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Holz und Beton laden zur Nachtruhe ein

Mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss wurde das Geschäftshotel
Mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss wurde das Geschäftshotel "Newton" realisiert. (Foto: Brüninghoff)

(openPR) Bau eines Hotels im Raum Stuttgart
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Firmen und Reisende, die in der Region rund um Stuttgart unterwegs sind, können sich über eine neue Übernachtungsmöglichkeit freuen. In Rutesheim ist in den vergangenen Monaten ein modernes Geschäftshotel im Auftrag der Investoren Bettina und Joachim G. Wünning entstanden. Mit der Entwurfs- und Ausführungsplanung beauftragten die Bauherren das Projektbauunternehmen Brüninghoff (http://brueninghoff.de/)aus dem Münsterland. Das dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss zeichnet sich durch seine spezielle und innovative Bauweise aus. Die Kombination der Werkstoffe Holz und Beton zu einer hybriden Konstruktion sind charakteristisch für den Neubau.



Auf einer Brutto-Grundfläche von 2.412 Quadratmetern bietet das neue Geschäftshotel "Newton" in Rutesheim Platz für 40 komfortablen Zimmer - eines davon barrierefrei - mit angeschlossenem Bad. Im Erdgeschoss befinden sich der Empfang mit Lobby, ein Frühstücksraum sowie eine Snackküche. Auch eine eigene Wäscherei und Räume für das Personal wurden berücksichtigt. Ferner verfügt das Hotel über einen großzügigen Tagungsraum, der von Firmen für Meetings und Besprechungen genutzt werden kann. Er befindet sich im Staffelgeschoss und hat einen direkten Zugang zur teils überdachten Terrasse. Von den privaten Zimmern und den öffentlichen Räumen können die Gäste einen schönen Ausblick auf den gegenüberliegenden Hang mit weitläufigen Obstbaumwiesen genießen. Dieser Aspekt war laut den Planern ausschlaggebend für die Ausrichtung des Gebäudes auf dem Grundstück.

Holz als Primärbaustoff
Die Besonderheit des Projekts liegt in der nachhaltigen Hybridbauweise, bei der die Baustoffe Holz und Beton intelligent miteinander kombiniert und in einen Verbund gebracht wurden. Bis auf den aus Betonfertigteilen konstruierten Treppenhauskern besteht das Gebäude primär aus Holz. Die Außenwände sind aus Brettsperrholz gefertigt. Sie wurden im firmeneigenen Werk von Brüninghoff in Villingen-Schwenningen passgenau vorproduziert, auf die Baustelle in Rutesheim geliefert und dort montiert. Die Holz-Innenwände und Decken stammen aus dem Werk des Brüninghoff-Kooperationspartners binderholz. Bei den Decken handelt es sich um Brettsperrholzdecken mit einer Dicke von 14 bis 16 Zentimetern. Durch die intelligente Bauweise, verbunden mit einer hohen Vorfertigung der eingesetzten Materialien, konnte eine schnelle und wirtschaftliche Abwicklung der Bauaufgabe erfolgen und Kosten eingespart werden.

Natürliche Oberflächen
Mit Brettsperrholz lässt sich flexibel und nachhaltig bauen. Die Längs- und Querlagen des Holzes werden mittels Leim zu einem monolithischen Fertigteil verklebt, das sowohl die technischen Vorteile massiver Konstruktionen als auch die ökologischen Eigenschaften des Rohstoffes Holz aufweist. Das Bauen mit Brettsperrholz erfüllt dabei nicht nur die Anforderungen an den Schall- und Brandschutz. Das Material vermag gleichzeitig hohe Lasten zu tragen und sorgt so für ein gesundes Raumklima. Darüber hinaus entfallen durch die monolithischen Bauteile aus Holz komplizierte Anschlüsse. Bei dem Hotel in Rutesheim konnte durch diese Bauweise große Teile der Oberflächen im Gebäude in Sichtholzqualität ausgeführt werden. Dies gilt für den Bereich der Flure und ebenso für die Holzwände und -decken des Frühstücksraums. Im Tagungsraum sind zusätzlich auch die Rundholzstützen in Sichtqualität ausgeführt worden. In den Zimmern bleibt das Holz der Decken sichtbar, sodass den Räumen dadurch eine natürliche Optik verliehen wird. Für den Innenausbau und die nichttragenden Elemente wurden Trockenbau- Gipskarton und Rasterdecken sowie Trockenbau-Gipskartonwände mit Vliestapete und Anstrich eingesetzt.

