(openPR) Umsatz im Plan, Ergebnis unter Vorjahr
Remscheid, 28. Mai 2003 – In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 (1. Juli bis 31. März) hat die Edscha AG, Remscheid, den Umsatz um knapp ein Viertel ausgeweitet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das operative Ergebnis der Gruppe vor Zinsen und Steuern (EBIT), während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und das Periodenergebnis deutlich fielen. Der Umsatz der Gruppe übertraf in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres mit 692,3 Mio. Euro den Vorjahreswert (561,4 Mio. Euro) um 130,9 Mio. Euro oder 23,3 Prozent. Der neue Geschäftsbereich Fahrzeugentwicklung, begründet durch die Übernahme von IVM Automotive im Juli 2002, trug 84,0 Mio. Euro zu diesem Anstieg bei. Im Vergleich zum Vorjahr kamen weitere 8,5 Mio. Euro aus erworbenen Gesellschaften hinzu. Ohne Akquisitionen wäre der Umsatz der Gruppe um 41,7 Mio. Euro oder 7,4 Prozent gestiegen.
Der größte Geschäftsbereich Scharniersysteme verbuchte ein Umsatzplus von 1,1 Prozent auf 410,3 Mio. Euro (406,0 Mio. Euro). Positive Impulse kamen im 3. Quartal aus den Werken in Deutschland, Spanien, China und Brasilien. Der dramatische Verfall des brasilianischen Real verhinderte dabei einen höheren Umsatzausweis. Der Umsatz mit Cabrio- Dachsystemen übertraf mit 135,5 Mio. Euro den des Vorjahreszeitraums (104,9 Mio. Euro) um 29,1 Prozent. Wesentliche Gründe war der Serienstart des Softtops für den BMW Z4-Roadster sowie hohe Abrufe der gesamten Produktpalette. Der Geschäftsbereich Betätigungssysteme steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 46,5 Prozent auf 39,5 Mio. Euro (27,0 Mio. Euro). Wesentlicher Grund dafür war die Akquisition der portugiesischen Arjal zum Januar 2002, die 8,5 Mio. Euro beitrug. Der kleinste Geschäftsbereich Lkw-Schiebeverdecke holte den Umsatzrückstand aus den ersten beiden Quartalen weitgehend auf und setzte mit 23,0 Mio. Euro in den ersten neuen Monaten des Geschäftsjahres nur noch 2,2 Prozent weniger um als im Vorjahr (23,5 Mio. Euro); die Gesellschaft Focus n.v., die seit Januar 2002 zum Konsolidierungskreis gehört, hatte daran einen Anteil von 0,7 Mio. Euro. Das operative Ergebnis der Gruppe vor Steuern und Zinsen (EBIT) erreichte in den ersten neun Monaten 40,1 Mio. Euro nach 36,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum; das entspricht einem Plus von 11,1 Prozent. Die EBIT-Rendite bezogen auf den Umsatz betrug damit 5,8 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr.
Wesentlich für die Entwicklung im Berichtszeitraum war die Abwertung des Real, die zu Währungsverlusten von rund 1,7 Mio. Euro auf Euro- Verbindlichkeiten der brasilianischen Gesellschaft führte. Außerdem belasteten hohe Anlaufkosten für das Dach des BMW Z4 in den USA das Ergebnis.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich im Berichtszeitraum um 5,4 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit fiel deshalb um 6,9 Prozent auf 18,2 Mio. Euro (19,5 Mio. Euro). Die Steuerbelastung stieg gleichzeitig auf 14,1 Mio. Euro (9,2 Mio. Euro). Die Edscha Gruppe weist daher in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 einen Periodengewinn von 2,3 Mio. Euro nach 10,4 Mio. Euro im Vorjahr aus.
Im Durchschnitt beschäftigte die Edscha Gruppe zwischen Juli 2002 und März 2003 weltweit 6.343 Mitarbeiter. Der Anstieg um 1.271 Personen oder 25,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (5.072 Mitarbeiter) ist vor allem auf die Übernahme von IVM Automotive im Juli 2002 mit durchschnittlich 978 Mitarbeitern ausschließlich in Deutschland zurückzuführen. Der Anteil im Inland Beschäftigter stieg deshalb von 41 auf 48 Prozent.
Zu einer durchgreifenden Erholung der Weltwirtschaft kam es im Laufe des Berichtszeitraums nicht. Die schwache Konjunktur, nach unten korrigierte Wachstumserwartungen und veränderte Währungsrelationen haben in der Automobilindustrie deutliche Spuren hinterlassen. Ob das Ende des Irakkrieges, sinkende Ölpreise, das steigende Durchschnittsalter des Pkw-Bestandes und eine Vielzahl neuer Modelle bald für eine Belebung sorgen werden, bleibt offen.
Aus heutiger Sicht wird die Edscha Gruppe das avisierte Umsatzziel von 950 Mio. Euro knapp erreichen. Das operative Ergebnis der Gruppe wird jedoch voraussichtlich hinter dem des Vorjahres zurück bleiben.
