(openPR) Während die meisten Reisenden Land und Leute, Sehenswürdigkeiten und Städte für ihr Urlaubsalbum fotografieren, hat sich die Journalistin Dagmar Krutoff auf ein ganz besonderes Foto-Objekt spezialisiert. Wenn sie auf Reisen geht, schießt sie vor allem Fotos von Verkehrsschildern.
Ihre Sammlung umfasst inzwischen gut 4.000 Schilder aus der ganzen Welt, die auf der Website www.road-fun.de bestaunt und belacht werden können. Die meisten der Schilder hat sie selbst abgelichtet. Rund 1.000 Fotos verdankt sie aber auch Freunden und anderen "Spendern", die sie mit dem Schildervirus angesteckt hat.
"Verkehrsschilder sind für mich ein interessantes Zeitzeugnis und Teil der Kulturgeschichte", erklärt die Journalistin ihr Faible für das amtliche Stück Blech. "Ähnlich wie Briefmarken erzählen sie viel über das Land: über Flora und Fauna, über die Menschen und ihre Technik, was die Menschen für schützenswert ansehen und vieles mehr."
In Europa ist Dagmar Krutoff inzwischen in fast allen Ländern auf Schilderjagd gewesen. Die liebsten sind ihr die mit Darstellungen von Menschen, Tieren, Fahrzeugen oder anderen greifbaren Dingen. "Verkehrsschilder sind mitunter lustiger als der Cartoon in der Tageszeitung", berichtet Dagmar Krutoff. "In Belgien gibt es z. B. ein Parkplatzschild für werdende Mütter, auf dem man die Silhouette einer nackten Schwangeren sieht. Oder in Wales gibt es ein Schild, das LKW-Fahrer davor warnt, ihrem Navi zu vertrauen, weil sie sonst in einer engen Straße steckenbleiben."
Auslöser für Krutoffs Sammeltrieb war ein altes italienisches Zebrastreifen-Männchen, das an eine ägyptische Hieroglyphe erinnerte. Weil das Schild stark verrostet war, hielt sie nach einem besseren Ausschau und entdeckte dann später, dass die Darstellung auf den beiden Schildern nicht identisch ist. Die Männchen unterschieden sich in mehreren Punkten. "Ab da schaute ich mir die Schilder genauer an und stellte fest, dass selbst die gleichen Schildertypen sehr unterschiedlich aussehen können. Seit dem bin überall auf Schilderjagd", lacht die 48-Jährige.
Vor allem Österreich und Ungarn sind laut Krutoff das reinste Schilder-Eldorado, in dem unzählige Varianten des gleichen Schildes im Umlauf sind. "Bei uns sind die Schilder genormt und absolut identisch, ganz anders bei unseren Nachbarn. In Österreich hab ich z.B. allein 12 verschiedene Steinschlagschilder entdeckt", schmunzelt die Journalistin. "Mal kommen vier, mal fünf oder sogar sechs Steinbrocken den Berg runter, die Brocken unterscheiden sich in ihrer Form und Größe und auch die Felswand kann ganz unterschiedlich ausfallen." In Ungarn sieht es ähnlich vielfältig aus. Interessant sei auch die Herstellungsweise der Schilder. In manchen Ländern wie der Ukraine findet man z. B. noch viele Schilder, die mit Schablone und Sprühfarbe produziert wurden.
Das Land mit den lustigsten offiziellen Schildern ist nach Krutoffs Ansicht Südafrika, das mit dem interessanten Tierleben Australien und die Stadt mit den verrücktesten Schildern Florenz. Dort gestaltet der französische Künstler Clet Abraham seit einiger Zeit Verkehrsschilder mit ablösbarer Transfer-Folie zu frechen Kunstwerken um. Florenz steht deshalb ganz oben auf der Reiseliste von Dagmar Krutoff.













