(openPR) „Ick koof euch keene Puppen. Ick find se scheißlich. Macht euch selber welche.“ Mit diesem heute legendären Ausspruch Max Kruses zu seiner Frau Katharina "Käthe" Kruse begann im Jahr 1905 die Geschichte der berühmten Stoffpuppen.
Die Steinhuder Museen Fischer- und Webermuseum | Spielzeugmuseum widmen sich ab dem 18. Juli der Faszination "Käthe Kruse Puppen". Die Sonderausstellung befasst sich mit dem OEuvre Käthe Kruses und nutzt eine ihr eigene Gestaltungslinie: Sie schuf zahlreiche Szenenbilder, die teilweise über historische Aufnahmen überliefert sind und nun als Vorlagen für die Inszenierungen im Museum dienen.
Doch war Käthe Kruse mehr als eine Puppenmama - sie gründete ein bis heute weltweit agierendes Familienunternehmen, bei dem auch die Talente ihrer 7 Kinder zum Tragen kamen. So modellierte Sofie Kruse z. B. die Köpfe der Schaufensterpuppen, die in den 1930er bis 1960er Jahren produziert wurden. „Durch das technische Know-How von Sohn Michael entstand eine fabelhafte Figur, die zu leben und zu atmen scheint. Dies bescheinigte Sohn Jochen der familiären Neuschöpfung und setzte sie gekonnt ins Bild.“ [Zitat:„Inszenierte Eleganz“, Donauwörth]. Tochter Hanne übernahm später die Firmenleitung, entdeckte bei sich ebenfalls das Talent zu modellieren und entwickelte so u.a. das Däumelinchen.
Die Faszination dieser Stoffpuppen ist für viele bis heute ungebrochen, doch ist vor allem ihr Einfluss auf die Entwicklung der Spielkultur revolutionär. Die vom Vater Max Kruse für "scheißlich" befundenen typischen Puppen der Zeit um 1900 waren üblicherweise aus empfindlichem Bisquitporzellan und stellten als feine Damen das herrschende Frauenbild dar. Spielzeuge waren nicht auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet, sondern dienten häufig als Role Models, als Vorbilder für das Ideal. Das Kinderspiel war artig, gesittet und streng reglementiert. Häufig gab es die wertvollen Stücke nur an Sonntagen an die Hand.
Dem Bildhauer Kruse war dies ein Dorn im Auge - und Käthe Kruse schuf erstmals etwas ganz nach dem Wunsch des Kindes. "Mimerle [Maria Kruse] war glücklich und liebte ihre bambina abgöttisch. - Und ich sah gleich, was sie daran liebte, und warum. Es war so schön schwer! Sie hatte was zu schleppen." erklärte Käthe über den ersten Puppenvorläufer, der aus einer Kartoffel und einem Tuch, gefüllt mit Sand, bestand. Die Idee für die Stoffpuppen war geboren.
Käthe Kruse revolutionierte damit den Spielzeugmarkt! Diese besondere Bedeutung greift die Ausstellung auf und stellt typische Mädchenspielzeuge der jeweiligen Zeit den Puppen gegenüber. Das Thema Rollenbildtransport im Spielzeug ist auch heute hochaktuell, die sogenannte "pinkisierung" des Kinderzimmers dürfte allen Eltern ein Begriff sein.
Die Sonderausstellung ist täglich außer Montags von 13 - 17 in den Steinhuder Museen, Neuer Winkel 8, 31515 Wunstorf-Steinhude zu besuchen. Der Eintritt kostet 3 Euro und gegen Voranmeldung können Führungen auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten gebucht werden. Neben der chronoloischen Präsentation der Käthe Kruse Puppen werden auch eher unbekanntere Fassetten des Schaffens der Familie gezeigt - Sophie Kruse erfand Fimo, Max Kruse junior das Urmel aus dem Eis. Eine spezielle Kinderführung, Fühlstationen und ein reiches Rahmenprogramm runden die Ausstellung ab.
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Museums: www.steinhuder-museen.de













