(openPR) Auf den Spuren des Imperium Romanum in Jordanien
München, 19. Mai 2016 – Historische Funde wie der Limes (lat. für Grenzweg) zeugen noch heute von der einstigen Pracht des Römischen Reiches. Hobbyarchäologen haben in Jordanien die Möglichkeit, in die geheimnisvolle Welt des Imperium Romanum einzutauchen. Sie können sich beim Besuch von bestens erhaltenen Limesanlagen und antiken Provinzstädten auf eine Zeitreise begeben.
Die Römer waren sieben Jahrhunderte lang im heutigen Jordanien stationiert und so finden sich zahlreiche Zeugnisse der östlichen Reichsgrenze, die auch heute noch ein lebendiges Bild der damaligen Zeit zeichnen. Der Limes in Jordanien ist nicht mit dem bekannten Pendant in Europa gleichzusetzen, wo eine geschlossene Befestigungsanlage mit Wall- und Grabenanlagen erforderlich war. Im Orient zeichnet sich die Grenze vielmehr durch eine Architektur aus, die an die Mobilität der Truppen vor Ort sowie die klimatischen und geographischen Gegebenheiten angepasst war. Entsprechend sicherten zahlreiche Kleinkastelle als Posten das aride Gebiet und dienten neben der Überwachung auch zur Einnahme von Abgaben. Ein Netz aus Wachtürmen gewährleistete die Kommunikation.
Die Festungsanlage Qasr Bashir gilt als besterhaltenes Limeskastell im Haschemitischen Königreich und liegt, etwas abgelegen, rund 100 Kilometer südlich von Amman in der Nähe von Al Quatrana. Das Kastell bietet einen Panoramablick über die umliegende Wüstenlandschaft und ermöglicht so die Aussicht auf weitere Wachtürme. Ganz im Norden des Haschemitischen Königreichs befindet sich die spätrömische Militäranlage Umm el-Jimal (dt. „Mutter der Kamele“). Besucher finden hier Mauerüberreste aus Basalt und ein Tor aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr., Wohnbauten, Aquädukte und Zisternen sowie ein Kastell aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. vor.
Ein Highlight römischer Architektur ist die Provinzstadt Jerash nördlich von Amman, auch als „Pompei des Nahen Ostens“ bekannt. Erzählungen zu Folge von Alexander dem Großen gegründet, sind zahlreiche Bauten wie Tempel, der imposante Hadriansbogen, Amphitheater und Bäder steinerne Zeitzeugen der antiken Geschichte und bis zum heutigen Tage bestens erhalten. Besucher erhalten einen guten Eindruck vom einstigen Reichtum der Provinz und werden vor Ort mittels detaillierter Informationstafeln auf die Lebensweise der Römer aufmerksam gemacht. Ebenfalls Teil der Dekapolis war Umm Quais (auch bekannt als Gadara) im Nordwesten Jordaniens. Gelegen auf einer Felskuppe, im Norden von den Golanhöhen und im Süden vom Ajloun-Gebirge gesäumt, bietet die Stadt eine beeindruckende Sicht auf den See Genezareth sowie die umliegenden Hügel und Täler. Nicht nur wegen der zahlreichen Quellen, die die Wasserversorgung der Region gewährleisteten, sondern auch wegen des vorhandenen Kalksteins, den die Römer als Baumaterial nutzen, wurde Umm Quais als Festungsanlage auserkoren. Auch hier erkunden Besucher antike Theater, Bäder, Tempel, Bogenmonumente und imposante Torbauten.
Neben touristisch bekannten Stätten warten viele weitere noch recht unbekannte Zeugnisse der Römer darauf, erkundet zu werden. Darunter Humeima, die früheste römische Festung an der Arabischen Grenze und Teil der durch Jordanien führenden wichtigen Handelsroute Via Traiana Nova, sowie die Kastelle El-Lejjun, Khirbet el-Fityan und Rujm Beni Yasser. Diese weniger bekannten Orte sind in Landkarten häufig nicht verzeichnet und nicht durch eine entsprechende Beschilderung ausgewiesen. Reisenden empfiehlt es sich daher, einen Kompass bei sich zu führen, sich bei Ortsansässigen nach dem genauen Weg zu erkundigen und in Begleitung eines erfahrenen Guides zu reisen.
Einen guten Überblick über die römische Grenze in Jordanien gibt folgendes Video: www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=GT--nRBQCtE.













