(openPR) Königstein/Dresden, 14. August 2014 (tpr) – Auf die Festung Königstein ist ein Kunstwerk des Historienmalers Theobald Reinhold Anton von Oer aus dem 19. Jahrhundert zurückgekehrt. Die Vorstudie für das Gemälde „Das Pagenbett“ lag 140 Jahre lang auf dem Dachboden eines Dresdner Wohnhauses. Im Frühjahr haben sie die Eigentümer der Festung geschenkt. Nach langer Restaurierung ist das Werk ab Donnerstag hier in der aktuellen Sonderausstellung zu sehen.
„Unsere Freude über diesen wertvollen Fund ist riesig“, sagt Dr. Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. „Und wir haben es gerade rechtzeitig erhalten, denn es passt hervorragend in unsere Sonderschau, in der wir noch bis zum 2. November gesammelte Ansichten der Festung Königstein in verschiedenen Stimmungen und Malweisen aus fünf Jahrhunderten präsentieren.“
Die Schenkung veranlasste Karin Sinkwitz, geborene Geuder, die das etwa 93 mal 125 Zentimeter große Bild bereits seit ihrer Kindheit auf dem Dachboden liegen weiß. „Ich hatte das Gefühl, dass es auf die Festung muss“, sagt sie. „Es soll der Öffentlichkeit zugänglich werden, bevor nachfolgende Generationen den Wert nicht mehr zu schätzen wissen.“ Es sei über den Großvater oder den Urgroßvater in den Besitz der Familie gelangt. „Seit das Haus gebaut wurde, war es immer da.“
Das war 1874, also etwa 14 Jahre nachdem der Historienmaler die Vorstudie anfertigte. Das Bild erinnert an einen derben Scherz aus dem Jahr 1675. Ein Page soll nach einem Hoffest auf einem Fenstersims der Friedrichsburg eingeschlafen sein, nicht wissend, dass sich unter ihm ein 40 Meter tiefer Abgrund auftat. Kurfürst Johann Georg II. ließ den Schlafenden anseilen und zum Amüsement der Hofgesellschaft mit Fanfaren und Paukenschlag wecken. Seither ist die Stelle als „Pagenbett“ bekannt.
Das Gemälde selbst ist seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. „Die Vorzeichnung aus Bleistift und Tusche dürfte in Format und Größe dem Gemälde gleichen“, erklärt Andrej Pawluschkow, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Festung Königstein gGmbH und Kurator der Sonderausstellung. „Es lassen sich vereinzelt Reste eines Gitternetzes erkennen, das vermutlich als Übertragungshilfe für das Leinwandgemälde gedacht war.“
Das Kunstwerk lagerte eingerollt und in ein Tuch gewickelt auf dem Dachboden des Privathauses, weshalb es drei Monate lang restauriert werden musste.
Die aktuelle Sonderausstellung „Die Schönste im ganzen Land! Die Festung Königstein im Spiegel der Kunst“ zeigt noch bis 2. November die Festung Königstein auf nahezu einhundert Ansichten, die über fünf Jahrhunderte hinweg entstanden sind. Die größten Attraktionen der Ausstellung sind zwei großformatige Veduten des italienischen Malers Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, welcher die Festung zwischen 1756 und 1758 porträtierte. Die wertvollen Gemälde kamen nach langen Verhandlungen und unter strengen Sicherheitsauflagen im April als Leihgabe der Manchester City Galleries aus England und sind nun erstmals in ihrer Geschichte in Deutschland zu sehen. ?
www.festung-koenigstein.de
Umfangreiches Pressebildarchiv zur Ausstellung:
www.press-area.com/festung-koenigstein/bildarchiv/sonderausstellung-die-schoenste-im-ganzen-land.html













