(openPR) Die globale Automobilproduktion strebt seit der großen Krise 2008 / 2009 wieder nach neuen Absatz- und Produktionsrekorden. Der asiatische Markt gewinnt noch mehr an Bedeutung und ist zunehmend der Garant für Volumen und Wachstum. Europäische, insbesondere deutsche Fahrzeuge erfreuen sich wachsender Beliebtheit auf den wieder erstarkten amerikanischen Märkten und schaffen so die Basis für neue Werke und Produktionsstandorte in Übersee.
Neben diesen großen Märkten hat sich aber auch die Produktionslandschaft innerhalb Europas stark verändert. In eher leisen, aber kontinuierlichen Schritten hat sich die Mitte unseres Kontinents in ein neues Automotivecluster verwandelt. Beispielsweise ist die Slowakei zum Autobauer Nr. 1 in der Welt avanciert, bezogen auf produzierte Automobile je Einwohner. Ca. 5,5 Millionen Slowaken produzieren zwischenzeitlich fast 1 Million PKWs pro Jahr. Tendenz steigend. Die angrenzenden Länder Ungarn, Polen und Tschechien sind ebenfalls sehr erfolgreich und bieten, genau wie die Slowakei, insbesondere den deutschen OEMs (original equipment manufacturer) ein hervorragendes Produktionsumfeld. Auch die großen Tier1 und Tier2 Lieferanten haben diese Region schätzen und nutzen gelernt. Oft gestartet als verlängerte Werkbank mit günstigen Arbeitskräften haben sich die neuen Tochtergesellschaften und Schwesterwerke der deutschen Unternehmen gewandelt zu wichtigen Technologiestandorten der Branche. Weite Teile der Region haben zwischenzeitlich Engineering- und Prozesskompetenz aufgebaut und erobern sich den Status der BCC (best cost countries). Geschulte, motivierte Mitarbeiter mit hoher Sprach- und Sozialkompetenz, gepaart mit bezahlbarem Automatisierungsgrad und die gute infrastrukturelle Anbindung nach Westeuropa machen diese Region so attraktiv. Die Slowakei bietet zusätzlich den EURO und ebenso wie die anderen zuvor genannten Staaten der Region ein durchaus stabiles und planbares politisches Umfeld für sichere Investitionen innerhalb des Rechtrahmens der EU.
Die Resultate dieses Erfolgs begegnen uns täglich auf der Straße: Audi A3, VW Touareg, Porsche Cayenne sind nur drei bekannte Beispiele des größten deutschen Automobilkonzerns. Besonders erfreulich ist die Feststellung das nahezu alle Unternehmen die sowohl in Deutschland, als auch in diesen Märkten produzieren einen echten WIN-WIN-Effekt verzeichnen. Mutterstandorte werden nicht kannibalisiert, sondern bei richtiger Strategie und Umsetzung wächst man gemeinsam und entwickelt das Gesamtunternehmen auf beiden Seiten der offenen Grenzen erfolgreich und profitabel. Neue Werke schaffen neue attraktive Arbeitsplätze und Märkte. An den Mutterstandorten profitieren viele Mitarbeiter durch die Umwandlung von einfachen Produktionsarbeitsplätzen zu gut dotierten Entwicklungs- und Engineeringpositionen.
Eben diese Umsetzung mit WIN-WIN-Ausrichtung kann auch von qualifizierten Dienstleistern oder Interim Managern geleistet oder begleitet werden. Ich selbst bin seit 2009 in dieser Region aktiv. Nach Beendigung eines großen Innovationsprojektes in Nordrhein-Westfalen mit internationaler Beteiligung in Entwicklung und Produktion ergab sich die Chance für ein neues Projekt in der Zentralslowakei. Im Herzen des Landes war ein bestehender Standort eines schwäbischen TIER1/Tier2-Lieferanten weiter zu entwickeln und schließlich produktionsbegleitend in ein neues Greenfieldwerk zu verlagern. Nach Steigerung der Performance und Rentabilität mit Werkzeugen wie LEAN, KVP, JIT, JIT, 5S konnte das zwischenzeitlich auf nahezu doppelte Produktionsvolumen ausgebaute Werk schließlich in 2012 verlagert werden. Vorangegangen war ein spannendes Jahr der parallelen Bauaktivitäten mit ausschließlich regionalen Unternehmen. Die Ersterschließung und Besiedlung eines neuen Industrieparks als “First Mover” barg besondere Lernkurven. Letztlich gelang alles innerhalb geplanter Budgets und Zeitrahmen. (Die offizielle Straße zum neuen Werk wurde 1 Stunde vor Eintreffen des ersten Maschinentransports eröffnet). Die anschließende Ramp-up-Phase der Anlagen war von viel Stress und neuen Herausforderungen geprägt. Wichtig war die durchgehende Kundenversorgung und Sicherstellung der Qualität mit allen erforderlichen PPAP- (Production Part Approval Process) und Fähigkeitsbewertungen zu den verlagerten Anlagen bei gleichzeitiger Installation von neuen Projekten und Maschinen zur schnellen Auslastung des 11,5 Millionen Projekts. Gelungen ist dies auch dank guter Zusammenarbeit und tatkräftiger Unterstützung des Hauptkunden Bosch.
Auf Basis dieser Erfahrungen habe ich die Region und deren Besonderheiten schätzen und lieben gelernt. Prägend war immer wieder die doch unterschiedliche Herangehensweise und Mentalität der lokalen Mitarbeiter. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg bildet die Kombination aus deutschem Leadership gepaart mit regionaler Umsetzungsweise. Dies bestätigte sich auch bei weiteren Projekten als COO (Chief Operation Officer) eines 570 Mitarbeiter Standortes in der Zentralslowakei, der Standortanalyse für eine deutsche Aktiengesellschaft oder auch bei vielen Lieferantengesprächen in Polen, Ungarn oder Tschechien oder mit Kunden aus Rumänien oder Weißrussland.
Klassische Expats die sich nur für einige Monate auf eine Region einlassen und dabei im Daily Business 80% ihrer Zeit mit dem deutschen Mutterstandort beschäftigt sind, tun sich da eher schwer. Besonders die General Management Kompetenz z. B. von der Strategieplanung des Standortes bis zur Detailkenntnis der speziellen Zerspanungsmaschine überfordert viele Spezialisten in Managementpositionen. Daher mein Beschluss diesen speziellen Markt professionell zu bedienen und mit einem Servicebüro in Banská Bystrica / Slowakei und kompetentem Team die westlichen Produktionsunternehmen auf dem CEE-Markt zu unterstützen. Gerne arbeiten wir dabei mit kompetenten Unternehmen im Bereich Interim / Executive Search oder Consulting zusammen. Somit wird sichergestellt, dass ein Projekt nach den Vorstellungen des deutschen Kunden sauber erfasst und geplant wird. Die erfolgreiche Umsetzung vor Ort erledigen wir dann mit Wesconi s.r.o. “Vom Greenfield zur Business Excellence”!













