(openPR) Die Delphi Corporation erläutert Strategie zur Beendigung des Chapter 11-Verfahrens bis 2007
Verhandlungen mit US-Gewerkschaften und General Motors werden fortgesetzt
"Doppelstrategie" zur Aufhebung der Tarifverträge und unprofitabler Verträge mit GM
Kerngeschäfte bleiben erhalten, geografische Ausdehnung wird modifiziert
Nicht-Kerngeschäfte werden bis 2008 verkauft oder geschlossen Angestelltenzahl des Unternehmens wird durch Umstrukturierungen und Kostenreduktion um 25% verringert
Pensionsvereinbarungen bleiben erhalten, werden aber bis Ende 2006 eingefroren Delphi wird wettbewerbsfähige Sozialleistungen für Arbeitnehmer schaffen und Lösung für Pensionsfonds suchen
Die Delphi Corporation gab heute bekannt, mit welcher Strategie das Unternehmen das Chapter 11-Verfahren, in dem sich das Unternehmen und 41 seiner US-Tochtergesellschaften befinden, bis zur Jahresmitte 2007 abschließen und durch eine weltweit angelegte Umstrukturierung wieder zu stabilem, profitablem Geschäftsbetrieb zurückkehren will. Der Umstrukturierungsplan zielt darauf ab, das Unternehmen wieder im globalen Maßstab wettbewerbsfähig zu machen.
Wir sind auf Delphis Zukunft konzentriert", sagte der Delphi-Chairman und CEO Robert S. "Steve" Miller. "Um das Chapter 11-Verfahren abschließen zu können, müssen wir schwierige, aber notwendige Entscheidungen treffen. Um die Umstrukturierung abzuschließen, müssen wir uns auf fünf Schlüsselfragen konzentrieren. Erstens müssen wir unsere Tarifverträge ändern, um wieder wettbewerbsfähige Bedingungen für unsere weitere Geschäftsentwicklung zu bekommen. Zweitens müssen wir unsere Verhandlungen mit General Motors abschließen. Wir brauchen die finanzielle Unterstützung von GM für die ererbten Arbeitskosten, die wir derzeit noch tragen, und für die Fortsetzung unseres Geschäftsbetriebs. Drittens müssen wir unser Produktportfolio optimieren, um unsere Spitzentechnologie und unsere Marktstärke ausnutzen zu können und unsere Produktionskapazitäten entsprechend anpassen. Viertens müssen wir auch die Belegschaft in der Verwaltung modifizieren um sicherzustellen, dass unsere Organisationsstrukturen und unsere Kosten wettbewerbsfähig sind und zu unserem Produktportfolio und unserer geografischen Struktur passen. Und fünftens müssen wir eine tragfähige Lösung für die Frage der Pensionen finden, die entweder in einer Streckung der Zahlungen oder einer alternativen Lösung besteht. Wir sind uns bewusst, welche Auswirkungen dieses Vorhaben auf wichtige Interessengruppen wie unsere Mitarbeiter und Standortgemeinden haben wird, aber am Ende werden die Maßnahmen zu einem stabileren Unternehmen mit großen zukünftigen Wachstumschancen auf den Weltmärkten führen."
Anträge beim Insolvenzgericht unterstreichen Entschlossenheit, zur Wettbewerbsfähigkeit zurückzukehren
Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften und GM, insbesondere über die US-Sozialpläne, sind in jüngster Zeit zwar vorangekommen, aber die drei Parteien haben noch keine einvernehmliche Lösung gefunden. Daher wird Delphi heute im Laufe des Tages zwei Anträge stellen: Die Anträge nach den Paragraphen 1113 und 1114 des US-Insolvenzgesetzes zur gerichtlichen Annullierung der US-Tarifverträge mit zehn Tagen Kündigungsfrist gegenüber den Gewerkschaften und zur Modifikation der Sozialleistungen für die Pensionäre, und den ursprünglichen Antrag zur Annullierung unprofitabler Zulieferverträge mit GM. Die Anträge stehen im Einklang mit dem Zeitplan, den das Insolvenzgericht am 17. Februar 2006 veröffentlicht hat.
