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GPK: Marktvolumen stieg auf über 8,6 Milliarden Euro

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Marktvolumina und Konsumausgaben der drei Teilmärkte Tavola, Domus und Cucina sind 2015 gewachsen.
Marktvolumina und Konsumausgaben der drei Teilmärkte Tavola, Domus und Cucina sind 2015 gewachsen.

(openPR) Der Modehandel rüstet auf: Auf dem Weg zum Concept-Store macht er Platz für „Keramik, Kissen, Dekoartikel und Co.“, wie Brancheninsider berichten. Diese Entwicklung ist keine Einbahnstraße, unterstreicht Handelsexpertin und Fachautorin Eva Barth-Gillhaus, Marketmedia24: „Ich kenne GPK-Fachhändler, die erzielen inzwischen rund 30 Prozent ihres Umsatzes mit Mode.“ Beide Entwicklungen spiegeln sich in den Marktanteilen des GPK/Haushaltswaren-Fachhandels. Er schrumpfte in 2015 auf 24,1 Prozent und wird 2016 die 24 Prozent-Schwelle erstmals unterschreiten. So die Ergebnisse der aktuellen Studie „Branchen-SPIEGEL GPK/Haushaltswaren 2016“, die Marketmedia24 im Vorfeld der Branchenleitmesse Ambiente veröffentlicht hat. Dennoch kaufen die Deutschen gern in der Branche ein. Betrachtet man die Pro-Kopf-Ausgaben allein für „Glaswaren, Tafelgeschirr und andere Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung“ rangierten die Deutschen 2015 mit 81,40 Euro hinter Frankreich (95,30 Euro) und Schweiz (85,60 Euro) auf Platz drei, so RegioData, der Spezialist für regionale Markt- und Wirtschaftsdaten in Europa und Kooperationspartner von Marketmedia24.

Über mangelndes Interesse der Konsumenten dürfte die deutsche Branche nicht klagen. Denn die Marktvolumina wuchsen 2015 in allen Teilmärkten. So legte Tavola gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent zu, Domus schaffte sogar plus 2,5 Prozent, lediglich Cucina schwächelte, schaffte aber mit 0,8 Prozent mehr immerhin noch einen kleinen Zuwachs. Damit ist der deutsche GPK/Haushaltswarenmarkt 2015 insgesamt 8.651 Millionen Euro zu Endverbraucherpreisen schwer. Und für 2016 und 2017 erwartet Marketmedia24 sogar weiteren Zuwachs für die Branche. Die Marktvolumina und auch die Pro-Kopf-Ausgaben werden weiter steigen. Gute Stimmung herrscht folglich unter den Herstellern, auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Unternehmen durchaus heterogen verlief. So vermeldete der Verband der Keramischen Industrie, Selb, Mitte 2015, dass die Geschirrhersteller 2014 mit einem Umsatzplus von 7,4 Prozent abgeschlossen haben, während die Manufakturen mit einem Minus von 10,9 Prozent unter der Russland-Krise litten.

Villeroy & Boch sieht der Zukunft optimistisch entgegen. Jens-Peter Schlingmann, Vertriebsdirektor Tischkultur DACH: „Der Unternehmensbereich Tischkultur von Villeroy & Boch hat sich in den ersten drei Quartalen im Geschäftsjahr 2015 sehr erfreulich entwickelt. In diesem Zeitraum konnte ein Wachstum von 2,8 Prozent erzielt werden. Und insgesamt können wir auf ein erfolgreiches und spannendes Jahr mit vielen neuen, zeitgemäßen Konzepten und innovativen Produkten zurückblicken, die wir nun konsequent weiter ausbauen werden.“ Dafür werde das Unternehmen seinen Fokus auch weiterhin auf das sich verändernde Kauf- und Konsumverhalten der Kunden ausrichten.

