(openPR) In einem dreijährigen EU-Forschungsprojekt konnte die Innovationsagentur YOUSE in
Munchen mit funf europäischen Partnern nachweisen, dass intelligentes Licht fur
Senioren die Mobilität fördert.
Die Mitarbeiter von YOUSE fuhrten gemeinsam mit Kollegen aus Österreich und der
Schweiz seit Februar 2012 Langzeittests uber die Wirkung von „intelligentem“ Licht in insgesamt 19 Testwohnungen an acht Standorten durch, darunter auch in sechs Wohnungen in GSD Seniorenwohnpark Vaterstetten bei Munchen und im AWO Seniorenzentrum Wolfratshausen.
YOUSE Projektleiterin Cornelia Schauber, berichtet: „Wir hatten sehr große Ziele mit
GuidingLight. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir in dem Projekt nicht nur ein neuartiges Licht und eine neuartige Lichtsteuerung entwickelt. Vielmehr wollten wir nachweisen, dass ältere Menschen mit Hilfe von neuartigem Licht aktiver werden, besser schlafen können und so insgesamt einen gesunderen Alltag leben können.“
Seit Ende 2012 wurden in den verschiedenen Wohnungen im Wohnzimmer, Bad und der
Kuche die alten Lampen abmontiert und mit den neu entwickelten LED Lampen ersetzt.
So konnte in allen Wohnungen die Helligkeit um das 10-fache gesteigert werden und eine wesentlich bessere und blendungsfreie Ausleuchtung sichergestellt werden. Mit den neuartigen Leuchten wurde genauso viel Energie verbraucht wie mit den herkömmlichen Lampen.
Eine Testerin berichtet uber das Lichtsystem „Am Anfang war ich dem neuen Licht sehr skeptisch gegenuber – ich mochte ja meine alten Lampen. Heute will ich das neue
System aber gar nicht mehr hergeben. Besonders mag ich, wie gut ich jetzt lesen kann und wie das Licht in der Nacht, wenn ich auf die Toilette gehe, automatisch angeht und mich aber nicht voll aufweckt.“
Tatsächlich macht das neuartige Lampendesign und die Steuerung das Lichtsystem „intelligent“: Einerseits reagiert das System reagiert auf Tag – und Nachtzeiten, an die die Lichtintensität und Lichtfarbe automatisch angepasst werden. So kann zum Beispiel ein gesunder Schlaf gefördert und die Sturzsicherheit erhöht werden. So schaltet sich das Licht automatisch beim nächtlichen Toilettengang nur sehr gedimmt und mit der richtigen Farbtemperatur ein. Damit wird der Weg zum Bad sicher gefunden, aber die fur den Schlaf mitverantwortliche Melatoninbildung nicht gehemmt. So können die Senioren nach dem Toilettengang leichter wieder einschlafen.
Zum anderen kann das Lichtsystem auf bestimmte Gewohnheiten des Nutzers angepasst werden. „Das Licht soll die Nutzer dabei unterstutzen, eine gewunschte Tagesstruktur zu erreichen. Wir haben viele Ideen gemeinsam mit den Nutzern erarbeitet. Ein Wunsch
war, das Licht als Einschlafhilfe und als Wecker zu nutzen – mit naturlichem Licht wie an
einem perfekten Tag,“ berichtet Cornelia Schauber.
Dass Licht einen Einfluss auf unsere Tagesstruktur hat, ist den meisten Menschen dabei
bekannt. Nichtsdestotrotz sind eine Vielzahl von Wohnungen schlecht beleuchtet, wie
Forschungsergebnisse z.B. der FH Munchen unter Prof. Plischke zeigen: „Die Leuchten in den meisten Wohnungen schaffen gerade einmal 200 Lux, wobei offiziell empfohlen wird 2000 Lux fur ein angenehmes und sicheres Tageslicht zu schaffen – also das 10-
fache.“ Auch die Lichtfarben spielen einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden.
