(openPR) - Das Modelabel Michaela Bernhard Modedesign über die Konstruktion und Herstellung der Blusenkollektion mit Herz
- Nähtipps & Tricks vom Designer
München, Deutschland – 01.07.2015 – Michaela Bernhard Modedesign (MMM), das Münchner Modelabel für Damenmode, integriert das Herz in die Bluse. Ein technisch anspruchsvolles Detail mit bezauberndem Charme. Die Designerin erklärt, wie die Kollektion konstruiert wurde und gibt wertvolle Tipps für DIY-Fans und Selbermacher.
Wie also kommt das Herz in die Bluse? - Technische Tipps zur Schnittmustergestaltung
Das Herz-Detail der aktuellen Blusenkollektion wurde nicht appliziert, sondern exakt passend mit einer Naht in das Vorderteil der Blusen eingefügt. Hierfür ist eine Anpassung des Schnittmusters erforderlich. Dies funktioniert wie folgt.
Zur Integration einer Form (in diesem Fall ist es ein Herz) ist es notwendig, dass das zugrundeliegende Schnittmuster über (Brust-)Abnäher verfügt. Diese müssen im Schnittmuster geschlossen werden, um dem Kleidungsstück einerseits seine Passform zu verleihen, die Arbeitsschritte zu reduzieren und um andererseits klare Linien zu gewährleisten.
Das Herz auf das Schnittmuster des Vorderteils in gewünschter Position aufzeichnen, dabei darauf achten, dass die Brustabnäher an die Kante des Herzens angrenzen, diese können gegebenenfalls auch ein paar Zentimeter gekürzt werden, falls zu lang. Entlang dieser Linie im Abstand von ca. 5 – 10cm Markierungen anbringen. Diese müssen beim Einnähen des Herzens genau aufeinandertreffen.
Das Herz kopieren und mit einer 0,5 cm breiten Nahtzugabe versehen, ausschneiden und Markierungen ausstanzen.
Nun zurück zum Schnittmuster der Bluse. Jetzt muss entschieden werden, wo die Naht platziert werden soll, die entsteht, nachdem die Brustabnäher geschlossen wurden. Im Fall der Herzblusen-Kollektion ist es die vordere Mittelnaht (= von der unteren Spitze des Herzens bis zur Saumkante). Die Naht auf das Schnittmuster aufzeichnen, einschneiden und die beiden Brustabnäher mit Klebeband schließen. Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen der geraden eben festgelegten vorderen Mittelnaht.
Nun das Schnittmuster der manipulierten Vorderseite nochmals kopieren und mit Nahtzugabe versehen. Die Herz(innen)kante benötigt eine Nahtzugabe von 0,5 cm, damit das Herz wieder exakt passend in die entstandene (Herz-)Lücke eingenäht werden kann. Die Markierungen passend zur Herzform in die Nahtzugabe des Vorderteils übertragen und ausstanzen.
Versäubern der Kanten
Aufgrund der schmalen Nahtzugabe das aus Stoff zugeschnittene Herz nur mit einem schmalen Rollsaum (3-fädige Overlock-Naht oder schmalem Zickzackstich) versäubern. Die Herzinnenkante der Bluse muss nicht versäubert werden. Dies geschieht durch eine schmale Steppnaht entlang der Nahtkante des fertig eingesetzten Herzens.
Nähtipps für’s Herz!
Die untere Mittelnaht mit relativ kurzer Stichlänge schließen, jedoch unterhalb der Nahtzugabe des Herzens die Naht beenden. Das Herz von der oberen Mitte beginnend bis zur unteren Spitze einnähen, dabei die Naht exakt am letzten Stich der Naht der vorderen Mittelnaht beenden.
Die Arbeit wenden und die andere Hälfte des Herzens entsprechend gegengleich einnähen. Dabei darauf achten, dass die Markierungen steht’s genau aufeinander treffen, um ein „verzerren“ des Herzens zu vermeiden. Es soll nach Fertigstellung schön flach liegen.
Die Blusenkollektion mit Herz ist derzeit in vier unterschiedlichen Varianten, jeweils in begrenzter Stückzahl, im Online-Shop erhältlich. Die DIY-Herzschablone steht als kostenloser Download zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihren Besuch!











