(openPR) „18 - 20 – passe“ – so oder ähnlich fängt Skat an. Im Gegensatz zu allen anderen Spielen beginnt das eigentliche Skatspiel erst, nachdem man „gereizt“ hat. Beim Skat, das mit drei Spielern gespielt wird, wird beim Reizen festgelegt, wer als Alleinspieler gegen die beiden anderen Spieler spielen darf. Das Spiel hat seinen Namen von den beiden Karten, die abgelegt werden. Der Begriff wurde schon im Mittelalter in Italien beim Tarockspiel benutzt und bedeutet „weglegen“.
Die Ursprünge des Skat
Skat wurde vor mehr als 200 Jahren aus Schafkopf, Tarock und weiteren Kartenspielen entwickelt. Es wurde seinerzeit hauptsächlich von Studenten und Reisenden im Land verbreitet, da es für Reisen sehr praktisch war (und immer noch ist): 3 Spieler und 32 Karten – mehr braucht man nicht, um sich auch längere Reise- oder Wartezeiten sehr unterhaltsam zu vertreiben.
Die Anfänge des Spiels liegen in Altenburg/Thüringen. Neben dem Deutschen Skatverband beherbergt die „Skat-Hauptstadt“ die bekannteste Spielkartenfabrik Deutschlands sowie – natürlich - ein Skatmuseum. Sogar ein Geldinstitut mit dem Namen „Skatbank“ gibt es dort. Eine Besonderheit dieser Bank: EC-Karten mit dem Motiv des Skatblatts.
Ursprünglich mußte nach den Spielregeln jeweils der Ausspieler allein gegen die Mitspieler spielen, was dazu führte, daß der größte Teil der Spiele verloren wurde – und natürlich nicht sonderlich reizvoll war. Richtig populär wurde das Spiel erst, nachdem man das Reizen eingeführt hatte. Dies machte Skat zu einem Spiel, das planerisches und strategisches Denken erfordert.
Nachwuchsarbeit
Skat ist eines der beliebtesten Spiele in Deutschland und wird nach Schätzungen von mehr als 15 Millionen Menschen gespielt. Annähernd 25.000 Skatspieler sind nach Verbandsangaben in Vereinen organisiert. Allerdings waren das mal mehr: In den besten Zeiten lag diese Zahl über 35.000.
In den letzten 15 Jahren kämpft der Skatsport mit Nachwuchsproblemen. Wie auch bei anderen Traditions-Sportarten, z.B. dem Kegeln, machen zunehmende Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen es dem Skat schwer, neue Spieler für sich zu begeistern. Gegen Computer, Smartphone und Spielkonsole hat das Spiel einen schweren Stand. Dies kann auch die Möglichkeit zum Online Skat spielen nicht ausgleichen. Statistisch gesehen ist mittlerweile jeder Skatspieler im Rentenalter.
Verband und Vereine versuchen in den letzten Jahren, mit gezielter Jugendarbeit, diesem Trend entgegenzuwirken. Von ermäßigten Mitgliedsbeiträgen über Skat-„Ausbildung“ für neue Mitglieder bis hin zu Arbeitsgemeinschaften an Schulen wird versucht, Jugendlichen den Skatsport näher zu bringen. Nach Angaben von Vereinen teils recht erfolgreich. Aber, so eine andere Aussage: Man hat teilweise auch noch mit Image-Problemen zu kämpfen. Skat wird immer noch mit Kneipen-Hinterzimmer und Alkohol assoziiert.
Auch von privater Seite erfährt der Skatsport Unterstützung. Ein neues Skatportal, www.skatweb.de, bietet Informationen und kostenlosen Service für Skatspieler und -vereine. Einen Schwerpunkt der Website bildet das Thema Reizen, unter anderem mit Reiztabellen und einem System, das Skatanfängern die Entscheidung „reizen oder nicht reizen?“ erleichtert.








