(openPR) Die Farbe des Todes ist Schwarz
Baden-Baden - Wer Professor Dr. med. Dr. rer. nat Alexander Kilian, Direktor des Freiburger Instituts für Molekulargenetik, noch nicht kennt, wird eingangs bestens mit dessen eigenwilliger Persönlichkeit bekannt gemacht, wobei selbst diejenigen, welche die beiden Vorgängerbände noch nicht kennen, zu der Vermutung gelangen könnten, der in vielen Charakterrollen geglänzt habende US-amerikanische Schauspieler James Stewart habe für diese Romanfigur Pate gestanden.
Aus dem Freiburger Universitätsinstitut für Molekulargenetik verschwundene Fruchtfliegen, drängende Termine und die Erinnerung an seinen vor fünf Jahren unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommenen Vorgänger im Amt sind bestimmende Faktoren des professoralen Lebens kurz vor den Ostertagen und vor Semesterbeginn.
Fern all dessen sinnen in Japans Hauptstadt Tokio Anhänger der real in den 1990er Jahren in Japan und Russland mächtigen AUM-Sekte darüber nach, eine biologische Vernichtungswaffe gegen alle Ungläubigen zu produzieren, welche die Gläubigen der "erhabenen Wahrheit" in die Lage versetzt, das "Tausendjährige Königreich AUM" entstehen zu lassen.
Zwei Schlüsselsätze können als Bindeglied zwischen Professor Kilians Institut und den japanischen Sektenanhängern ausgemacht werden.
"Es scheint Ihnen nicht bewusst zu sein, dass Forschung Geld kostet, und am Geld mangelt es erheblich." herrscht Alexander Kilian den in Sachen verschwundener Fliegen ermittelnden Kommissar an, während fast zeitgleich in Japan geschlussfolgert wird: "Ein arbeitswilliger mit einem Stipendium ausgestatteter Wissenschaftler, das war der Köder, mit dem sich nahezu jeder deutsche Professor fangen lassen würde."
Und so nimmt eine verhängnisvolle Entwicklung, die mit an der Lungenpest gestorbenen Menschen ihren Höhepunkt findet, ihren Lauf, wie sie fesselnder nicht wiedergegeben werden könnte. Bis zur letzten Buchseite wird der Leser in Spannung gehalten, wohltuend flankiert mit "Randnotizen" zu Professor Kilians Wegbegleitern, seiner Lebensgefährtin Ina Kaltenbach, seinem Freund, dem Kriminalhauptkommissar Jörg Geßler, und seiner Sekretärin Beate Brändle. En passant wird zudem noch das Rätsel um die verschwundenen Fruchtfliegen gelöst.
Fazit: Da der Autorin als promovierter Ärztin durchaus Erfahrung mit Universitäts- und Fachinstitutsgefüge sowie ausgeprägte Fachkenntnisse zuzugestehen sind, ist ihr mit diesem fesselnden Roman mehr gelungen als allen Funktionären der unterschiedlichsten für oder gegen Genforschung ausgerichteten Interessensgruppen. Sie regt in "außergewöhnlicher Verpackung" zum Nachdenken an.
Rezension: Rika Wettstein, Baden-Baden











