(openPR) Schnee von gestern oder Lawine von morgen?
Erleben die partizipatorischen Werte der 60er-Jahre ihr Comeback in Kultur und Gesellschaft?
Diskussion in der Kienzle Art Foundation
am 27. November um 18.00 Uhr
Wunsch nach Partizipation
Die basisdemokratischen Ideale der 60er erleben derzeit eine Wiedergeburt. Partizipation und Gemeinschaft sind die Schlüssel zu einem neuen Verständnis von Kultur und Gesellschaft. Die Kienzle Art Foundation möchte dieser Entwicklung nachgehen und lädt am 27.11.15 um 18.00 Uhr zu einem Diskussionsabend ein.
Einer der Schwerpunkte der Kienzle Art Foundation ist die Kunst der 60er-Jahre. Dazu zählen etwa die sozialen Skulpturen von Franz Erhard Walther. Gerade in seinen Performances übte er Sozialkritik, animierte das Publikum zu hinterfragen, zu partizipieren und politisch aktiv zu werden.
Auch heute reflektieren Kulturschaffende aller Genres wieder ihre Rolle in einer Gesellschaft, die sich immer erkennbarer grundlegend wandelt und nach Antworten verlangt. Die Kienzle Art Foundation hat hierzu Initiatoren aus Stadtleben, Architektur, Kunst und Design zur Diskussion eingeladen, die ihre Projekte, Visionen und Erfahrungen vorstellen.
„Do it yourself – do it together“
Um Partizipation als gesamtgesellschaftliches Phänomen geht es in dem italienisch-deutschen Dokumentationsfilm „Città del Cavolo. Gemeinschaftsgärten in Mailand und Berlin“. Das Filmteam Salvatore Laforgia, Paola Longo, Guido Larcher und Inge Pett traf in beiden Metropolen auf engagierte Menschen, die einen Kontrapunkt zum Bauboom setzen. Es sind Menschen verschiedener soziokultureller Hintergründe, die Brachen kultivieren und für die Stadtgesellschaft zurückgewinnen. Dort, wo vor betonierten Skylines Salat und Radieschen gedeihen, wächst auch Gemeinschaft. Die Gärten fungieren als „soziales Labor“ nach dem ebenso simplen wie überzeugenden Prinzip „Do it yourself – do it together“, wie ein Ausschnitt des Films zeigt, der die Diskussionsrunde einleitet.
Integration von Geflüchteten durch Kulturprojekte
Die Devise gilt auch für das Neuköllner Integrationsprojekt „Gärtnerei“. Der Projektkoordinator Sven Seeger und der Architekt Christof Mayer stellen die Initiative vor, die im Sommer auf einem ehemaligen Friedhofsareal in Neukölln entstand. Neben den Ruinen eines kirchlichen Zwangsarbeitslagers aus der NS-Zeit kultivieren junge Geflüchtete einen Garten. Angeleitet von Architekten des Büros „raumlabor“ - bekannt für spektakuläre Interaktionen in den öffentlichen Raum – zimmerten sie einen langen Steg über das Gelände. Ziel des vom „Internationalen JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische 27“ initiierten Projekts ist es, Geflüchtete zu befähigen, aktiv einen Platz in der Gesellschaft einzunehmen.
Das partizipatorische Projekt KUNSTASYL beschäftigt sich mit der Frage, wie Ansässige und Zuwanderer durch Flucht einen gemeinsamen sozialen Raum kreieren können. Im Mittelpunkt steht der einzelne Mensch mit seiner Geschichte, seinen Fähigkeiten, seinen Träumen und seinem Schmerz. Aus der Palette der Möglichkeiten, über die die Bewohner und Bewohnerinnen der Gemeinschaftsunterkunft in der Staakener Straße verfügen und deren formulierte Bedürfnisse werden unterschiedliche künstlerische Handlungsstrategien abgeleitet: Darstellend und gestaltend wird aus einem Heim das „DaHEIM“, handelnd wird die Isolation überwunden - nach innen wie nach außen.
Teilnehmende der Diskussion:
Barbara Caveng (Künstlerin, Initiatorin KUNSTASYL)
Christof Mayer (Architekt, raumlabor, Integrationsprojekt für Geflüchtete Gärtnerei)
Inge Pett (Kunsthistorikerin, Co-Initiatorin des Projekts Milano-Berlino Città del Cavolo)
Sven Seeger (Projektkoordinator Community Art, künstlerischer Leiter Gärtnerei)
Begrüßung: Jochen Kienzle
Moderation: Constanze Musterer (Kienzle Art Foundation)
Initiatorin und Konzept: Inge Pett
Freitag, 27. November 2015 um 18 Uhr