Eine Anhörung zu den Paragraphen 1113 und 1114 ist für den 9. und 10. Mai terminiert. Das Gericht hat (abweichend von der im US-Insolvenzrecht vorgesehenen 14-Tage-Frist) eine Zeitspanne von fünf Wochen zwischen der Antragstellung und der Anhörung eingeräumt, damit Delphi und die Gewerkschaften ihre Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung bis zur Anhörung fortsetzen können. Das Gericht hat die Parteien angewiesen, unverzüglich die Verhandlungen fortzusetzen, um die Problematik zu lösen.
"Die Fortschritte, die die Gespräche bisher gemacht haben, sind sehr ermutigend", erklärte Miller. "Die vorgeschlagenen Sozialpläne federn negative finanzielle Auswirkungen auf unsere Arbeiter ab. Der Sozialplan bietet Gelegenheiten zur Verrentung, zum Teil mit finanziellen Anreizen, und bietet 5.000 in der UAW organisierten Arbeitern die Möglichkeit, bei GM zu arbeiten. In unserem Vorschlag haben wir angeboten - abhängig von der Umsetzung unseres Umstrukturierungsplans und der Unterstützung durch GM - an Arbeitnehmer, für die eine Pensionierung nicht möglich ist, Abfindungen von 140.000 US-$ (bei zehn Jahren Betriebszugehörigkeit) bzw. 70.000 US-$ (für Mitarbeiter mit kürzerer Betriebszugehörigkeit) zu zahlen. Ferner haben wir unser Angebot für den Stundenlohn der Arbeiter auf 22 US-$ pro Stunde bis 3. September 2007 erhöht (nach 12,50 US-$ in unserem Angebot von letztem Herbst). Nach jetzigem Stand würde der Lohn auf 16,50 US-$ pro Stunde für die Arbeitnehmer reduziert, aber sie würden eine Ausgleichszahlung in Höhe von 50.000 US-$ zur Abfederung der Lohneinbußen erhalten. Die Anträge vor Gericht sind unvermeidliche Schritte, um zukünftige, eventuell erforderliche Maßnahmen zu ermöglichen. Aber wir sind dennoch ernsthaft bemüht, eine Einigung mit den Gewerkschaften und GM zu erzielen, bevor eine Anhörung vor Gericht erforderlich wird."
Mit Blick auf die unprofitablen Zulieferverträge zwischen Delphi und GM kommentierte Miller: "GM muss einen größeren Teil der Herstellungskosten tragen für Produkte, die wir an GM liefern und die mit den hohen, ererbten Arbeitskosten belastet sind. Es kann nicht sein, dass wir weiter Produkte mit Verlust verkaufen." Das Unternehmen stellte fest, dass die im ersten Auflösungsantrag benannten Verträge zehn Prozent der GM-Verträge laut Liste vom 20. Januar 2006 und etwa die Hälfte des jährlichen Abnahmevolumens von GM in Nordamerika betreffen. Delphi erwartet, dass dieser Antrag in der Anhörung vom 12. Mai gehört wird, die mit einer Frist von 42 Tagen einberufen wurde (statt der 20 Tage laut Prozessordnung des Gerichts), um die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen GM und Delphi zu erleichtern. Das Unternehmen erklärte ferner, dass man heute einen Brief an General Motors gesandt habe, um die Konditionen von mehr als 400 Verträgen zu ändern, die zwischen 1. Oktober 2005 und 31. März 2006 ausgelaufen sind. Das Unternehmen legte dar, dass die Änderung der Konditionen von ausgelaufenen Verträgen nicht der Zustimmung des Insolvenzgerichts bedarf. Delphi versicherte GM ferner, dass Delphi die Zwischenvertragsbedingungen, nach denen Delphi die Teileversorgung für GM nach Ablauf der eigentlichen Verträge sicherstellt, nicht einseitig verändern oder vor dem 12. Mai Auflösungsanträge für diese Verträge vor Gericht stellen werde, solange GM keine anderen Lieferquellen suchen oder anderweitige feindselige Aktivitäten gegen Delphi unternehmen werde.
