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Major Tom landet auf heimischem Terrain

Bild: Major Tom landet auf heimischem Terrain
Dr. Tom Enders, CEO Airbus Group
Dr. Tom Enders, CEO Airbus Group

(openPR) Miesbach - Airbus-Chef Dr. Thomas Enders hält die Festrede beim Wirtschaftsempfang 2015 des Landkreises und lädt die Unternehmer der Region ein, Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie zu werden. Fast 70 Betriebe aus dem Landkreis seien es bisher schon. Auch die Firma LTN Servotechnik GmbH aus Otterfing gehört bereits dazu. Die LTN-Geschäftsführer Ludwig Angerpointner und Andreas Hitzer werden mit dem Wirtschaftspreis des Landkreises ausgezeichnet, ebenso wie Josef Eham, Gründer und Geschäftsführer der Schreinerei gleichen Namens, die laut Eham-Laudator Dr. Georg Kofler weit über die Landesgrenzen hinaus für herausragende Qualität bekannt ist. Der ehemalige Pro7- und Premiere-Chef Kofler spricht vom Unternehmertum als einer Geisteshaltung, die auf Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und Mut gründe.



Off-Text des Films zum Empfang am 10. Juni 2015 im Waitzinger Keller Miesbach, der über das Portal (im Aufbau) www.Lawiki.bayern abzurufen ist.

Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach mbH (SMG):

„Man sagt, dass er aus allem, was fliegt, rausspringt. Wir sind stolz und froh, dass er heute hier ist, in seiner Heimat. Begrüßen Sie mit mir Dr. Thomas Enders!“

Dr. Thomas Enders, CEO Airbus Group:

„Lieber Herr Schmid, vielen Dank für die freundliche Einführung! Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrter Herr Graf von Moltke, meine sehr geehrten Damen und Herren und - ich kann sagen: liebe Nachbarn! Ich freue mich natürlich ganz besonders, dass ich hier heute Abend sein kann, nicht nur vor einer so tollen Kulisse über Luft- u. Raumfahrt reden zu können, sondern auch darüber, dass ich mal mitten in der Woche die Gelegenheit habe, zuhause aufzutauchen.“

Tom Enders‘ Geschäft ist die Luft- und Raumfahrt. Wir fliegen in Maschinen seines Konzerns, Ereignisse aus aller Welt kommen über Satelliten des Konzerns in unser TV-Programm, bei der Navigation, beim Telefon, beim Internet und vielem anderen spielen Airbus-Technologien eine Rolle.
Die Airbus-Gruppe ist global aktiv, aber regional verwurzelt, und zwar vor allem in Bayern.

Dr. Thomas Enders:
„Im Landkreis Miesbach haben wir 2014 fast 70 Zulieferer.“

Eine weitere Rechnung sollte den bayerischen Ministerpräsidenten beruhigen, als Airbus vor ein paar Jahren beschloss, sein Hauptquartier nicht länger zwischen München und Paris aufzusplitten, sondern komplett nach Toulouse, den größten Standort, umzuziehen.

Dr. Thomas Enders:
„Wenn der Vorstandsvorsitzende am Wochenende mitunter schon freitags, aber doch häufig samstags und sonntags in Bayern weilt, dann ist das ja fast ein Drittel seiner Zeit in Bayern.“

Das aktuelle Ergebnis des Vorstandsvorsitzenden Enders kann sich sehen lassen: ein Umsatz von über 60 Mrd. Euro.

Dr. Thomas Enders:
„Aber das funktioniert natürlich alles nur, solange wir zuverlässige Zulieferer haben. Wir haben einen Zulieferanteil an unseren Flugzeugen von 60 Prozent, d.h. überwiegend sind wir von Zulieferern abhängig.“

Wie den erwähnten Mittelständlern aus der Region, die auch beim konzerneigenen Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn eine Rolle spielen.

