(openPR) Köln, 16. April 2014 - Im Limburger Dom konnten Besucher in der Weihnachtszeit einen Kunststoffengel vor einem Opferstock neben der Krippe sehen, der unaufhörlich auffordernde beziehungsweise dankende Nickbewegungen mit dem Kopf machte. In Lourdes kann man der Plastikmaria die Krone vom Kopf schrauben und in das flaschenähnliche Marienbehältnis "heilspendendes" Wasser füllen. In Fatima werden Votivgaben aus Wachs verkauft.
Solche und ähnliche Beispiele gibt es viele und sie haben im kirchlichen Kontext eine lange Tradition. Katholische Kirche und Kommerz scheinen irgendwie zusammen zu gehören, dachte sich der Werbeschaffende Thomas Debüser aus Köln und entwickelte den Kuscheljesus. "Die Kirche zeigt in absoluter Perfektion wie man eine Idee gnadenlos vermarkten kann", sagt Debüser zu seiner innovativen Idee. Dabei sei das Spirituelle nach seine Überzeugung längst verloren gegangen.
"Natürlich bin ich kunsthistorisch von der Architektur vieler Sakralbauten begeistert", meint Debüser, "aber mit der Lehre Jesu hat das für mich alles gar nichts zu tun. Die katholische Kirche ist seit Jahrhunderten ein weltweit agierender Konzern".
In den Evangelien sei von Armut, Bescheidenheit und Dienst am Nächsten die Rede, genau diese menschlichen Tugenden vermisst Debüser in weiten Teilen der Kirchenführung. Nicht zuletzt die Bauaktivitäten des Limburger Bischofs haben ihn verärgert.
Den eigentlichen Anlass zum Kuscheljesus gaben aber vor zwei Jahren die Berichte über den massenhaften Missbrauch an Schutzbefohlenen. "Wer Kinder wie Spielzeug behandelt, hat offensichtlich gar nichts von dem verstanden, was der christliche Glaube lehrt", findet der Künstler, denn schließlich seien die Menschen Abbilder Gottes. Weswegen man hingegen vor goldenen Schreinen, Kreuzen und Kerzen niederknien müsse und diese mit Weihrauch "einnebele" leuchtet ihm nicht ein. Das empfinde Thomas Debüser wie "den Tanz um das Goldene Kalb".
Der Kuscheljesus aus Stoff, so seine Meinung, kann provozieren und irritieren, aber vielleicht auch einfach das erreichen, was die Kirche nach seiner Einschätzung immer weniger schafft: Einen unverkrampften Umgang mit einem nahen, nicht distanzierten, freundlichen und Freude spendenen Jesus und Gott zu erzeugen.
Für seine Idee sucht Debüser Unterstützer. Unter: www.startnext.de/kuschel-Jesus können Interessierte den Kuscheljesus via Crowdfunding finanzieren helfen und vorbestellen.











