(openPR) Kempten/Allgäu. Das Allgäu ist während der Fastenzeit eine Hochburg der Bockbier-Anstiche. Starkbier mit hohem Stammwürze- und mehr als 6,5 % Alkoholgehalt während der abstinenten Zeit – passt das zusammen? Ja durchaus, wenn man die Geschichte dahinter kennt. Nicole Miltenberger von WeiBie Depot, dem Onlineportal für Pfälzer Weine und Allgäuer Biere, stattete den Expertinnen Stephanie und Kathrin Meyer von der Brau-Manufactur Allgaeu einen Besuch ab und befragte sie zur Bockbierzeit.
Stephanie berichtet von Mönchen, die aufgrund ihrer hohen Bildung früh Braurezepte weiterentwickelten und schriftlich festhielten. Während der enthaltsamen Fastenzeit kompensierten die Mönche den Verzicht an festen Mahlzeiten mit gehaltvollen Getränken – getreu dem Motto „Flüssiges bricht Fasten nicht“. Bockbier wurde deshalb aufgrund seiner in jeglicher Hinsicht gehaltvollen Starkbier-Eigenschaften in der Fastenzeit ganz besonders gern in den Klöstern gebraut und getrunken.
Stephanie Meyer weiß auch um die Legende der päpstlichen Erlaubnis des Bockbier-Genusses in der Fastenzeit: Die Mönche füllten für ihr Oberhaupt eine Probe ab und schickten das Fass zur Genehmigung nach Rom. Kräftiges Rütteln auf den damals schlechten Transportwegen, die hohen Temperaturschwankungen während des Transports sowie die starke Sonneneinstrahlung im Süden führten dazu, dass das Bockbier sauer am Ziel ankam. Der Papst soll den Geschichten nach davon probiert und es furchtbar gefunden haben, woraufhin er den sich selbstkasteienden Mönchen, die dieses Bier bekömmlich hießen, die Erlaubnis erteilte, Bockbier auch während der Fastenzeit zu brauen und zu verzehren.
Die Etiketten der Bockbiere der WeiBie Depot-Partnerbrauereien Schäffler (Weißer Bock), Der Hirschbräu (Doppel-Hirsch Hell) und Härle (Härle’s Böckle) zieren Ziegen- oder Hirschböcke, während bei den Etiketten der Privatbrauerei Zötler (St. Stephansbock) und der Brau-Manufactur Allgäu (Nesselwanger Bock) keine Hinweise auf Böcke jeglicher Art zu finden sind. Braumeisterin Stephanie Meyer erklärt im Gespräch, dass es sich bei den für das Design verwendeten Böcken lediglich um ein visuelles Stilmittel zur Wiedererkennbarkeit handele, aber nichts mit dem Bockbier an sich oder seiner Herkunft zu tun habe. „Denn der Titel „Bock“ stammt namentlich von der Stadt Einbeck nahe Hannover ab“, so Meyer. Die Herzöge von Bayern importierten lange Jahre das Bier aus dem Norden, bis es Herzog Wilhelm V. zu teuer wurde und er das Hofbräuhaus in München beauftragte, ein Bier nach Einbecker Art zu brauen. Das war aber erst von geschmacklichem Erfolg gekrönt, nachdem die Münchner auch den dazugehörigen Einbecker Braumeister mit „importierten“. Aus „Einbecker Art“ entwickelte sich in München „Ainpöck“ und später das uns heute bekannte „Bockbier“ oder noch moderner ausgedrückt, das “Starkbier”.