Tatsächlich erhält die Branche weiter Rückenwind von den Megatrends. Thomas Kastl, Objektleitung Dining der Frankfurter Branchenleitmesse Ambiente: „Ich erkenne deutlich zwei Themen, die wichtiger werden: Gesunde Ernährung und Geräte, die das Kochen noch leichter machen. Wenn multifunktionale Küchengeräte jetzt von den Einzelhändlern kopiert und in großer Stückzahl verkauft werden, handelt es sich dabei eindeutig um ein Thema, das die Kunden von der Industrie haben wollen und verlangen. Übrigens bin ich persönlich der Meinung, dass Multifunktionskochgeräte mit richtigem Kochen zunächst einmal nichts zu tun haben. Außerdem wird die Küche in Zukunft immer bunter werden. Kräftige Farben sind der Trend. Das gilt auch für technische Weiterentwicklungen, zum Beispiel eine Antihaftbeschichtung, die ganz ohne Öl auskommt, Messer, die länger scharf bleiben beziehungsweise sich beim Gebrauch selbst schärfen oder besonders energieeffiziente Töpfe. Nachhaltigkeit wird in der Küche in naher Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.“

In der Tat öffnen die Werkzeuge für die Küche – konkret die Küchenhelfer – die Portemonnaies der Deutschen am weitesten. 27,86 Euro gab jeder Deutsche 2015 durchschnittlich dafür aus. Erst mit 14,01 Euro folgten die Dekorationsartikel, mit 10,23 Euro Koch-/Backgeschirr und Pfannen, und auf Platz vier mit 10,20 Euro die Geschirre. Dennoch gibt es für die Küchenhelfer Grund zur Sorge. Denn dieser Umsatzstern wird blasser – seit 2013 jedes Jahr ein bisschen mehr. Und für die nächsten zwei Geschäftsjahre erwartet Marketmedia24 keine durchgreifende Verbesserung.

Bei den überwiegend positiven Daten leidet hierzulande der Hauptvertriebsweg der Branche: 2015 näherte sich der Marktanteil des Fachhandels bedenklich der 24 Prozent-Marke. Man muss deswegen keineswegs den Abgesang auf diese Marktteilnehmer anstimmen. Dennoch haben sie Probleme: Ein Wertewandel zu günstigeren Produkten ist in der breiten Masse zu erkennen. Darüber hinaus leidet der Fachhandel unter rückläufigen Frequenzen und unter Wettbewerbern aus anderen Branchen und auf allen Kanälen. Hersteller machen im eigenen E-Shop zunehmend selbst das Geschäft. Der Lebensmitteleinzelhandel sorgt für beträchtliche Störfeuer und Marktverstopfung und lässt sich dabei zum Teil von Branchenprofis und -Kollegen helfen.

Auf Wachstumskurs segelt der Distanzhandel. Allerdings gilt dieser dem Fachhandel nicht grundsätzlich als Totengräber. Erstens sind viele Kollegen selbst ins E-Business eingestiegen. Zweitens wissen erfolgreiche Fachgeschäfte es zu nutzen, dass Gaumenfreuden und reale Erlebnisangebote den Umsatz steigern und die Kunden binden. Auch bei den Lieferanten ist die Vernetzung von Online/Offline strategisches Ziel. Jens-Peter Schlingmann: „Die Entwicklung zusätzlicher Online- und Offline-Angebote am POS sowie im E-Shop treiben wir mit Services wie ‚Click & Collect‘, dem Einsatz von Tablets als verkaufsunterstützende Tools für unsere Shop-Mitarbeiter und offline wie online nutzbare Geschenkelisten für Hochzeiten, Geburtstage etc., um nur einige Beispiele zu nennen, weiterhin mit Hochdruck voran.“

Um stationäre auch emotionale Vorzüge bemühen sich die Möbelhändler, die Jahr für Jahr Boden gut machen. Es sollte den Wettbewerbern zu denken geben, als Mitte 2014 der Ikea Deutschland-Chef Peter Betzel in einem Interview ankündigte, dass man in Sachen Kochen und Essen Vollgas geben werde. Für Klaus Schmelzeisen, Ballarini Deutschland Geschäftsführer, nehmen die Möbelhäuser generell an einigen Standorten inzwischen sogar Fachhandelspositionen ein.

Das neue Zahlen-Update „Branchen-SPIEGEL GPK/Haushaltswaren 2016“ liefert belastbare Fakten und Zahlen für alle 25 Warengruppen und relevanten Vertriebskanäle. Die Studie ist zum Preis von 395 Euro zzgl. MwSt. zu beziehen unter E-Mail oder sie steht zum direkten Download im Studien-Shop unter http://shop.marketmedia24.de bereit.

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