(openPR) In Wirges (Westerwald) wird das nächste Hallenbad geschlossen. Wie so oft, fällt diese öffentliche Einrichtung dem Rotstift zum Opfer. Die Leidtragenden bei Bäderschließungen sind neben der DLRG und Schwimmsportvereinen aber vor allem Kinder und Jugendlichen, sowie die Bevölkerung allgemein. Ohne Schwimmbad fehlt ein Breitensportangebot, das bis in hohe Alter nutzbar ist. Fatal sind auch die Folgen für die Schwimmausbildung!
Rheinland-Pfalz ist ein Land mit sehr vielen Gewässern und damit auch Bademöglichkeiten. Ob es die Ufer von Rhein und Mosel sind, oder zahl¬reiche Bagger- oder Stauseen. Im Sommer verbringen die Menschen ihre Freizeitzeit an solchen Gewässern. Wichtigster Garant für die Sicherheit ist dabei eine gute Schwimmausbildung. Welche fatalen Folgen ein Unfall mit einem Nichtschwimmer haben kann, lesen wir Jahr für Jahr vielfach in den Medien! Ein guter Schwimmer kommt beim Baden nicht so schnell in Gefahr, wie ein Nichtschwimmer. Aber wo sollen Kinder schwimmen lernen, wenn immer mehr Hallen- und Freibäder geschlossen werden?
Achim Haag, Präsident des DLRG Landesverbandes Rheinland-Pfalz er¬klärt zur aktuellen Situation: „Schwimmen lernen zählt zu den elemen¬tarsten Kenntnissen die in frühester Jugend erworben werden müssen. Die Alternative „austrinken“ oder „schwimmen“ existiert nicht wirklich. Um unseren Kindern schwimmen zu lehren, brauchen wir Schwimmbäder die es ermöglichen, auch längere Strecken zu schwimmen und in größere Tiefen abzutauchen. Jedes Bad, das schließt, vermindert die Chance un¬serer Jugend im Alter sicher mit dem nassen Element umgehen zu kön¬nen. Dies sollte bei allem Kostendruck nicht vergessen werden!“
Weitere Leidtragende sind zum einen Familien und Jugendliche, die gerne Schwimmbäder in der Freizeit nutzen. Zum anderen auch zahlreiche Se¬nioren und behinderte Menschen, denn schwimmen ist ein Sport, den man auch im hohen Alten oder mit körperlichen Gebrechen noch sehr gut ausüben kann, um sich fit und gesund zu halten. Doch sowohl Senioren als auch Behinderte können keine unzumutbar weiten Anreisen in Kauf neh¬men und sind auf Schwimmbäder in der Nähe angewiesen. Hallen- und Freibäder stellen damit auch ein wichtiges Breitensportangebot dar, das jedermann nutzen kann, ohne dafür erst einem Verein beitreten zu müssen, um eine Sportstätte wie einen Sportplatz oder eine Turnhalle nutzen zu dürfen und dafür auf feste Trainingszeiten angewiesen zu sein. Doch ohne Schwimmbäder wird der Bevölkerung diese Breitensportmöglichkeit geraubt. Damit sinkt der Freizeit- und Wohnwert einer Region und die Le¬bensqualität schwindet wieder ein Stück.
Schlimm sind natürlich auch die Folgen für Vereine, die Wassersport betreiben und auf die Nutzung von Schwimmbädern angewiesen sind. Die DLRG bringt vielen Kindern das Schwimmen bei. Und die DLRG bildet alljährlich zahlreiche, in der weltweit größten Wasserrettungsorganisation ehrenamtlich engagierte Menschen zu gut ausgebildeten und trainierten Rettungsschwimmern aus. Rettungsschwimmer, die dann an Badestellen für Sicherheit sorgen, bei Veranstaltungen im und am Wasser Wachdienst machen. Hoch qualifizierte Einsatzkräfte, die in Hochwassersituationen ebenso zur Verfügung stehen, wie bei Unfällen auf Gewässern. Aber die DLRG schult auch kompetente Ausbilder und Trainier, die dann wieder in Schwimmbädern anderen Menschen das Schwimmen beibringen und so schon präventiv zur Sicherheit beitragen. Kein Baum kann ohne Wurzeln wachsen und gedeihen. Die Wurzeln der DLRG findet man in den Schwimmbädern. In Wirges werden diese Wurzeln jetzt, wie anderenorts schon zuvor, gekappt!
DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Medienbeauftragter