Miller betonte: "Unsere Botschaft an unsere Arbeiter und an GM ist klar: "Delphi ist nach wie vor fest entschlossen, eine einvernehmliche Lösung für unsere Probleme zu finden und wird weiter mit Gewerkschaften und GM versuchen, unsere US-Aktivitäten wieder wettbewerbsfähig zu machen. Selbst wenn es erforderlich werden sollte, die Anhörungen zu den heute gestellten Anträgen durchzuführen und dem Unternehmen die entsprechenden Erleichterungen genehmigt werden, wird Delphi sie nicht sofort in die Tat umsetzen. Wir wollen mit den Gewerkschaften und GM kooperieren, aber am Ende des Tages muss Delphi auf dem Weltmarkt wieder wettbewerbsfähig sein."
"Unsere treuhänderische Pflicht als Management-Team und Vorstand ist es, den Unternehmenswert zu schützen. Wir müssen die notwendigen Schritte tun, um Verluste zu stoppen, die weiterhin in untragbarem Maße auflaufen, und wir müssen unser Geschäft umstrukturieren. Die heutigen Anträge sind erforderlich, um das Unternehmen zu schützen, aber wir haben dennoch den Verhandlungstisch nicht verlassen. Wir haben in den vergangenen Wochen deutliche Fortschritte gemacht, und wir werden bis zum Ende dabeibleiben", erklärte Miller. Das Unternehmen betonte, dass man - wie bisher - Inhalt und Verlauf der Verhandlungen mit GM und den Gewerkschaften nicht öffentlich kommentieren werde.
Wachstum und überlegene Technologie als Grundlage des zukünftigen Produktportfolio
Zusätzlich zur Verbesserung der Effizienz und zur Reduktion der Gesamtkosten plant Delphi die Fokussierung des Produktportfolios auf jene Kerntechnologien, in denen Delphi signifikante technologische und Wettbewerbsvorteile hat, und die die größten Chancen für mehr Wachstum und Profitabilität bieten. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Änderungen im Produktportfolio keine wesentlichen Auswirkungen auf das unabhängige Nachrüstgeschäft oder das Angebot an Unterhaltungselektronik haben werden. Delphi wird auch künftig überlegene Technik und Qualitäts-OE-Teile und Service bieten. Ferner schließt Delphi Auswirkungen auf die Geschäftsfelder Medizintechnik, Nutzfahrzeuge und andere benachbarte Felder aus.
Rodney O’Neal, Präsident und COO, erklärte, Delphi werde seine Organisationsstruktur auf die folgenden strategischen Produktlinien fokussieren:
· Steuerung und Sicherheit (Diebstahlschutz, Mechatronik, motorgetriebene Produkte und Displays)
· Elektrische/Elektronische Architekturen (Elektrische/Elektronische Verteilersysteme, Verbindungssysteme und Elektrik)
· Unterhaltung und Kommunikation (Radio, Navigation und Telematik)
· Antriebsstrang (Motorsteuerungssysteme für Otto- und Dieselmotoren)
· Sicherheit (Insassenschutz und Sicherheitselektronik)
· Thermische Systeme (Klimasteuerung und Motorkühlung)
O’Neal stellte fest, dass Delphi seine technologische Stärke in diesen Geschäftsfeldern am besten ausspielen kann, um seine Kunden in den Bereichen Automotive, Zubehörmarkt, Unterhaltungselektronik und benachbarte Märkte wie Nutzfahrzeuge, Medizintechnik, Computer und Peripheriegeräte, Rüstung, Luft- und Raumfahrt, Telekommunikation, Handel, und Automobilkomponenten bestmögliche Unterstützung und Produktdifferenzierung zu bieten.
Im Rahmen ihres Umstrukturierungsplans hat Delphi die folgenden US-Produktionsstätten als seine Kern-Stätten für den Automotive-Bereich identifiziert:
· Brookhaven, Mississippi
· Clinton, Mississippi
· Grand Rapids, Michigan
· Kokomo, Indiana
· Lockport, New York
· Rochester, New York
· Warren, Ohio
· Vandalia, Ohio
Um profitabel und wettbewerbsfähig zu werden, müssen diese Standorte ihre Produktivität steigern, ihre Produktion umstrukturieren und Mitarbeiter abbauen.
