschlecht spielt eine starke, gewichtige Rolle. Ob nun Antikenfestspiele, Konstantin-Ausstellung oder Eifel-Literatur-Festival in Trier - Frauen führen in der KulturGenuss-Region Trier das Zepter oder sind die (heimlichen) Herrscherinnen.
"Vorhang" auf für Frauenpower heißt es etwa bei den Antikenfestspiele in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands. Was für Kämpfe haben sich in den vergangenen Jahren muskelbepackte stolze Römer in den historischen Stätten der Römerstadt geliefert? Wie viele Schwerter haben sie gezückt, wie tapfer und verwegen um Macht und Liebste gestritten? Vergebens? Nein, sie haben den Festspielen weit über die Stadttore hinaus zu Ruhm verholfen. 2006 jedoch setzt Theaterintendant Gerhard Weber auf die Strahlkraft der Frauen. Da kämpft Ariadne nicht auf Naxos, sondern in den Kaiserthermen (Juli 2006) um eine neue Liebe und neues Glück. Da wütet ebenfalls im römischen Badepalast (Juli 2006) die Medea, gespielt von Heike Trinker. Bekannt ist Trinker einem großen Publikum durch ihre Rolle in der TV-Serie "Verbotene Liebe", doch ihre eigentliche Heimat ist die Theaterbühne. Sie verkörpert Medea, die Mörderin, um die sich viele Mythen ranken. War sie ausnahmslos Liebende? Oder war sie willkürliche Rächerin, die in rasender Wut sogar die eigenen Kinder opfert? Heike Trinker will den tragischen Zwiespalt einer Frau deutlich machen, die sich von der Liebenden, von der fürsorglichen Mutter zur Mörderin wandelt.
Selbst Konstantin - obwohl ein "Großer" - darf nicht allein um die Gunst der Zuschauer buhlen. Zwar kehrt der römische Kaiser 2007 in seine frühere Residenz, Trier, zurück; die Kulturhauptstadt "Luxemburg und die Großregion" macht es möglich, dass es gleich in drei Trierer Museen um den Herrscher des römischen Imperiums (von Juni bis November 2007) geht. Doch wer vermutet, alles drehte sich in der Römerstadt nur um den Mann, der nicht zuletzt die christliche Kirche so sehr geprägt hat, der irrt. Denn war es nicht seine Mutter, die Helena, die ihn erst zum Christentum geführt hat? In der Konstantin-Ausstellung ist eine "Begegnung" mit ihr ebenso möglich wie im Trierer Dom. Dessen größte Glocke ist nach der Heiligen benannt, allein in der Kirche sind sieben Darstellungen der Helena zu finden. Ob sie auch eine schöne Helena war wie ihre Namensvetterin, ist zwar nicht überliefert, aber die Figur der großen Triererin lässt es vermuten. Stolz thront sie auf dem Sims der Steipe, dem früheren Festhaus Trierer Ratsherren. Doch Helena war nicht die einzige Frau, die in Konstantins Leben eine Rolle spielte. 307 heiratete er Fausta. Keine schlechte Wahl, schließlich war es Faustas Vater, Kaiser Maximian, dem Konstantin den Titel Augustus zu verdanken hat. Das Theater Trier spinnt den Faden weiter und hat für 2007 zusätzlich die Oper "Fausta" ins Programm genommen.
Wo die holde Weiblichkeit bereits in grauen Vorzeiten ein Wörtchen mitzureden wusste, da fühlen sich auch starke Frauen der Gegenwart wohl. Es wäre fast schon sträflich, in einer Region, die die weltbesten Weine hervorbringt, die "Queen of Riesling" links liegen zu lassen. In Bernkastel-Lieser liegt das sechs Hektar große Weingut von Sybille Kuntz. Die Winzerin sorgt mit ihrer Maxime "Qualität statt Quantität" für Aufsehen und hat in der klassischen Männerdomäne häufig einfach die besseren Träubchen an der Hand. Sie ist "Aufsteiger des Jahres 2005" und wird heftig gelobt: "Bacchus bringt jetzt endlich auch die Frauen auf die Bühne".
Zum Weingenuss die passende Lektüre zu finden, ermöglicht einmal mehr das "Eifel-Literatur-Festival". Seit Anfang Mai geben sich dort die angesagtesten Autorinnen und Autoren die Türklinken in die Hand. Elke Heidenreich, Daniel Kehlmann, Frank Schätzing, Peter Scholl-Latour - es ist das Festival der großen Namen und der wohl gewählten Worte. Keine Frage, dass da Alice Schwarzer nicht fehlen darf. Sie macht einmal mehr ihrem Ruf alle Ehre: Diese Frau muss immer das letzte Wort haben. So beschließt die "Feministin vom Dienst" (Schwarzer über Schwarzer), die Herausgeberin der Zeitschrift "EMMA", Journalistin und Essayistin das Festival. Schwarzer gibt am 10. November 2006 in Prüm Nachhilfe, Briefe an die beste Freundin zu formulieren. Die Wortgewaltige und ihre Jugendfreundin Barbara Maia sind bestimmt um keine Antwort verlegen, wenn es heißt: "Liebe Alice! Liebe Barbara!"
Wer also Lust verspürt auf Theaterflair in antiken Stätten, wie sie allenfalls noch in Rom zu finden sind, wer die Höchstdosis an literarisch wertvollem Lesestoff zum Leben braucht, dazu Wein von Weltruf und eine Ausstellung, die sich erstmals in dem Umfang mit Kaiser Konstantin beschäftigt - für den ist die Reise in die KulturGenuss-Region Trier ein Muss.
Mehr Informationen zu Veranstaltungen in der KulturGenuss-Region Trier finden Sie unter www.intiative-region-trier.de.
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