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Pflegeausbildung auf Studium anrechnen lassen

13.07.201613:10 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Pflegestudiengänge an Frankfurt UAS vereinfachen Berufserfahrenen den Zugang

Zur Förderung der Durchlässigkeit von der beruflichen in die hochschulische Bildung hat die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) im Rahmen des Projekts „MainCareer – Offene Hochschule“ pauschale Anrechnungsverfahren umgesetzt und weiterentwickelt. Durch das pauschale Anrechnungsverfahren verringert sich neben dem Arbeitspensum des Studiums auch der Aufwand für die Studierenden bei der Antragstellung. Im Bereich der Pflege bestehen diese für die Bachelor-Studiengänge Pflege- und Case Management sowie Pflege.


Für das kommende Wintersemester 2016/17 wurde die pauschale Anrechnung auf den Bachelor-Studiengang Pflege von 30 Credit Points (CP) auf 35 CP erhöht, wodurch die Zeitersparnis sich von rund 900 Stunden (30 CP) auf ca.1.050 Stunden (35 CP) erhöht. Parallel besteht die Möglichkeit, das individuelle Anrechnungsverfahren zu nutzen, um weitere bereits erworbene Kompetenzen anrechnen zu lassen. So lassen sich einzelne Leistungen im Studium bis hin zu ganzen Semestern einsparen.

„In der pflegeberuflichen Bildung ist die Verbindung des berufsfachschulischen Bildungswegs mit dem Hochschulstudium von besonderer Bedeutung, weil zukünftig immer mehr studierte Pflegefachpersonen benötigt werden. Empfehlungen des Wissenschaftsrats zufolge sollen zehn bis 20 Prozent der Pflegefachpersonen über einen akademischen Abschluss verfügen. Hintergrund ist, dass Anzahl und Bedeutung chronisch- und mehrfacherkrankter Menschen zunehmen und die dadurch komplexen Versorgungsbedarfe von hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen umfassender bewältigt werden können“, so Prof. Dr. Klaus Müller, Studiengangsleiter Pflege. „Ein wesentlicher Bestandteil einer qualifizierten professionellen Pflege besteht in der Zusammenarbeit, Beratung und Anleitung von Betroffenen und Angehörigen in verschiedenen Zusammenhängen“, erklärt Hilde Schädle-Deininger, Leiterin der Weiterbildung „Staatlich anerkannte/-r Fachpfleger/-in für Psychiatrische Pflege“.

Im Rahmen des Projekts „MainCareer – Offene Hochschule“ wurde anhand eines inhaltlichen sowie niveaubezogenen Abgleichs geprüft, welche Anteile von bisher erworbenen Qualifikationen pauschal auf ein Studium angerechnet werden können. Die Vermittlung wichtiger Studieninhalte sollte dabei gewährleistet bleiben.

Für den Studiengang Pflege können 35 Credit Points pauschal angerechnet werden, zunächst ausschließlich für Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen und Altenpfleger/-innen aus den sechs kooperierenden hessischen Pflegefachschulen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Altenpflege, die an der Umsetzung des Verfahrens beteiligt waren. Perspektivisch soll das Angebot auf weitere Pflegefachschulen ausgeweitet werden. Kooperierende Pflegefachschulen sind: Altenpflegeschule am MainInstitut, Friedberg und Wiesbaden; Katholische Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Katharina-Kasper-Schule und Regina-Protmann-Schule, Frankfurt; Mission Leben – Lernen gGmbH, Altenpflegeschulen Wiesbaden, Groß-Gerau und Darmstadt; Agaplesion Bildungszentrum für Pflegeberufe Rhein-Main gGmbH, Frankfurt; Altenpflegeschule im Hufeland-Haus, Frankfurt; Krankenpflegeschule der Rotkreuz-Schwesternschaften in Frankfurt.

Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung „Staatlich anerkannte/-r Fachpfleger/-in für Psychiatrische Pflege“ der Frankfurt UAS können sich pauschal 90 Credit Points auf den Studiengang Pflege- und Case Management anrechnen lassen; dies entspricht der Hälfte der im Studiengang zu erwerbenden Credit Points. Voraussetzungen sind der nicht länger als fünf Jahre zurückliegende Weiterbildungsabschluss an der Frankfurt UAS sowie die erfolgte Einschreibung in den Studiengang.