Sonnenlicht deckt ein breites Spektrum an Lichtfarben ab – eine gewöhnliche Leuchtstoffröhre nur einen Bruchteil. „YOUSE konnte in dem Projekt gemeinsam mit den Projektpartnern zeigen, dass intelligentes Licht positive Auswirkungen auf die Mobilität haben kann “, so Prof. Plischke weiter.
Fur die Forschungsarbeit hat die YOUSE GmbH eine Vielzahl von Tests und Interviews mit den zwischen 65 und 85-jährigen Testerinnen und Testern durchgefuhrt. Monatlich mussten die Senioren beispielsweise einen Fragebogen zur Schlafqualität ausfullen. Auch
wurden die Bewegungen der Bewohner in den Wohnungen mittels einfachen Bewegungssensoren beobachtet. „Wir wissen aus vielen Studien, die wir durchgefuhrt haben, wie bedenklich Senioren eine Beobachtung in der Wohnung empfinden. Daher
haben wir uns klar gegen eine Beobachtung mit Kameras entschlossen. Die eingesetzten Bewegungssensoren haben uns ausschließlich gezeigt, wie viel Aktivität in den verschiedenen Räumen der Wohnung zu welcher Zeit ist“, erklärt Cornelia Schauber. Die ethische Unbedenklichkeit der Studie wurde auch von der Ethikkommission der LMU Munchen festgestellt.
Das Projekt wurde im Mai 2015 offiziell abgeschlossen. Die Bewohner durfen und wollen das Lichtsystem behalten: „Die Beleuchtung ist perfekt. Ich möchte sie nicht mehr missen“, sagt eine Bewohnerin aus dem Seniorenwohnpark Vaterstetten. Cornelia Schauber erklärt: „Viele unterschätzen, wie aufgeschlossen Senioren neuer Technik gegenuber sind. In unserer Nutzerforschung stellen wir immer wieder fest, dass Senioren dann Innovationen akzeptieren, wenn diese einen klaren Nutzen bringen, der den Aufwand des ‚Neulernen mussens’ wettmacht. Bei der Entwicklung von GuidingLight haben wir in zahlreichen Workshops mit Nutzern genau erarbeitet, welchen Mehrwert
Senioren sich wunschen.“
Nach 12 Monaten Testphase, die nicht ohne Fehlfunktionen vergangen sind, wurden tatsächlich 90 Prozent der Testerinnen die Beleuchtung weiterempfehlen. Auch Sebastian Rokita, der ehemalige Einrichtungsleiter des Wohnparks in Vaterstetten ist begeistert: „Dieses Licht gibt noch einmal extra Lebensqualität fur Senioren. Licht ist Aktivität und
unterstutzt somit genau den Paradigmenwechsel in der Altenpflege: Weg vom Bild der passiven, gebrechlichen, zu pflegenden Senioren hin zu einer aktiven, autonomen
Bewältigung des Alltags.“.
Bisher ist das intelligente Licht von GuidingLight noch nicht auf dem Markt zu kaufen. Aber der Markt fur „Smart Home“ und auch gerade fur intelligentes Licht ist uber die letzten Jahre stark in Bewegung gekommen. Mit Hilfe der Langzeitforschung aus diesem
Projekt konnten YOUSE und die Projektpartner den Nutzen von gutem Licht auf jeden Fall noch einmal deutlich machen.
Über das Forschungsprojekt GuidingLight: Das Projekt GuidingLight wurde von dem Ambient Assisted Living Programm der EU und der teilnehmenden Länder gefördert.
Über 3 Jahre haben die Forschungspartner Fachhochschule Vorarlberg, Bartenbach,
Tridonic, myVitali, apollis und YOUSE intensiv uber Lichtwirkung geforscht. YOUSE hatte dabei insbesondere die Nutzerforschung und die Entwicklung der Anwendungsfälle ubernommen.
Gerne stehen wir fur Interviews und tiefergehende Berichte mit Fotos, Videos und Vor-Ort-Besichtigungen zur Verfugung.