"Wir werden Kapital und Ressourcen in ein konzentriertes Produktportfolio umlenken, insbesondere dorthin, wo unsere Kunden Technologien verlangen, mit denen sich ihre Produkte von der Konkurrenz absetzen können," sagte O’Neal, "Wir werden uns stärker auf Produkte mit höheren Anteilen von Elektronik, Präzisionsfertigung und komplexe, vollständige Systeme für unsere breite Kundenbasis fokussieren."
Delphi wird auch künftig großes Gewicht auf Technologieentwicklung legen und plant, über sieben Prozent des Jahresumsatzes für die Entwicklung zukünftiger Produkte für diese und benachbarte Wachstumsmärkte auszugeben. O’Neal erklärte: "Der Schlüssel für unsere Kundenlösungen ist Stabilität. So, wie wir während des Chapter 11-Verfahrens unsere Kunden weiter unterstützt haben, werden wir dafür arbeiten, dass auch das Umstrukturierungsverfahren nahtlos und transparent abläuft." O’Neal betonte auch, dass die verbliebenen Betriebsstätten des Unternehmens signifikanten Veränderungen unterworfen werden müssten, darunter der Abbau von unterstützenden Prozessen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, die Einführung von produktiveren Fertigungsverfahren, Unterlieferanten und andere Initiativen, die mehr Profitabilität und künftigen Erfolg sicherstellen sollen.
Nicht-Kernprodukte und -betriebsstätten
O’Neal identifizierte auch die Produktlinien, die nicht in die strategische Zukunftsplanung des Unternehmens gehören und erklärte, Delphi werde diese Produktlinien verkaufen oder abwickeln. Er betonte, dass alle Verkaufs- oder Schließungsaktivitäten immer in Abstimmung mit den Kunden, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen durchgeführt werden, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Er betonte ferner, dass alle Dispositionen hinsichtlich der US-Aktivitäten in Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorgaben des US-Insolvenzgerichtes getroffen würden. Das Unternehmen wird auch Beratungen mit den europäischen Betriebsräten in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen beginnen.
"Zu den Produktlinien, die nicht zum Kerngeschäft gehören, zählen Bremssysteme und Chassis, Katalysatoren, Cockpits und Instrumente, Türmodule und Verriegelungssysteme, Fahrdynamik, Lenkung und Radaufhängung. Wir sind davon überzeugt, dass viele dieser Bereiche unter einem neuen Eigentümer, der Kapital und Ressourcen investiert, Erfolgspotenzial haben werden", sagte O’Neal. Um die geografische Verteilung der Produktionsstätten mit den Kerngeschäften und der Umstrukturierung in Einklang zu bringen, wird Delphi nach und nach als Teil des Umstrukturierungsplans ein Drittel seiner weltweiten Produktionsstätten verkaufen oder abwickeln.
Unabhängig davon fügte O’Neal hinzu, dass der Bereich Delphi Steering (Lenksysteme) über solide Technologie und eine breit gestreute Kundenbasis verfüge. Delphi sieht Lenksysteme als strategischen Geschäftsbereich, wird aber die Möglichkeiten zu einem eventuellen Verkauf oder Kooperationsmöglichkeiten prüfen, die dem Bereich noch mehr Stärke und Kundennähe verleihen könnten.
"Diese Entscheidungen waren nicht leicht, denn Delphi hat einige dieser Geschäfte seit Jahrzehnten betrieben", erklärte O’Neal. "In diesen Geschäftsbereichen gibt es wertvolle Technologie mit engagierten und kompetenten Mitarbeitern. Wenn wir diese Bereiche abgeben, werden wir als Unternehmen fokussierter und Verkaufserlöse würden auch den Wert des Unternehmens erhöhen - ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Durchführung des Umstrukturierungsprozesses in den USA."
O’Neal erklärte, das Unternehmen stelle sein Produktportfolio kontinuierlich auf den Prüfstand und könne auch künftig weitere einzelne Geschäftsfelder je nach Entwicklung von Markt und Kostenstrukturen behalten oder abbauen. Das Unternehmen verkündete, dass man die Bereiche, die nicht dem Kerngeschäft zugerechnet werden, bis 1. Januar 2008 verkauft oder abgewickelt haben will. Delphi wird sich auch mit verschiedenen Regierungsstellen in Verbindung setzen, die mit ihrer Politik helfen könnten, die Wettbewerbsfähigkeit von Fabriken und Geschäftsbereichen zu verbessern, ungeachtet dessen, ob diese erhalten oder zum Verkauf angeboten werden sollen.