Für eine individuelle Anrechnung werden die außerhochschulisch erworbenen Lernergebnisse, beispielsweise aus absolvierten Aus- und Weiterbildungen, den Lernergebnissen des Studiengangmoduls, das angerechnet werden soll, gegenübergestellt. Anschließend erfolgt die individuelle Prüfung der Anrechenbarkeit durch die Hochschule. Studieninteressierte haben auch die Möglichkeit, ohne Abitur zu studieren. Aktuell ermöglicht ein Modellversuch in Hessen Personen, die nach der mittleren Reife eine mindestens dreijährige Berufsausbildung (Abschlussnote von 2,5 und besser) abgeschlossen haben, unter bestimmten Voraussetzungen an hessischen Hochschulen alle Bachelor-Studiengänge zu studieren.

Kontakt Berufsanerkennung Pflege: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, E-Mail: E-Mail

Infos zum Anrechnungsverfahren allgemein: www.frankfurt-university.de/index.php?id=5548

Infos zur Weiterbildung „Staatlich anerkannte Fachpflegerin, staatlich anerkannter Fachpfleger für Psychiatrische Pflege“: www.frankfurt-university.de/fachpflege_psychiatrie

Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“:
Mit der Teilnahme am Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ verfolgt das Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“ an der Frankfurt UAS das Ziel, sowohl die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und akademischen Bildung zu fördern als auch Angebote zu etablieren, die der Idee des Lebenslanges Lernens gerecht werden. Das Projekt berücksichtigt die vielfältigen (Bildungs-)Biografien der Studierenden und Studieninteressierten. Hierfür bündeln sich Kompetenzen aus den Bereichen Anrechnungsverfahren, Studiengangsentwicklung sowie aus dem Gebiet der Weiterbildungen. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und während der ersten Phase durch den Europäischen Sozialfonds. Weitere Infos: www.maincareer.de; Kontakt: E-Mail

Bachelor-Studiengänge im Bereich Pflege an der Frankfurt UAS:

Pflege (B. Sc.):
Zentrales Anliegen des Studienprogramms stellt die Befähigung der Studierenden für die wissenschaftlich fundierte und theoriegeleitete Arbeit mit von Krankheit, Behinderung und Alter betroffenen Menschen sowie die evidenzbasierte Gestaltung von Pflegeprozessen unter Einbezug der aktuellen Gesundheits- und Pflegeforschung dar. Daneben eignen sich die Studierenden grundlegende Methoden der interpretativ-hermeneutischen und standardisierten Pflegeforschung an, die ihnen als grundlegende Basis ermöglichen, u. a. an der Entwicklung von Versorgungskonzepten und an der Forschung zur Pflegequalitätsentwicklung mitzuwirken. Das Studium zielt neben der Vermittlung von Handlungskompetenzen auf die Ausbildung einer kritisch-reflexiven Haltung, die dazu befähigt, die eigenen Handlungen sowie die Rahmenbedingungen der pflegerischen Praxisfelder zu hinterfragen.

Pflege- und Case Management (B. Sc.):
Das Studienprogramm richtet sich an Personen mit einer bereits abgeschlossenen Ausbildung in einem Pflegeberuf. Es verknüpft die Ebene des pflegerischen Fallverstehens und des Fallmanagements in unterschiedlichen Feldern der Pflege mit den Aufgaben und Funktionen der mittleren Führungsebenen in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Der Studiengang fokussiert auf die Ansprüche, einerseits eine hohe Pflegequalität bereitzustellen, andererseits Wirtschaftlichkeit und Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu berücksichtigen. Beispielsweise sollen so in Patientenversorgungsprozessen Kontinuitätsabbrüche in Kooperationen und Kommunikationen vermieden werden. Daher sind die Absolventinnen und Absolventen befähigt, Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Pflegebedarf oder Pflegebedürftigkeitsrisiko und gesundheitlichen Einschränkungen oder Gefährdungen zu analysieren sowie die Pflege und Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Pflegebedarfen in übergeordneten Prozessen eigenständig zu koordinieren. Zugleich erwerben die Studierenden grundlegende Kernkompetenzen im Bereich der Betriebswirtschaft, des Personal-, Projekt- und Qualitätsmanagements sowie der Beratung und Moderation.

