(openPR) Pressemitteilung vom 28.10.2015
Sieben Künstler aus Köln, Dortmund und Düsseldorf eröffnen am 7. November dieses Jahres eine selbstorganisierte Ausstellung im Freien dem Gelände des ehemaligen Kölner Güterbahnhof Ehrenfeld. Das ortsbezogene Projekt ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem von der Stadt Köln geplanten Umbau des Geländes zu einem neuen Wohnquartier, welcher 2017 beginnen soll. Die Künstler haben sich entschieden den symbolischen Abschied vom Ort durch eine ortsbezogene Intervention zu nehmen: die am 7. November 2015 eröffnete Ausstellung soll erst durch die städtische „Abrissbirne“ plattgemacht (beendet) werden. Die bevorstehenden Bauarbeiten werden in diesem Fall als eine, von der Stadt Köln und den Grundstücksbesitzern geplante, Kunstzerstörungsaktion interpretiert.
Das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Ehrenfeld, eine ca. sieben Hektar große Fläche, liegt am westlichen Rand von Ehrenfeld. Die Fläche ist teilweise an Gewerbebetreibende vermietet und liegt zum größten Teil brach. Die Umsetzung der städtischen Neuplanung für das Areal werden sowohl von den aktuellen Mietern, wie auch überhaupt im kreativen Milieu Kölns, als eine sehr traurige Nachricht wahrgenommen. Der ehemalige Güterbahnhof Ehrenfeld wird bis dato von vielen Kunstschaffenden als eines der spannendsten Kulturzentren Kölns betrachtet, mit dem anziehenden Flair von Wildnis und Anarchismus eines urbanen Brachlandes. Der komplette Umbau des besagten Areals wird in den Augen dieses Publikums zum endgültigen Verlust des Ortes.
Das Eröffnungsdatum der Ausstellung „Zugzwang“ ist bewusst parallel mit dem alle zwei Wochen stattfindenden Nachtflohmarkt terminiert, der regelmäßig viele Menschen auf das Areal und in die Ehrenfelder Veranstaltungshalle „Jack in the Box“ zieht. Die Exponate und Installationen sollen den, sich vom Eingangstor bis zur „Jack in the Box“ bewegenden Flohmarkt-Besucher, in „den Weg stellen“, zur spontanen Aufmerksamkeit „zwingen“. Das Publikum soll letztlich bei der geplanten Ausstellung – widerwillig – in „Zugzwang“ geraten. Der aus dem Schachspiel entlehnte Terminus „Zugzwang“ wird im Kontext dieser Ausstellung in einem erweiterten Sinne verwendet: ein aus der Verhältnisse konstruiertes Aktionspotenzial, eine ausweglose Situation, eine verhängnisvolle Handlung.
Die teilnehmenden Künstler sind: Felix Warnatsch, Malgorzata Calusinska, Arseniy Shuster, Nesha Nikolic, David Hahlbrock, Raphael Masche und Andrey Ustinov.
Vernissage: 15:00, 7.11.2015
Finissage: bleibt, wie oben dargelegt, offen aber unausweichlich.
Adresse: ehemaliger Güterbahnhof Ehrenfeld (Vogelsanger Str. 231, 50825 Köln)