Reorganisation und Stellenabbau im Verwaltungsbereich
Wie O’Neal sagte, geht Delphi als Folge seiner Umstrukturierung im Portfolio und von Senkungen der Verwaltungskosten davon aus, dass sich die Zahl der Angestellten des Unternehmens weltweit um 8.500 Personen oder 25 Prozent reduzieren wird. Wenn der Plan zur Senkung der Verwaltungskosten vollständig umgesetzt ist, erwartet Delphi Einsparungen in Höhe von 450 Mio. US-$ pro Jahr, zusätzlich zu den Einsparungen, die durch Wettbewerbsmaßnahmen für die Kerngeschäfte und die Aussonderung der Nicht-Kerngeschäfte erzielt werden.
"Wir erwarten, dass die Umstrukturierungen im Portfolio und bei den Produktionsstätten auch einen Abbau bei den unterstützenden Funktionsbereichen nach sich ziehen werden, auch im Bereich der Führungskräfte. Bis zu 40 Prozent der Führungspositionen im Unternehmen werden letztlich verschwinden", erklärte O’Neal. "Diese Maßnahmen werden in Verbindung mit den Veränderungen im Portfolio und in den Produktionsstätten sowie anderen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung durchgeführt." O’Neal betonte, dass die Übergangsphase kontrolliert ablaufen und dass Delphi bei Fabrikschließungen die Möglichkeit prüfen werde, ob Arbeitnehmer an anderen, in begrenztem Maße frei werdenden Stellen in den USA, weiterbeschäftigt werden können. O’Neal erklärte, dass sich das Unternehmen beim Stellenabbau im Verwaltungsbereich auf vorhandene Abfindungsvereinbarungen stützen werde.
Zusätzlich zum neuen Organisationsplan, der in der nahen Zukunft umgesetzt wird, und den Änderungen der Pensionsvereinbarungen (Näheres weiter unten), wird das Unternehmen auch die Sozialleistungen für Angestellte ändern, um sie auf das gleiche Niveau wie bei anderen, wettbewerbsfähigeren Unternehmen zu bringen. Das Unternehmen stellte fest, dass die Krankenversicherung restrukturiert und der Kostenanteil der Angestellten erhöht werde. Weitere Anpassungen im Bereich der Sozialleistungen, die unter Berücksichtigung der Mitarbeiterbedürfnisse zu mehr Wettbewerbsfähigkeit führen sollen, werden auch künftig geprüft. Die Leistungsänderungen werden über die Personalverwaltung umgesetzt. Alle Änderungen werden den Angestellten vorher mitgeteilt.
Beibehaltung der Pensionsvereinbarungen für Arbeiter und Angestellte in USA
Das Unternehmen betonte, dass eines der Ziele der Umstrukturierung sei, die Pensionsvereinbarungen für Arbeiter und Angestellte zu erhalten. Um die Vereinbarung und die damit verbundenen Vergünstigungen zu erhalten, so das Unternehmen, sei es nötig, die Pensionsvereinbarung für Arbeiter ab dem 1. Oktober 2006 und die Vereinbarung für die Angestellten zum 1. Januar 2007 einzufrieren. Das Unternehmen betonte, das Einfrieren der Vereinbarungen würde bei keinem der derzeitigen Angestellten oder Pensionäre zu einer Einbuße bei den erworbenen Ansprüchen führen. Die Pläne für die Arbeiter (für Mitarbeiter, die weiter als sieben Jahre von der Pensionierung entfernt sind und nicht von der GM-Absicherung der Pensionsansprüche profitieren) und für die Angestellten werden ersetzt durch präzisierte Pläne, die sowohl für direkte Einlagen des Unternehmens als auch für Arbeitgeberanteile für Mitarbeitereinlagen mehr Flexibilität gewährleisten.
Das Unternehmen erklärte auch es sei erforderlich, länger auf die Pension Benefit Guaranty Corporation, die Finanzbehörde, das Arbeitsministerium und möglicherweise den US-Kongress zurückgreifen zu müssen, um die Einzahlungen in den Pensionsplan über einen längeren Zeitplan als bisher vorgesehen amortisieren zu können.
