(openPR) Berlin, 11.12.2014 – Im Rahmen des Kurses „Präventive Diagnostik“ unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Manfred Dingerkus besuchten die Masterstudenten in der zweiten Präsenzveranstaltung die „Praxis für ganzheitliche Orthopädie und Unfallchirurgie“ im Herzen Berlins. Sie konnten so, ergänzend zum semivirtuellen Studium, wertvolle praktische Erfahrungswerte in puncto präventiver und rehabilitativer Diagnostikverfahren sammeln.
Begrüßt wurde die Studentengruppe vor Ort durch Priv. Doz. Dr. med. Oliver Miltner, der eine Einführung in Struktur und Grundphilosophie der Einrichtung gab. So erstreckt sich das Leistungsspektrum von „DocOrtho“, von diagnostischen Verfah-ren über operative Eingriffe bis hin zu betreuter konservativer Therapie. All dies wird in einer Institution angeboten, wodurch die hohe Qualität in der Betreuungsleistung gewährleistet wird.
Im weiteren Verlauf der Exkursion gab Diplomsportwissenschaftler Frank Kre-tzschmar den Masterstudierenden eine Einführung in die diagnostischen Mög-lichkeiten der Isokinetik, in Kombination mit der Elektromyographie (EMG). Durch die isolierte Beanspruchung separater Muskelgruppen in der Isokinetik können beispielsweise mit Hilfe der quantitativen Messung von Drehmomenten und unter qualitativer Betrachtung der Faserrekrutierung in der entsprechenden Muskelpartie, Erkenntnisse über die messbaren Erregungspotentiale gewonnen werden. Exemplarisch werden so Aufschlüsse hinsichtlich muskulärer Dysbalancen zwischen Ago- und Antagonisten sowie über den Erfolg bisheriger rehabilitativer Maßnahmen (z.B. nach einem chirurgischen Kreuzbandeingriff) gewonnen.
Den Studierenden wurde außerdem eine neuentwickelte Apparatur vorgeführt, wel-che sowohl Diagnostik, als auch sportartspezifische Trainingstherapie, ausgerichtet an der physikalischen Größe der Arbeit, nicht der Kraft, ermöglicht. Ihnen wurden Einblicke in die Dimensionen des technischen Fortschritts im rehabilitativen Training und die Möglichkeit zur kritischen Hinterfragung der Vor- und Nachteile derartiger Neuentwicklungen geboten. Die Vorzüge einer sauberen Differenzierung in Diagnos-tik und Trainingssteuerung stehen nicht selten Fragen der Praxisnähe und der Wirt-schaftlichkeit gegenüber, womit unseren Studenten der Facettenreichtum zu beden-kender Aspekte durch Herrn Kretzschmar anschaulich und plausibel nähergebracht wurde.
Ein abschließendes Highlight bot die Physiotherapeutin und Sportwissenschaftlerin Kathrin Wagner, die den Studierenden von Herrn Prof. Dr. Dingerkus Live-Einblicke in die Durchführung und Auswertung einer videogestützten Laufband-Analyse präsentierte. Mit Hilfe zweier, über Lichtschranken korrespondierender Messbalken an den Seiten des Laufbandes, gepaart mit Videoaufnahmen aus frontaler und sagittaler Perspektive, können Funktionsstörungen, Schonhaltungen und daraus resultierende Ausgleichsreaktionen im Bewegungsmuster analysiert werden. Ein eigens entwickelter Fragebogen unterstützt diese Veranschaulichung, sodass motivatorische Impulse hinsichtlich der Zweckmäßigkeit und Erfolgsaussicht rehabilitativer Diagnostik als folgerichtige Konsequenz der Maßnahmen erscheinen.
Diese Erfahrungen und Eindrücke wurden anschließend im Rahmen des Seminars weiter diskutiert. An dieser Stelle möchten sich die Studierenden sowie die H:G Hochschule herzlich bei der Gemeinschaftspraxis „DocOrtho“ und dem Team um Herrn Dr. med. Milbert, Dipl. Sportw. Kretzschmar und Dipl. Sportw. Wagner für die freundliche und zuvorkommende Betreuung und die faszinierenden Einblicke in die „Praxis in einer Praxis“ bedanken.








