(openPR) Am Sonntag, 29. Juni, eröffnet im martini|50 in Osnabrück die Ausstellung „Der letzte Frieden – Vom Anbeginn | Architekturimprovisationen in Sarajevo“. Angehende Freiraumplaner der Hochschule Osnabrück zeigen Studien und Impressionen einer Exkursion nach Sarajevo. Die ausgestellten Arbeiten gehen sowohl dem Kulturimpuls des Basars als auch der Entstehung des Kiosks nach. Die Ausstellung beginnt um 11 Uhr in der Martinistraße 50 in Osnabrück. Nach der Eröffnung kann die Ausstellung bis zum 18. Juli montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden. Gruppenführungen können mit einem Vorlauf von mindestens fünf Tagen vor dem gewünschten Termin angemeldet werden.
Die Studienausstellung ist Teil einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von der Hochschule Osnabrück, dem Ruller Haus und martini|50. Im Jahr der hundertjährigen Wiederkehr des Attentats von Sarajevo inspiriert die Stadt zu neuen Perspektiven hinter die Kulissen von Geschichte und Gegenwart. Am 28. Juni 1914 wurde der Thronfolger Österreich-Ungarns in Sarajevo von einem Mitglied der serbisch-nationalistischen Bewegung erschossen. Da sich anschließend der Konflikt zwischen den Großmächten zuspitzte, gilt das Attentat als Auslöser des 1. Weltkriegs. Die Stadt Sarajevo ist deshalb mit einem Kriegsmakel behaftet. Doch Sarajevo war auch Bote des Friedens. Durch die Austragung der Olympischen Winterspiele 1984 versuchte die Stadt, einen positiven Impuls in die Weltöffentlichkeit zu senden. Dass dieser Frieden nicht lange anhielt, zeigte die brutale Blockade serbischer Nationalisten um die gesamte Stadt zu Beginn der 90er Jahre. Heute sind die Verletzungen und Enttäuschungen der letzten Jahre nicht zu übersehen. Es bleibt die Frage, ob die Olympiade von 1984 Sinnbild eines letzten Friedens vor dem Verfall der Vielvölkerkultur bleibt und der Basar als kulturelle Botschaft des Orients im Okzident ein sinnhaftes Überlebensmodell im schwierigen Alltag heutiger Tage geworden ist.
Für die Ausstellung im martini|50 erkundeten die Studenten in Sarajevo das Phänomen des Kiosks. In der nach dem jüngsten Balkan-Krieg der 90er Jahre wieder errichteten Altstadt ist erneut ein wunderbarer Basar entstanden. Schlichte Holzbauten sind um den Bašcaršija-Platz mit seinem Sebilj-Brunnen versammelt. In den Studienbeiträgen wird dem Basar nachgegangen. Der daraus entstandene historische Kiosk gilt inzwischen als ein Stadtelement europäischer Raumimprovisation. Seine moderneren Ausführungen sind Ausdruck erstaunlichen Überlebens mit den Mitteln baulicher und lebenskultureller Improvisation.
Der Eintritt für die Ausstellung ist frei.