Dr. Thomas Enders:
„Das Besondere am Campus ist die enge Zusammenarbeit mit Universitäten, mit Industriepartnern und jungen Startups, aber eben auch Mittelständlern aus der Region. Und wenn der eine oder andere Geschmack an dieser Idee gefunden hat, dann lade ich Sie gerne heute ein, unseren Campus näher kennenzulernen.“

Und demnächst vielleicht Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie zu werden. Auch diese Einladung von Tom Enders steht.

Musik (des Ensembles „Windspiel“ aus dem Landkreis Miesbach) in den Ohren der Standortmarketing-Gesellschaft, deren Gestaltungsmöglichkeiten mit den Erfolgen der Unternehmer wachsen.

Alexander Schmid, SMG-Geschäftsführer:
„Für uns ist Wirtschaft kein Selbstzweck, sondern sie dient letztendlich der Verbesserung der Lebensqualität. Natürlich steht bei uns die Wirtschaft im Fokus, aber sie wird flankiert von vier starken Säulen:“

Regionalität, Infrastruktur, Innovationen und Entrepreneurship.
Und nicht zu vergessen: die Ökologie.

Wolfgang Rzehak, Landrat des Landkreises Miesbach:
„Wir müssen sensibel mit unserer Landschaft umgehen, aber gleichzeitig müssen wir auch wettbewerbsfähig sein.“

Und (Wolfgang Rzehak) noch einmal ganz deutlich an die Adresse der zahlreichen Unternehmer im Saal:

„Sie sind das Rückgrat unseres Landkreises. Nicht nur wegen der Gewerbesteuereinnahmen, vor allem auch wegen der Bereitstellung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Dadurch geben Sie der Region soziale Sicherheit.“

Großer Auftritt für einen starken Unternehmer: Josef Eham wird mit dem Wirtschaftspreis des Landkreises ausgezeichnet. Angefangen hat er vor genau 30 Jahren im Stall eines Bauernhofes. Heute arbeiten 65 festangestellte Mitarbeiter und 10 Lehrlinge in einem zweieinhalbtausend Quadratmeter großen Gebäude, das für seine arbeitsfreundliche Architektur schon mehrmals ausgezeichnet wurde.

Josef Eham, Schreinerei Josef Eham GmbH, Hausham:
„Ich möchte diesen Preis gerne stellvertretend für unser Handwerk im Landkreis sehen.“

Dr. Georg Kofler, Kofler Energies AG, ehemaliger Pro7- u. Premiere-Chef:
„Er (Sepp Eham) ist ein meisterlicher Handwerker und ein kreativer mutiger Unternehmer, der mit seinen Produkten auch international eindrucksvolle Erfolge erzielt. Sein Rohstoff ist das Holz – echtes Holz, wie er immer betont, also Laminat ist für ihn ein Schimpfwort. Herausragende Qualität, gefertigt mit einem Perfektionismus – der Sepp sagt immer ‚detailliert bis ins Detail‘ – präzise Funktionsfähigkeit und dazu noch guter Geschmack. Eham – aus einem anderen Holz. Also keine Standardware, keine Stangenware, es wird immer das Besondere angestrebt, selbst wenn er einen Schemel anfertigt.
Der Sepp hat einen Führungsstil, der den Mitarbeitern Raum für Eigenverantwortung lässt, der ihnen Freude am Schaffen eröffnet, keine ständige Gängelei, und er schafft es sogar, dass seine Kinder mit großer Freude bei ihm arbeiten.“

Vielleicht, weil er die Balance schafft zwischen Geschäft und Privat. Die Berge spurtet er immer noch in atemberaubendem Tempo hoch.

Dr. Georg Kofler:
„Der Sepp ist also ein Sportler durch und durch, auch von seiner geistigen Einstellung her.“

Das – man spürt’s - liegt dem Laudator Georg Kofler besonders am Herzen: den Begriff ‚Unternehmertum‘ nicht nur ökonomisch zu begreifen, sondern als eine Geisteshaltung, die auf Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und Mut gründe.

