(openPR) Zum 500. Todestag des großen Entdeckers am 20. Mai:
Christoph Kolumbus - der Erfinder des karibischen Inselhoppings
„Noch nie habe ich etwas so Schönes gesehen“, notierte Christoph Kolumbus im Herbst 1492 in sein Logbuch – und das immer wieder. Jedes neu gesichtete Eiland inspirierte ihn zu weiteren Lobeshymnen. Ursprünglich aufgebrochen den Seeweg nach Indien zu finden, führte ihn die Route gen Westen geradewegs in die Karibik. Deren Geschichte ist seitdem untrennbar mit dem italienischen Seefahrer in spanischen Diensten verknüpft.
Am 12. Oktober 1492 setzte er auf den Bahamas zum ersten Mal einen Fuß auf karibischen Boden – den amerikanischen Kontinent erreichte er erst auf seiner letzten Reise im Jahr 1502. Kolumbus nannte die Insel San Salvador – die „Rettung“ nach Monaten auf See mit einer zunehmend unwilligen Besatzung. Auf San Salvador erinnert ein Denkmal an den geschichtsträchtigen Landgang. Ob es sich bei der heute so bezeichneten Insel allerdings tatsächlich um das „Original“ San Salvador handelt, ist umstritten. Unstrittig ist dagegen, dass die Ankunft der Europäer für die Ureinwohner das Ende ihrer Kultur bedeutete. Mehr noch: Bereits ein halbes Jahrhundert nach Beginn der Kolonialisierung waren Arawak und Kariben durch Krankheiten und Versklavung fast ausgelöscht.
Von dem Wunsch beseelt, möglichst viele neue Ländereien für die spanische Königsfamilie in Besitz zu nehmen und Gold zu finden, betrieb Kolumbus geradezu Inselhopping. Aber nicht überall ging er auch an Land, manche Inseln benannte er einfach im Vorbeisegeln. Mal inspirierte ihn ein christlicher Feiertag, ein andermal schlicht eine spontane Eingebung. So nannte er das längliche Anguilla nach dem spanischen Wort anguillero – Aal. Ebenfalls en passant taufte der Entdecker Antigua nach der Heiligen Jungfrau des heimischen Gotteshauses in Sevilla, Santa Maria de la Antigua. Die vielen kleinen Jungferninseln nannte er "Las Once Mil Virgenes", nach der Legende der Heiligen Ursula und ihren 11.000 Jungfrauen. Eine Inseln inspirierte ihn besonders: Virgin Gorda, heute eine der British Virgin Islands, bedeutet übersetzt soviel wie „üppige Jungfrau“. Kolumbus fühlte sich vom Anblick der Insel an eine liegende Frau erinnert. Ein Eindruck, der möglicherweise durch die langen und einsamen Monate auf See verstärkt wurde.
Wer auf den Spuren des Entdeckers wandeln will, der wird vor allem in der Dominikanischen Republik fündig, wo die Iberer ihre ersten Siedlungen errichteten. In der 1990 zum UNESCO Welktkulturerbe erklärten Hauptstadt Santo Domingo kann man noch heute in der „Zona Colonial“ das architektonische Erbe Spaniens bewundern. Darunter der von Kolumbus’ Sohn Diego errichtete Palast „Alcázar de Colón“. Besonders viel Zeit verbrachte Kolumbus auch auf Jamaica, wenngleich unfreiwillig. 1503 war er gezwungen, fast ein ganzes Jahr dort zu warten, bis seine vom Schiffsbohrwurm befallene Flotte wieder seetüchtig war. Statt „Santiago“, wie es die Kolonialherren tauften, heißt Jamaica übrigens noch heute nach dem indianischen Wort Xaymaca – Land aus Wasser und Wald.
Spuren der untergegangenen Kultur der Tainos aus pre-kolumbianischer Zeit findet man auf Puerto Rico, wo Kolumbus auf seiner zweiten Reise anlegte. Unweit der Stadt Ponce liegt z.B. das Tibes Indian Ceremonial Center, eine alte Grabstätte, in deren Nähe ein Dorf der Tainos vollständig nachgebaut wurde.









