(openPR) Hörfunkbeitrag „Scholl-Schwester in Ulm“ überzeugt Jury
Stuttgart/Ulm. Die Landesanstalt für Kommunikation (LFK) vergab am 8. Mai 2006 zum 15. Mal den baden-württembergischen Medienpreis für herausragende journalistische Leistungen der regionalen privaten Hörfunk- und Fernsehveranstalter. Der Ulmer Rundfunksender Donau 3 FM erhielt in der Hörfunk-Kategorie „Information“ diese hohe Auszeichnung. Für den Beitrag „Scholl-Schwester in Ulm“ nahm Radioreporterin Stefanie Müller gemeinsam mit Donau 3 FM-Geschäftsführer Carlheinz Gern im Apollo-Theater des Stuttgarter SI-Centers den mit 3000 Euro dotierten Medienpreis entgegen.
Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Apollo-Theater des SI-Centrum in Stuttgart überreichte ZDF-Moderator Ingo Nommsen gemeinsam mit Ministerpräsident Günther Oettinger am Montag (8.05) der überglücklichen Reporterin Stefanie Müller vom Ulmer Radiosender Donau 3 FM den Landesmedienpreis für ihren Hörfunkbeitrag „Scholl-Schwester in Ulm“.
Eine unabhängige Jury bewertete Müllers Hörfunkbeitrag der am 23. Februar 2005 über den Äther ging, als beste Reportage in der Kategorie „Information“.
Im ausgezeichneten Beitrag, der anlässlich der Filmpremiere des Kinofilms „Sophie Scholl-die letzten Tage“ und der gleichzeitigen Einweihung des Geschwister Scholl Hauses in Ulm entstand, erinnert sich Elisabeth Hartnagel-Scholl, Schwester von Hans und Sophie Scholl, an ihre Geschwister, die den Kampf gegen den Nationalsozialismus mit dem Leben bezahlt haben. Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl in München zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet, weil sie in sechs Flugblättern zum Sturz des NS-Regimes aufgerufen hatten. Während des Interviews in der ehemaligen Wohnung der Familie Scholl in der Ulmer Olgastraße 139 berichtet die 85-jährige Elisabeth Hartnagel Scholl der jungen Donau 3 FM-Reporterin merklich emotional gerührt, wie die Gestapo sich über die Tagebücher der Geschwister amüsiert hat. „Seither habe ich nie mehr ein Tagebuch geschrieben“, sagt sie.
Beispielhaftes journalistisches Handwerk, die umfassende, verständliche und zielgruppengerechte Ansprache sowie die aktuelle Aufarbeitung des Themas bewerteten die Juroren als vorbildlich: „ Der Beitrag bleibt angenehm sachlich und berührt den Hörer dennoch tief. Dies gelingt durch die sehr gute Interviewführung und die entsprechende Auswahl der O-Töne. Sehr gut gelingt auch der Bezug zum parallel laufenden Kinofilm. Insgesamt ein Beitrag, der es hervorragend versteht den regionalen Bezug mit dem historischen Geschehen sowie den Filmstart zu verbinden“, heißt es in der Laudatio.
Die aus Bad Saulgau stammende Hörfunkreporterin Stefanie Müller, die ihre Karriere als Volontärin mit dem Sendestart des Ulmer Hörfunksender Donau 3 FM, der zu Hubert Burda Media und Studio Gong gehört, im Jahre 2003 begann und seit Oktober 2004 an der Berufsakademie Ravensburg Kommunikationswirtschaft mit Schwerpunkt Journalismus studiert, konnte es kaum fassen als die freudige Nachricht verkündet wurde. „Das ist doch alles ein Traum- oder ?“, so die Preisträgerin.
Donau 3 FM- Geschäftsführer Carlheinz Gern, freut sich für das Team, die Journalistin Stefanie Müller und für die Gattung "Lokalradio", die damit bewiesen hat, „dass man mit anspruchsvollen Beiträgen als Programmanbieter Erfolg haben kann“.
Info:
Bis zum 2. Dezember 2005 konnten sich feste und freie Mitarbeiter, sowie Volontäre und Videojournalisten der in Baden-Württemberg lizenzierten privaten kommerziellen und nichtkommerziellen Rundfunkveranstalter, freie Produzenten und Autoren sowie Auszubildende bei den Lernradios, Hochschulen und sonstigen Ausbildungseinrichtungen in elf Kategorien bewerben. Für den Medienpreis 2006 wurden im Bereich Hörfunk sechs Kategorien und im Bereich Fernsehen fünf Kategorien ausgeschrieben. Die jeweils besten Beiträge erhielten eine Skulptur, eine Urkunde und einen Geldpreis in Höhe von jeweils bis zu Euro 3.000. Es konnten Wettbewerbsbeiträge in jeder Darstellungsform, also Sendungen, Aktionen (z.B. des Moderators), Kampagnen, Nachrichten, Features und Reportagen eingereicht werden. Insgesamt bewarben sich für den "LFK-Medienpreis" 164 Beiträge davon 104 Beiträge für den Bereich Hörfunk und 60 Beiträge für den Bereich Fernsehen.
Der LFK-Medienpreis ist mit insgesamt 37.000 Euro dotiert
Die Jurymitglieder:
Stephan Braun MdL, Medienrat der LFK
Rainer M. Cabanis, coram publico, Hamburg
Mel Camelly, camelly & eggensperger, Hamburg
Alice Häuser, AH-TV Film- und Fernsehproduktion, Köln
Arno Müller, Programmdirektor 104,6 RTL, Berlin
Ina Rumpf, rumpfprogramm.com, Medienberatung, Köln
Professor Dr. Peter Schiwy, Rechtsanwalt, Berlin
Jochen Trus, Programmleiter 105`5 Spreeradio, Berlin
Ulrike Wolf, Direktorin des Landesfunkhauses Sachsen MDR, Dresden
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