„Unternehmer müssen ständig bereit sein, Veränderungen einzugehen, sie müssen sie sogar provozieren. Ohne Veränderungswillen gibt es keine Innovation. Aber Veränderung bedeutet auch Unsicherheit. Die neuen Wege, die man gehen will, sind ja nicht bekannt oder meistens nicht bekannt.“

Viele Menschen empfänden Unsicherheit als Bedrohung, der Unternehmer müsse sie als Herausforderung begreifen.
Der schönste Moment im Leben eines Unternehmers sei der Moment, in dem er spüre: Sein Projekt trifft auf Interesse.

Dr. Georg Kofler:
„Vergleichbar mit dem Abheben eines Flugzeuges: Es ruckelt noch, aber man spürt den Auftrieb und man fühlt, es könnte gehen. Beim Flugzeug wissen wir’s mittlerweile, ja aber wir bleiben jetzt in diesem Bild - diese Aufbruchstimmung und diese Unsicherheit, die langsam der Sicherheit weicht. Das – find‘ ich - ist der schönste Moment. Man fühlt sich frei und leicht, der Blick ist nur nach vorn gerichtet und die unbegrenzten Kräfte der Zuversicht, des Zukunftsglaubens tragen einen davon. In diesem Sinne, lieber Sepp, wünsche ich Dir und Deinen Mitarbeitern und Deiner Familie viele solcher Glücksmomente.“


Glücksmoment auch für die Firma LTN Servotechnik aus Otterfing, die bereits zu den Zulieferern der Airbus-Gruppe gehört. 200 Beschäftigte produzieren Schleifringe, Resolver und Encoder.

Ludwig Angerpointner, Geschäftsführer der LTN Servotechnik GmbH, Otterfing:
„Wenn man gute Leute an Bord hat, dann ist der Erfolg ganz einfach. Wenn ich jetzt hier stehe, dann stehe ich für meine Leute, für unsere Leute, und ich gebe gern daheim weiter, was mir heute passiert ist.“

Auch Ludwig Angerpointner hat seine Wurzeln in der Landwirtschaft:

„Und da hat mir einmal ein alter Bauer gesagt: Miasam muast sei. Jetzt sagt nicht jeder gleich, ja, das habe ich verstanden. Aber was heißt jetzt ‚miasam muast sei‘? Das heißt, dass man bisweilen ein bissl Effizienz zurückschrauben muss, damit man zum Ziel gelangt. Heißt für meinen Kollegen (Co-Geschäftsführer Andreas Hitzer) wie für mich auch: Wir sind uns für nichts zu schad. Wir verlangen nichts von unseren Mitarbeitern, was wir nicht selbst auch machen.“

Möglicherweise ein Erfolgsrezept im Wettbewerb um die raren Absolventen der sogenannten MINT-Studiengänge. Für deren Attraktivität müsse die Politik unbedingt mehr tun, so Angerpointners Laudator, der Rosenheimer Professor Rainer Hagl:

Prof. Dr.-Ing. Rainer Hagl, FH Rosenheim:
„Ein technisch-naturwissenschaftliches Studium gehört nicht gerade zum Modetrend, weil es einfach schwierig und anspruchsvoll ist.“

Godehart Gerling, go3innovation, Beratungsunternehmen für Innovation u. Produktentwicklung, Lehrbeauftragter an der FH Rosenheim:
„Als jemand, der sich nach einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Abitur ursprünglich für die Geisteswissenschaften entschieden hat, glaube ich, dass das sicher ein Stück weit auch damit zu tun hat, wie das in der Schule rübergebracht wird. Ich glaube, Naturwissenschaften und Informatik können so viel Spaß machen und so spannend sein, gerade in der Verbindung mit Robotik z.B., was ja hier in Miesbach mittlerweile auch zu Erfolgen führt, wie ich heute in der Zeitung lesen durfte. (Anmerk.: Miesbacher Merkur vom 10.6.2015: „Mit Roboter Charly auf Medaillenjagd“/ Teilnahme des Gymnasiums Miesbach an der Roboter-Olympiade WRO) Und ich glaube, da müssen wir einfach mehr tun, dass die Schüler diese Begeisterung wieder kriegen.“

Weitere Stimmen zum Wirtschaftsempfang 2015:

Jakob Eglseder, 1.Bürgermeister in Otterfing:
„Als Otterfinger Bürgermeister freue ich mich natürlich, wenn eine Otterfinger Firma gelobt wird, geehrt wird und einen Preis erhält.“

Christine Hitzer, Ehefrau des Preisträgers Andreas Hitzer (LTN) u, Anwältin:
„Mein Anteil an dem Erfolg? Ich bin ja Ehefrau. Es ist schon so, dass man manchmal auch verzichten muss, dass die Familie auch verzichten muss. Ist ganz klar, weil einfach Dinge in der Firma anstehen. Dass man aber auch zuhause zum Teil Dinge offen diskutieren kann. Das ist ein ganz schönes Miteinander.“

Peter Friedrich Sieben, Direktor Unternehmenskommunikation der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee:
„Ich nehme mit von diesem Abend, dass wir wirklich hier im Landkreis sehr gute Firmen haben, die nicht nur gute Produkte herstellen, sondern dass die Unternehmer – wie es verschiedene auch gesagt haben – wirklich begeistert sind von dem, was sie tun. Heute Abend hat man gesehen, dass diese Begeisterung auch überspringen kann, dass die anderen das auch merken, dass Unternehmen von ‚unternehmen‘ kommt und nicht von ‚abwarten‘. Und das finde ich ganz toll.“

Natalie Geisenberger, Doppel-Olympiasiegerin im Rennrodeln mit Wohnsitz in Miesbach:
„Den Airbus-Chef mal live zu sehen, ist natürlich etwas, was auch mir nicht jeden Tag passiert, hätte ich jetzt schon fast gesagt.“

Dr. Klaus Beckord, Patentanwaltskanzlei Beckord&Niedlich, Holzkirchen:
„Verdiente Preise für innovative Unternehmen. Und das Handwerk auf der anderen Seite fand ich sehr schön.“

Ingrid Wildemann-Dominguez, SMG-Regionalmanagerin, betreut u.a. das Thema ‚Talente u. Kompetenzen‘:
„Was mir persönlich besonders wichtig ist, ist der Ausbildungsaspekt, den die beiden Unternehmen, die wir heute hier ausgezeichnet haben, LTN und Eham, beide besonders hervorgehoben haben. Ich muss sagen, das freut mich ganz besonders.“

Bahar Edes, SMG, Eventmanagement:
„Wir freuen uns, dass das alles so gut geklappt hat, alles wie geplant. Vor allem freuen wir uns natürlich, dass alle Plätze voll besetzt waren.“

Walter de Alwis, Seehotel Schlierseer Hof, Schliersee:
„Es ist für uns auch ganz wichtig, ein bissl Kontakte zu schaffen. Und hier schafft man das mit Sicherheit.“

Elisabeth Dasch, 2.Bürgermeisterin in Holzkirchen:
„Mal wieder eine schöne Zusammenkunft im Landkreis von Unternehmern und Politikern. Und ich kann nur sagen, wir haben’s deutlich wahrgenommen, dass die Politiker sich zurücknehmen sollen und mehr die Unternehmer fragen sollen um ihren Rat.“

Ein Rat des Festredners Thomas Enders war dem Unternehmerverband im Landkreis besonders willkommen, lag er doch genau auf der Linie des UVM.

Klaus-Dieter Graf von Moltke, Vorsitzender des Unternehmerverbandes Landkreis Miesbach e.V. (UVM):
„Dass wir über den Tellerrand schauen müssen, dass wir das Thema Globalität wahrnehmen, aber auch wissen, dass wir als starke Region Teil einer solchen globalen Welt sind. Und deswegen war es uns auch ganz wichtig, mit Thomas Enders jemanden zu haben, der ein internationales Unternehmen repräsentiert, aber eben es auch als wichtig erachtet, an unserer Veranstaltung teilzunehmen und hier zu sprechen. Das ist eine Botschaft.“

Den Landkreis verlassen und sein Glück sonstwo suchen – oder hierbleiben?

Sebastian Röpfl, Schreinerei Josef Eham GmbH, Hausham:
„Ja klar, sowieso! Ich geh' nicht, nein, ich bleib' hier!“

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