Ökologischer Wandaufbau
Eine zehn bis 16 Zentimeter dicke Brettsperrholzwand bildet - zusammen mit einer Rahmenkonstruktion aus Holz - die Außenwand. Eine Gefachdämmung von 14 Zentimeter Dicke sorgt hier für den notwendigen Wärmeschutz. Die Fassade ist als Wärmedämmverbundsystem ausgeführt. Als Fassadendämmung wurden Holzfaserdämmplatten in einer Dicke von sechs Zentimetern verwendet. Der Aufbau der Außenwände unterstreicht so den ökologischen Charakter des Gebäudes. Die abschließende Außenhülle bildet eine Schicht aus Putz, die auf den Wunsch der Bauherren in den Farben Rot und Weiß ausgeführt ist. Die rote Farbgebung in Verbindung mit den bodentiefen, dreiteiligen Fenstern mit Aluminiumrahmen gliedert die Fassade vertikal. Das Staffelgeschoss setzt sich zusätzlich durch eine Lärchenholzschalung vom übrigen Baukörper ab.

Gesetzliche Regelwerke für Sonderbauten
Beim Bau von Hotelgebäuden sind - neben den anerkannten Regeln der Technik - zudem einige Besonderheiten zu beachten. Auf Grundlage der Landesbauordnung von Baden-Württemberg in der Fassung vom März 2010 handelt es sich bei dem Hotelprojekt in Rutesheim um ein Gebäude besonderer Art und Nutzung (Sonderbau) nach §38 (2) Ziffer 13 und 7 LBO. Für diesen Objekttyp gelten besondere Regelwerke, wie zum Beispiel im Fall des Hotels "Newton" die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) und die Muster-Beherbungsstättenverordnung (M-BeVO), die es bei der Planung und Ausführung des Neubaus zu berücksichtigen galt.

Anforderungen an den Schallschutz
Aufgrund der zukünftigen Nutzung und der nahezu vollständigen Holzbauweise war die Betrachtung des Schallschutzes bei der Planung und Ausführung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere zwischen den Hotelzimmern muss eine Schallübertragung ausgeschlossen werden, sodass die Gäste des Hotels keinen störenden Nebengeräuschen ausgesetzt sind, die den Komfort nachträglich beeinträchtigen. Um die Vorgaben, die diesbezüglich in der DIN 4109 geregelt sind, erfüllen zu können, mussten die Außenwände mit Gipskarton beplankt werden. Auch die Innenwände aus Brettsperrholz wurden mit einer frei schwingenden Vorsatzschale ertüchtigt. Um der Schallproblematik im Bereich der Decken entgegen zu wirken, wurde eine druckbelastbare Dämmschüttung eingebracht. Das Gemisch aus Splitt und einem Bindemittel wurde oberhalb der tragenden Brettsperrholzdecke angeordnet und trägt zu einer Reduzierung des Schalls bei. Durch die Anpassungsfähigkeit des Materials mussten Leitungen nicht gesondert behandelt werden, sondern konnten flexibel in die Schicht eingebettet werden.

Brandschutz im Holzbau
Auch die hohen brandschutztechnischen Auflagen im Holzbau setzen ein ganzheitliches Konzept voraus. Um hier eine optimale Lösung zu erzielen, wurde der Brandschutzingenieur schon von Beginn an in die Planung und die Gespräche miteinbezogen. Im Verlauf der Planung konnten zwei Brandbekämpfungsabschnitte definiert werden, die durch das Treppenhaus in F90 Qualität voneinander getrennt werden. Die weiterführenden Brettsperrholzwände am Treppenhaus sind mit einer beidseitigen Beplankung aus Feuerschutzplatten bekleidet, sodass ein Feuerübertritt an dieser Stelle verhindert werden kann. In diesem Zusammenhang stellen die Brandschottungen, durch die Leitungen und Kabel durch die hochfeuerhemmende Wand geführt werden, eine Besonderheit dar. Denn für die fachgerechte Ausführung im Holzbau gibt es hier keine DIN-Normen. Daher wurden die Brandschottungen auf konventionelle Weise mit einem Brandschutzmörtel in einer Mindestdicke von 15 Zentimetern ausgeführt.

Holz im Verbund
Neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Baustoff Holz eröffnet die Kombination mit anderen Materialien, wie zum Beispiel Beton. Hohe Anforderungen an den Brand- und Schallschutz können durch intelligente Hybridlösungen, bei denen Holz als Primärbaustoff eingesetzt wird, flexibler erfüllt werden. Insbesondere im vorbeugenden Brandschutz wirken nur nicht brennbare Bekleidungsmaterialien - wie beispielsweise Gipskartonfeuerschutzplatten - oder ein Treppenkern aus Beton der Entstehung eines großflächigen Brandes entgegen. Auch massive Holzkonstruktionen mit Brettsperr- und Brettschichtholz wirken sich positiv auf das Brandverhalten aus. Denn üblicherweise weisen diese Konstruktionen keine Hohlräume auf, in denen sich das Feuer schnell ausbreiten kann. Damit lassen sich entgegen der häufig vorgebrachten Vorbehalte gegenüber dem Baustoff Holz in Bezug auf sein Brandverhalten sichere und nachhaltige Konstruktionen realisieren.




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Kommunikation2B
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44139 Dortmund

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