Zeitplan der Umstrukturierung
Wie bei der Eröffnung des Chapter 11-Verfahrens im Oktober 2005 durch das Unternehmen dargelegt, geht Delphi von einer vollständigen Umsetzung der Umstrukturierung seines US-Geschäfts bis zur Jahresmitte 2007 aus. Einige der Maßnahmen - wie der Umbau des weltweiten Produktportfolios und der Produktionsstätten zum Schutz des Kerngeschäfts sowie die Reorganisation des Verwaltungsbereichs und die Maßnahmen zur Senkung der Verwaltungskosten - kann das Unternehmen selbst umsetzen. Andere erfolgskritische Maßnahmen sind von der Zustimmung der Gewerkschaften, GM und verschiedener Regierungsstellen abhängig. Vereinbarungen mit diesen Parteien werden schlussendlich noch von den Anteilseignern des Unternehmens und ihren Interessenvertretungen geprüft und müssen vom US-Insolvenzgericht genehmigt werden.
Delphi wies ferner darauf hin, dass die Umsetzung des Umstrukturierungsplans im Chapter 11-Prozess das Entstehen weiterer nachrangiger Verbindlichkeiten mit sich bringen könne wenn Tarifverträge, Lieferverträge, die Krankenversicherung der Pensionäre und andere Verpflichtungen des Unternehmens angegangen und gelöst werden, um die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen zu erfüllen. Es ist unklar, ob und welche Änderungen der Werte, die im Chapter 11-Verfahren beschreiben sind, durch diese Maßnahmen herbeigeführt werden. Das betrifft auch den Wert der Stammaktien und sonstigen Wertpapiere des Unternehmens. Delphi hat bereits zu einem früheren Zeitpunkt in entsprechenden Ankündigungen bei der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC, dem US-Insolvenzgericht und beim United States Trustee darauf hingewiesen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Inhaber von Stammaktien im Rahmen des Chapter 11-Verfahrens einen Gegenwert erhalten - aufgrund von Ansprüchen gegen die Muttergesellschaft und aufgrund der Belastungen durch die US-Tarifverträge sowie der Umstrukturierung des weltweiten Produktportfolios und der Produktionsstrukturen, die nötig sind, um die Kerngeschäfte von Delphi zu retten. Wie Delphi betont, steht diese im Gegensatz zum Wert der US-Tochtergesellschaften außerhalb der USA, die keine Schuldner im Chapter 11-Verfahren sind und die ihren normalen Geschäftsbetrieb weiterführen, ohne irgendeiner Aufsicht des US-Insolvenzgerichts zu unterliegen und die keinerlei Restriktion durch das Chapter 11-Verfahren unterworfen sind. Dementsprechend mahnt das Unternehmen zu gebotener Vorsicht im Hinblick auf alle gegenwärtigen und zukünftigen Investitionen in Delphi-Wertpapiere, da ihr Wert und ihre Zukunftsaussichten nur sehr spekulativ beurteilt werden können.
Nähere Informationen über die Umstrukturierung bei Delphi ist auf .delphi.com verfügbar. Die Dokumente des Gerichtsverfahrens sowie allgemeine Informationen über die Verfahren nach Chapter 11 sind unter www.delphidocket.com abrufbar. Delphi hat auch zwei Info-Hotlines geschaltet. Eine für Zulieferer unter 001-866-688-8679 oder 001-248-813-2601 und eine andere für Angestellte, Kunden, Aktionäre und andere Interessenten unter 001-866-688-8740 oder 001-248-813-2602.
Die Anträge auf Restrukturierungsverfahren nach Chapter 11 hat Delphi am 8. Oktober 2005 beim United States Bankruptcy Court in New York gestellt. Das Verfahren leitet Richter Robert D. Drain unter Fall-Nummer 05-44481 (RDD). Informationen über das Verfahren sind auch mit Pacer-Registrierung auf der Website des Gerichts erhältlich: www.nysb.uscourts.gov .
Nähere Informationen über Delphi und die Tochtergesellschaften sind im Virtuellen Medienzentrum unter www.delphi.com/media/ verfügbar.













