(openPR) E-Commerce im Möbelmarkt aus dem Vormarsch
Trend- und Strategie- Studie zum Möbelmarkt mit kostenlosem Download
Wenn man aktuelle Fachzeitungen und –Zeitschriften aufschlägt, könnte man glauben, dass der deutsche Möbelhandel geradewegs seinem Untergang entgegenstrebt:
„Sperrige Möbel werden im Online-Handel zum Renner“, schreibt Birger Nicolay.
„Online-Möbelkauf liegt im Trend“, schreibt Bitkom zu Anfang 2016.
„Stationärer Handel verliert Möbelverkauf als seine große Bastion“, schreibt haufe.de.
„Hat der stationäre Möbelhandel Zukunft?“ fragt das ECC Köln.
„Frust im Möbelhaus“ textet Silke Moorenfeld.
„Ich glaube, die Onlineanbieter werden den stationären Handel neu erfinden: sehr viel effizienter, verknüpft mit digi¬taler Technik. Der etablierte Handel wird hier noch einige Überraschungen erleben“, schreibt Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein in Der Handel.
So redet, schreibt … ja, wer denn eigentlich? Es ist weniger die Branche selber, als Externe, die über die Branche berichten. Der Möbelhandel selber scheint noch immer ein wenig die Zeit abwarten zu wollen – warten auf bessere Zeiten?
Der Branchenverband Bitkom meldete auf jeden Fall am 04.01.2016, dass bereits 42 Prozent der Online- Shopper schon einmal Sofas, Sessel & Co. im Netz bestellt haben. Vor allem bei Frauen sei der Möbelkauf per Mausklick beliebt. Bitkom-Expertin Julia Miosga erklärt dazu: Das gewünschte Produkt kann stressfrei und bequem einfach per Tablet oder Laptop von daheim be¬stellt werden. Und falls die bestellte Ware doch nicht gefällt, kann sie problemlos umgetauscht werden. Außerdem bieten viele Unternehmen inzwischen attraktive Zusatzservices; so kann man sich zum Beispiel per Chat online beraten lassen und mithilfe von digitalen Simulationen sogar die Einrichtung der Küche planen.
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrage des Digital¬verbandes Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.111 Online-Shopper ab 14 Jahren aus Deutschland befragt. Immerhin gaben 47 Prozent der weiblichen Online-Shopper an, schon einmal Möbel oder Einrichtungs¬gegenstände im Internet gekauft zu haben, bei den Männern waren es mit 37 Prozent um einige weniger. Besonders beliebt ist der Online-Kauf von Möbeln bei den 30- bis 49-Jährigen mit immerhin 46 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen waren es 39 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 43 Prozent und bei den Online-Shoppern ab 65 Jahren immerhin noch 32 Prozent.
Die Zeiten sind vorbei, dass nur Musik, Unterhaltungselektronik, Bücher oder Bekleidung im Internet ge¬kauft wurden. Der E-Commerce steigt ein in das Geschäftsfeld Möbel & Wohnen – ein Feld, das bisher zu den altbewährten des stationären Handels gezählt hat.
Das ECC Köln vertritt die Meinung, dass die Digitalisierung den Möbelhandel bis 2020 grundlegend verän¬dern wird. Online-Sortimente wachsen, aber ein Drittel der stationären Möbel- und Einrichtungsgeschäfte seien in den kommenden Jahren von der Schließung bedroht. Der derzeit geringe Online-Umsatz bei Mö¬beln dürfte nach Meinung des ECC und des IFH bis 2020 in die Milliarden steigen können. Die digitale Transformation trifft den Möbelhandel mit voller Wucht. „Nur Unterneh¬men mit einer umfassenden Digitalstrategie werden überleben können“, wie Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company, formuliert, mit denen das ECC gemeinsam eine Möbel-Studie in Form eines Thesenpapiers herausgegeben hat. Die Möbelhändler werden sich in Zukunft konsequent an den Wünschen und Anforderungen der Konsumenten aus¬richten müssen. Es informieren sich bereits 4 von 10 Konsumenten in einem Online-Shop, bevor sie Möbel oder Wohnaccessoires in einem stationären Geschäft kaufen
Mit anderen Worten: Ob die Angelegenheit zum Frust wird, hängt vom Möbelhändler selber ab.
Eines jedoch sollte bei der Betrachtung der Dinge nicht übersehen werden: Die heutigen Online-Bestellungen betreffen noch immer weniger komplette Möbel wie Küchen, Schrank¬wände oder komplette Polstergarnituren, sondern sie beziehen sich im Wesentlichen noch immer auf Wohnaccessoires. Oder wie der Kölner zu sagen pflegt: Den Nippes, um es auf das Regal draufzustellen. Aber machen wir uns in diesem Zusammenhang nichts vor:
- Gerade die Accessoires sind in der Regel bestens kalkuliert und helfen dem stationären Handel, Rabatte im klassischen Möbelbereich durch Zusatzkalkulationen auszugleichen.
- Auch die großen Kastenmöbel erobern immer mehr den Online-Markt, ja, sogar die Küchen, wie es etwa IKEA mithilfe von Virtual Reality versucht.
Aber der „Frust im Möbelhaus“ beruht, wie das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) bereits 2014 in einer Untersuchung feststellte, sehr häufig auch auf mangelnder Mitarbeiterkompetenz im stationären Handel, wie es Kunden in einer Befragung für das Institut ausgedrückt hatten. 37 Prozent der Befragten beurteilten damals Aspekte wie Fachwissen oder individuelle Beratungsleistung nicht positiv. Die häufigst genannten Gründe für „Frust in einem Möbelhaus“ aus Kundensicht waren die geringe Beratungskompetenz sowie die Unfreundlich¬keit der Mitarbeiter! Dabei ist es interessant zu sehen, dass bei dieser Befragung immerhin 72 Prozent der Befragten mit dem Warenangebot der Möbelhäuser zufrieden waren – einen Wert, den kein anderes Branchensegment erreichte – und über 70 Prozent der Teilnehmer waren sogar mit dem Preis-Leistungs- Verhältnis der Möbelhäuser zufrieden. An dieser Online-Befragung nahmen immerhin über 2.600 Kunden teil, die in den letzten zwölf Monaten bei einem Möbelhaus eingekauft haben.
Vieles sieht gut aus für den stationären Handel, aber E-Commerce ist im Marktsegment Möbel mehr als im Kommen. Was passiert, wie Handel und auch Lieferanten damit umgehen können und sollten, damit befasst sich die aktuelle Studie „MÖBEL & WOHNEN 2025/30 – Entwicklungen, Trends und Strategien für Handel und Vertrieb“ der UEC – Ulrich Eggert Consult + Research aus Köln. Eine relativ umfangreiche Kurzstudie dazu gibt es im kostenlosen Download auf www.ulricheggert.de/kostenlosestudien.








