(openPR) Die tollen Tage stehen wieder bevor. Und während das Rheinland Kopf steht, schaut der Rest der Republik zwar fasziniert, aber auch verständnislos dem Treiben der Narren und Närrinnen zu. Was haben die Rheinländer also, was die anderen nicht haben? Vielleicht kann das soeben erschienene Buch von Vera Zingsem das Geheimnis lüften. Unter dem Titel „Die Kölsche Göttin und ihr Karneval – Über die Ursprünge des Rheinischen Karnevals" geht sie dem Phänomen „Karneval" auf den Grund – und findet eine uralte, reiche Tradition vor, die ihre Wurzeln in Ägypten hat und von den Römern in das Rheinland getragen wurde.
„Lebe wohl, Fleisch"?
Wir sind es gewohnt, das Wort „Karneval“ aus dem Lateinischen „carne vale“ herzuleiten und mit „Lebe wohl, Fleisch“ zu übersetzen. Für die Autorin ist dies wenig überzeugend und sie präsentiert uns eine bestechende Alternative: „car-navalis“, das „Wagenschiff" – ein Schiff (navalis), das mit dem „carrus“ über Land gezogen werden konnte. Im carnavalis fuhren so bekannte Göttinnen wie Isis, Venus und Holle, ebenso Bacchus oder Mars – Gottheiten von ganz verschiedener Herkunft. Sie brachten Wein, Liebe, Musik und Tanz: alles, was wir bis heute am Karneval lieben!
Die Kölner und ihre Göttin
Die Römer brachten bekanntlich nicht nur ihre Soldaten mit nach Colonia Agrippina, sondern ihre ganze Kultur, wozu natürlich auch die Religion gehörte. So errichtete man in Köln große Heiligtümer für Kybele und Isis, Jupiter und Dionysos. Deren Zeugnisse kann man heute übrigens im Römisch-Germanischen Museum bewundern.
Eine besondere Stellung nahm die große Univeral-Göttin Isis ein. Ihr zu Ehren wurde nachweislich der erste „Karneval“ der Geschichte zelebriert: Mit Maskenumzug, Musik und jeder Menge Frohsinn feierte man bereits im Alten Ägypten alljährlich am 5. März das „Fest der Schifffahrt der Isis". So kam der Karneval über Ägypten, Griechenland und schließlich Rom bis an den Rhein, wo er im Laufe der Zeit auch germanische und christliche Elemente aufnahm.
Karneval kosmopolitisch
Im Kölschen Karneval ist sozusagen die ganze Welt zu Hause. Wenn also eine Tradition mit Fug und Recht den Titel „Immaterielles Weltkulturerbe" verdient, dann sicher der Kölner Karneval, dessen Wurzeln geschätzte 2500 Jahre in die Zeit zurückreichen dürften. Oft verwandelt und dennoch niemals aufgegeben, wie ein Fluss, der auf seinem Weg ins Meer immer breiter wird, so kann er heute stolz auf eine wahrhaft kosmopolitische Tradition zurückblicken, die nicht zuletzt für Solidarität und Integration einsteht.













