(openPR) Kürzere Produktlebenszyklen und die daraus folgende kürzere kommerzielle Verfügbarkeit von Bauteilen und Komponenten stellen an die Elektronikindustrie große Herausforderungen bei deren Beschaffung, Reparatur und Lagerung. Auf Initiative der Firma elektron systeme, einem Full-Service Anbieter von elektronischen Baugruppen und Systemen in der Metropolregion Nürnberg, wurde 2013 gemeinsam mit der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation Bayreuth das Kooperationsnetzwerk ,Elektronik-Nachserienverfügbarkeit‘ (E-NV) ins Leben gerufen.
Die Firma elektron systeme ist für die Automobilindustrie im Bereich der Nachserienversorgung aktiv. Zur Firmenpolitik gehört es, für die Nachhaltigkeit von Entwicklungen zu sorgen, mit dem Gedanken, dass nachhaltige Fertigung eines Produktes im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes von ähnlicher Bedeutung ist wie die Vermeidung von Schadstoffemissionen, Reduktion des Wasser- und Stromverbrauchs und normgerechte Abfallentsorgung.
Ziel des Netzwerkes E-NV, dem sich bereits zehn mittelständische Firmen der fränkischen Region angeschlossen haben, ist die Sicherung der langfristigen Verfügbarkeit von Elektronik-Baugruppen. Partner unterschiedlicher Disziplinen erarbeiten im Netzwerk E-NV unter der Leitung von Fraunhofer Lösungen, die von der Nachentwicklung oder Refabrikation bis zur dauerhaften Einlagerung reichen. Dazu stellt elektron systeme seine langjährige Erfahrung in der Fertigung, Reparatur und Redesign/Rework elektronischer Baugruppen zur Verfügung.
Diese Strategie folgt drei Leitgedanken: Verlängerung oder Erneuerung der Produktlebenszyklen hochwertiger Konsum- und Investitionsgüter, Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Nachserienbetreuung von Elektronikbaugruppen, und Schonung von Ressourcen, insbesondere Energie- und Materialeinsparung. Dabei werden im Netzwerk unterschiedliche Herangehensweisen verfolgt:
Langzeitlagerung: Um Lagerzeiten von mindestens 30 Jahren zu gewährleisten, müssen Baugruppen vor Korrosion und vorzeitiger Alterung geschützt werden. Das Kooperationsnetzwerk E-NV will dazu kostengünstige, zuverlässige und praxisgerechte Lagerstrategien sowie Lagertechniken für Elektronikbaugruppen entwickeln.
Refabrikation: Anhand der Prozesskette für mechanische Baugruppen soll eine Strategie zur Refabrikation von Elektronikbaugruppen entwickelt werden. Demontage- und Reinigungstechnologien, wie beim Entlöten und der Leiterplattenreinigung, müssen so entwickelt werden, dass die empfindliche Elektronik nicht beschädigt wird.
Nachkonstruktion: Strategien zur Nachkonstruktion von Elektronikbaugruppen bestehen in der Nachbildung der digitalen Funktion, etwa durch FPGA-Bauelemente (Field Programmable Gate Array) oder softwareseitig durch Verfahren der Systemtheorie.
Zuverlässigkeit: Für die Ausfallsicherheit von Elektronikbaugruppen sollen Strategien entwickelt werden, welche die Zuverlässigkeit erhöhen und die Ausfallwahrscheinlichkeit auf ein Minimum reduzieren.
Anfang Oktober 2015 fand auch der Cluster-Treff ,Obsoleszenzmanagement für elektronische Baugruppenn der Universität Bayreuth statt. Rund 50 Teilnehmer konnten sich über die Strategien zur Nachserienverfügbarkeit informieren. Außerdem ist das Kooperationsnetzwerk E-NV seit 1. 9. 2014 Mitglied der COG (Component Obsolescence Group) Deutschland e.V. Als Industrie-Interessenverband mit über 100 Mitgliedern unterschiedlicher Branchen beschäftigt sich die COG Deutschland mit Obsoleszenz-Management.
http://www.e-nv.de














