(openPR) Bad Dürkheim, 04.08.2014. Vor einiger Zeit startete der Autor Joachim Zischke seine ersten Gehversuche auf Twitter. Was ihn dabei faszinierte, war die begrenzte zur Verfügung stehende Zeichenanzahl, mit der man einen Tweet ausfüllen darf. Einen Gedanken in nur einhundertundvierzig Zeichen einigermaßen sinnvoll auszudrücken, das empfand er als herausfordernd. Die Twitter-Übungen sind längst beendet. Aus dem Spaß an der Freude des konkreten Formulierens entstanden so nach und nach über vierhundert Aphorismen, die Zischke jetzt unter dem Titel "Plumbooms Sprünge - Aphoristische Beobachtungen" veröffentlichte.
Plumbooms Sprünge sind ordentliche und unordentliche Gedanken, man könnte sagen, ein Auffanglager von zufällig Entdecktem und Ersonnenem, all dies in eine begreifbare und lesbare Form gebracht. Jedoch sind Plumbooms Sprünge kein Denktagebuch, kein Zettelkasten oder Zweitgedächtnis in Luhmann’scher Manier.
Es sind Gedankensprünge, Spielmarken von transitorischem Wert (Novalis), geprägt von einem einmaligen Denkvorgang. Plumbooms Denken lebt vom spontanen Ausdruck, daher auch mit dem Risiko, nicht bis zum letzten Komma durch dekliniert zu sein.
Und tatsächlich, Plumbooms Sprünge sind ein Balanceakt: Gewagte Sprünge einer politischen, wirtschaftlichen wie auch sozialen Kritik wechseln sich ab mit federnden Sprüngen des Erkennens menschlicher Freuden und Enttäuschungen, Schwächen und Stärken. Plumboom schreibt, ohne im sprachlichen Salto oder Pirouettieren glänzen zu wollen. Gerade das macht den Reiz der flüchtigen und flüchtenden Texte aus.
"Erkenne dich selbst. / Wie soll das gehen, wenn ich / mir doch nie selbst begegne?"
"Früher machte man Konversation, / heute nur noch Kommunikation."
"Nicht alleine zu sein / ist einfacher geworden. / Alleine zu sein, auch."
Hier hinter dem Namen Plumboom verborgen, zeigt sich ein Beobachter auf der Suche nach dem Weltsinn, der Erklärung und Wirklichkeit, ein Denkgerüst, das an Camus erinnert.
Dem Leser bietet sich die Chance, eigene Denksprünge zu wagen, auch solche, die für ihn vielleicht neu, ungewohnt, frappant, mitunter auch krass und unerwartet sein mögen. Da keine Ordnung die Sprünge verbindet, bestimmt das Moment eines spontanen Überraschtseins den Lesegenuss.
Joachim Zischke: Plumbooms Sprünge. Aphoristische Beobachtungen. Bad Dürkheim, 2014.
124 Seiten | eBook | € 4,99 | ISBN: 9783734703553
Das eBook kann auf allen handelsüblichen Lesegeräten, Smartphones und Computern gelesen werden.












