(openPR) Berlin, 23.02.2016. Die Reiseveranstalter und Online-Portale der Ferienhaus-Branche stehen vor neuen Herausforderungen. Verändertes Konsumverhalten, politische Restriktionen und der zunehmende Wettbewerb beeinflussen die Entwicklung des Segments. Die erste Ausgabe von „Perspektive Ferienhaustourismus“, herausgegeben vom Deutschen Ferienhausverband e. V. (DFV), befasst sich mit den Trends, Prognosen und Perspektiven des Tourismuszweigs. Entscheidungsträger bewerten die Potenziale und Konsolidierungsprozesse im Markt und sprechen über Hemmnisse und Wachstumsmotoren. Der Ergebnisbericht steht unter www.deutscher-ferienhausverband.de/branchenumfrage zum Download bereit. Ein kurzer Blick auf die Ergebnisse:
IT-Expertise entscheidet in Zukunft über den Erfolg der Anbieter:
Das Ferienhaus-Segment bewegt sich aus der Nische hin zum Massenmarkt und konsolidiert sich. Den wachsenden Wettbewerb um die Urlauber und den steigenden Innovationsdruck bekommen vor allem die kleinen Anbieter zu spüren, die nicht über die Ressourcen der finanzstarken Player verfügen. Sie müssen sich über Vertriebskooperationen und Servicequalität im Markt neu ausrichten. Auch die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Sie erwarten eine schnelle und unkomplizierte Buchung ihres Wunschdomizils. Die Datenvernetzung und die Optimierung von Online-Buchungen für mobile Endgeräte gehören daher zu den großen Aufgaben der Zukunft.
Übernahmen durch Hotelanbieter sorgen für zusätzliche Dynamik im Markt:
Die großen Hotelanbieter wie TUI und HRS erweitern sukzessive ihr Portfolio. Das verleiht dem Markt eine zusätzliche Dynamik und verschärft gleichzeitig den Wettbewerb – insbesondere im Kampf um Google-Platzierungen. Doch trotz des steigenden Wettbewerbs bewerten die Marktteilnehmer die Übernahmen positiv und sehen darin einen wesentlichen Wachstumsmotor des Segments.
Die Ferienhaus-Branche wird zum Pauschaltourismus weiter aufschließen: Experten beobachten bereits eine zunehmende Konvergenz zwischen Hotel- und Ferienhausbranche. Ferienhäuser und Ferienwohnungen haben sich als Unterkunftskategorie auf dem Markt etabliert. Der Ferienhaustourismus wird zu Pauschalreisen weiter aufrücken und Anteile auf dem Übernachtungsmarkt gewinnen. Der Wunsch nach Individualität und flexibler Urlaubsplanung beeinflusst aber auch das Pauschalreisesegment. Urlauber wollen Anreise, Aufenthaltsdauer, Unterkunftsart und zusätzliche Angebote wie Mietwagen im Baukastensystem individuell zusammenstellen. Ein Trend, der sich zukünftig verstärken wird.
Die Zielgruppe war noch nie so breit gefächert:
Empty Nesters, Best-Ager, Patchwork-Familien, Millennials – Experten beobachten immer neue Ausprägungen in der Zielgruppe. Das wichtigste Motiv für die Buchung besteht im Wunsch nach Freiheit und Flexibilität. Dabei wählen Urlauber zunehmend höherwertige Objekte aus dem 3- bis 4-Sterne-Segment, die durch eine geteilte Urlaubskasse bezahlbar werden. Den größten Urlauberanteil haben die 30- bis 50-Jährigen, die in der klassischen Kernfamilie gemeinsame Zeit genießen wollen. Das umfangreiche, preisgünstige Angebot in den Städten zieht zudem junge Touristen in die Ferienwohnungen. Bei der Suche nach dem passenden Ferienhaus gewinnen Detailinformationen und Fotos an Bedeutung.
Politische Entscheidungen beeinflussen das Branchenwachstum:
Trotz seiner Umsatzstärke von acht Milliarden Euro pro Jahr findet das Ferienhaus-Segment in Deutschland in Politik und Öffentlichkeit eine zu geringe Aufmerksamkeit. Dabei sind nach Meinung der Umfrageteilnehmer dringend politische Weichenstellungen erforderlich, damit die Branche weiterhin dynamisch wachsen und dem Bedürfnis der Menschen nach einem freiheitlichen, individuellen Urlaub gerecht werden kann. Der Erhalt von Ferienwohnungen in Wohngebieten von Tourismusorten sowie die Diskussion um die Wohnraumzweckentfremdung gehören nach Angaben der Befragten zu den wichtigsten Kernthemen. Politische Entscheidungen dürften in diesem Zusammenhang einen gravierenden Einfluss auf die Ferienhausbranche haben.
Ferienhausanbieter schauen optimistisch auf 2016:
Die Erwartungen in punkto Nachfragesteigerung und Umsatzwachstum sind hoch. Obwohl sich der Wettbewerb verstärkt, die Vermarktung der Feriendomizile mit einem größeren Aufwand einhergeht und sich das regulatorische Umfeld von Ferienwohnungen als schwierig erweist, schaut die Branche optimistisch in die Zukunft.










