(openPR) Die Stiftung Brasilea zeigt vom 10. September bis zum 29. Oktober 2015 die erste Einzelschau des brasilianischen Fotografen Boris Kossoy in der Schweiz.
Boris Kossoy ist Fotograf, Theoretiker der Fotografie und Forscher der Fotografiegeschichte, ebenso wie Autor, Publizist, Journalist. Zudem hat er zwei Professuren in Brasilien inne. Sein Werk ist ebenso vielfältig wie sein Werdegang und sein breites Wirkungsfeld. Als Autodidakt stürzte er sich in die wissenschaftliche Erforschung der Ursprünge der Fotografie, beeinflusst vom Phantastischen Realismus eines Salvador Dalís und eines Hans Bellmers.
Eben jene Dichotomie von Realismus und Fantasie, vom Okkulten und Dargestelltem, vom Verborgenen und Offensichtlichen ist der ständige Antrieb seines Schaffens, die permanente Herausforderung, die ihn motiviert und antreibt. Eindrücke festhalten zum einen. Die Geschichte dahinter darstellen zum anderen. Denn jede seiner Fotografien erzählt eine Geschichte und jede Geschichte ermöglicht multiple Darstellungsweisen.
Boris Kossoys fotografische Darstellungen basieren auf seiner einzigartigen Betrachtungsweise von alltäglichen Situationen, die an anderen Menschen unbemerkt vorbeiziehen. Sein Geist galoppiert davon und spinnt eine mögliche Geschichte hinter dem Sichtbaren weiter, seine Vorstellungskraft übersteigt die Realität, sammelt die Eindrücke zu einer neuen Wirklichkeit zusammen und überträgt diese in die Dimension des fotografischen Bildes. Es geht ihm um das „Könnte“ hinter einer scheinbar alltäglichen Szenerie. Die Weite der Möglichkeiten offenbart sich ihm in einem bunten Wechsel verschiedener Bilder. Seit seiner Jugend haben ihn Comics, die Mystery-Literatur, das Theater, Kino, die Bildende Kunst und vieles weitere inspiriert und ihn zu dem Fotografen gemacht, der er heute ist. Mit einer eigenen, einer zweiten Wirklichkeit, des fotografischen Bildes.
Seine Ausstellung in der Stiftung Brasilea ist eine Begegnung mit sich selbst. Als sein eigener Ausstellungsmacher hat sich Boris Kossoy der Herausforderung gestellt, aus dem Repertoire seines fünfzigjährigen fotografischen Schaffens eine eben nicht chronologische Retrospektive zu präsentieren, sondern ein gut durchdachtes Drehbuch zu kreieren, in dem die Bilder der Jetztzeit mit denen der Vergangenheit Seite an Seite stehen können und eine gemeinsame Geschichte erzählen. Gelungen ist ihm eine einzigartige Werkschau mit 88 Fotografien, die nicht primär auf realen Personen basieren, diese aber in der Vorstellung voraussetzen. Mit der menschlichen Imagination hinter der dargestellten Szene ergibt sich die Gesamtheit der Bilder – die Fantasie ist vorhanden in der scheinbaren Realität und miteinander bilden sie eine neue, eigene Wirklichkeit.
1984 wurde Boris Kossoy für sein Gesamtwerk der Orden Chevalier de l' Ordre des Arts et des Lettres des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation verliehen. 2013 erhielt er ebenfalls für sein Gesamtwerk und seine bedeutsame Reflexion über Fotografie den Preis „Prêmio Brasil de Fotografia Especial“ der Institution Porto Seguro.
Zeitgleich zur Ausstellung erscheint die deutsche Ausgabe seines wegweisenden Buches
"Hercule Florence. Die unabhängige Entdeckung der Fotografie in Brasilien",
Lit Verlag, Wien, 2015, Reihe: Brasilien. Geschichte, Kultur, Kunst
338 S., 39.90 CHF, ISBN 978-3-643-90680-9
In seinem Buch zeichnet Boris Kossoy nicht nur die Biografie dieses außergewöhnlichen Menschen nach. Indem er Florences weitgehend unbekannte Arbeiten vorstellt und erläutert, fügt er darüber hinaus auch der Fotografiegeschichte ein wichtiges Kapitel über wegbereitende Versuche auf dem amerikanischen Kontinent hinzu.
Das druckfrische Buch liegt in der Ausstellung zur Ansicht aus und kann vor Ort zum Vorzugspreis von 30.- CHF bezogen werden. Der Autor Boris Kossoy signiert dieses auf Wunsch.
Sobald der Ausstellungskatalog fertig ist, kann dieser unter dem Ausstellungseintrag auf der Brasilea homepage herunter geladen werden.
Zusammen mit Boris Kossoy und Daniel Pinto, Chef des Kultursektors der Brasilianischen Botschaft in Bern, eröffnet Brasilea die Ausstellung am 10. September um 18.45 Uhr.
Sie sind herzlich willkommen.
Ausstellungsbegleitende Termine:
• Öffentliche Vernissage, 10. September, 18.45 Uhr, mit brasilianischem Apéro und Cocktails
• Öffentliche Führung mit dem Künstler, 17.September, 18.30-18.30 Uhr
• Workshop mit dem Künstler, 19. September, 14.00-17.00 Uhr, Anmeldung erforderlich unter
• Sonntagsöffnung, 20. September 2015, 14.00-18.00 Uhr
• Brasilianisches Konzert in der Ausstellung mit dem Mildred Aubry Trio, 1. Oktober, 19.30 Uhr,
CHF 15.- pro Person.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.