Master-Studiengänge im Bereich Pflege an der Frankfurt UAS:

Pflege – Advanced Practice Nursing (M. Sc.)
Als eine Antwort auf die Zunahme von chronischen Erkrankungen innerhalb der Bevölkerung und dem damit verbundenen Anstieg an hochkomplexen Bedarfslagen von Pflegebedürftigkeit versteht sich das Master-Studienprogramm zugleich als Ausgangspunkt der Entwicklung innovativer Pflegepraxis. Advanced Practice Nurses werden dort gebraucht, wo bei hochkomplexen bzw. spezifischen Pflegebedarfen wissenschaftlich fundierte Konzeptionen der Versorgung zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen sind. Die Kompetenzvermittlung orientiert sich an der Erweiterung von Rollen und Aufgaben der Pflege, der Vertiefung klinischer Praxis sowie der Entwicklung von Versorgungsstrukturen. Innerhalb dieses Rahmens erwerben die Studierenden Kompetenzen zur Diagnostik und Begutachtung bei komplexem Hilfe- und Pflegebedarf und der bedarfsgerechten Bestimmung von Zielvorgaben der Leistungserbringung. Weiterhin erwerben die Studierenden erweiterte Kompetenzen im Bereich der Gesundheits- und Pflegeforschung.

Pflege- und Gesundheitsmanagement (M. A.)
Angesichts der zunehmenden Komplexität der Gesundheitswirtschaft und der Notwendigkeit zunehmender Vernetzung von Dienstleistungen und Versorgungsformen im Gesundheits- und Sozialwesen besteht ein Bedarf an hochqualifizierten Personen für herausgehobene Fach- und Leitungsfunktionen, die die Zukunft der Gesundheitswirtschaft und die Rahmenbedingungen für qualitative hochwertige Pflege proaktiv und innovativ mitgestalten. Zentrale Studieninhalte stellen Unternehmensführung, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsysteme, Controlling und Marketing, aber auch Methoden des Projektmanagements und Konzepte des Change Managements dar. Daneben erwerben Studierende umfassendes Wissen zu Prozessen der Vertrags- und Vergütungspolitik. Auch Versorgungskonzepte der Pflege- und Gesundheitswissenschaften sind Bestandteil der Auseinandersetzung innerhalb des Studiums.

Weiterbildung „Staatlich anerkannte/-r Fachpfleger/-in für Psychiatrische Pflege“ an der Frankfurt UAS:
Durch die Weiterbildung „Staatlich anerkannte/-r Fachpfleger/-in für Psychiatrische Pflege“ verfügen die Teilnehmenden im Sinne von Schlüsselqualifikationen über Einstellungen, Fähigkeiten und Strategien, die dabei helfen, Probleme zu lösen und neue Kompetenzen zu erwerben. Damit verbunden ist das Interesse des eigenständigen Lernens und der Verbesserung der eigenen Lernprozesse durch Erkenntnisse, Reflexion, Flexibilität aber auch der Fähigkeit zur Kommunikation und Zusammenarbeit oder zu kreativem Denken. Mit der Fachweiterbildung werden teils Kompetenzen erworben, die mit dem Bachelor-Studium Pflege sowie Pflege- und Case-Management vergleichbar sind. Die Weiterbildung dauert berufsbegleitend zwei Jahre und umfasst einen Gesamtworkload von 2.610 Stunden. Davon bilden 810 Stunden den theoretischen Unterricht, 1800 Stunden werden in unterschiedlichen Praxisfeldern mit pädagogischer Anleitung absolviert. Hierzu bestehen vielfältige Kooperationen, die sich auffächern in die Kooperationspartner, die Teilnehmende in die Fachweiterbildung entsenden und in die Kooperationspartner, die Praktikumsstellen für die unterschiedlichen Bereiche der berufspraktischen Anteile mit entsprechender Anleitung nach der WPO-Pflege zur Verfügung stellen sowie die für die Einsätze geforderten Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Derzeit bestehen rund 40 Kooperationen.

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