(openPR) Der Krimi zur Fußball-WM 2006
"Sdaiv - Die Entführung der Fußball-Nationalmannschaft"
Baden-Baden - Vorweg sei die Frage nicht danach gestellt, wer sich vorstellen kann, was Sdaiv ist, sondern danach, wodurch sich ein gutes Buch auszeichnet. Eine mögliche Antwort bietet sich an:
Wenn sich Unmut einstellt, es aus der Hand legen zu müssen.
Es gibt wenige Bücher, welche diese Qualität aufweisen. Das Freeman-Buch ist ein solches, selbst wenn man sich als absoluten Fußballmuffel empfinden sollte.
Um Fußball dreht sich zwar das verbrecherische Konzept, dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum Opfer fällt. In erster Linie wird die Lektüre jedoch durch die spannende Wiedergabe der Arbeit der Ermittler und durch eine hinreißende Persiflage des Behörden-, Funktionärs- und Kompetenzgerangels zum Genuss.
Appetithappen auf dieses Lesevergnügen sind die deutschen Fußballer, die mit ihren Begleitern an einem sonnigen Maimittag im Freiburger Raum spurlos verschwinden, und zwar 10 Tage vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Zu den Delikatessen zählt das Gespann Sylvia Harter und Karsten Perch, Kriminalhauptkommissare der Ermittlungsgruppe Kapitalverbrechen der Polizeidirektion Freiburg. Sie gehören mit rund einem Dutzend weiterer Kriminalbeamter zu SOKO "Nationalmannschaft", die schnellstens gebildet ihre akribische Arbeit aufnimmt.
Fast minutiös, in gefälligem Schreibstil, der sorgfältige Recherche und umfangreiche Sachkenntnis verrät, wird der Leser in die Polizeiarbeit mitgenommen, zum Nachdenken ebenso angeregt wie zu gelegentlichem Schmunzeln, das sich gegen Ende des an Überraschungen nicht gerade armen Geschehens zuweilen auch in Lachtränen verwandeln kann. Beispielsweise wenn der nach Freiburg geeilte Bundesinnenminister erbost von sich gibt, wenn seitens der Polizei auf internationaler Ebene zusammengearbeitet werde, sei dies "Sache des BKA und nicht die von zwei dahergelaufenen Kleinstadtpolizisten".
Obwohl der Autor in seinem Nachwort beteuert, die ganze Geschichte sei frei erfunden und jede Ähnlichkeit oder Übereinstimmung mit tatsächlich lebenden Personen sei rein zufällig, kann schon anhand derlei Szenenschilderungen die Vermutung aufkommen, das Pseudonym Freeman könne zu Schutzzwecken vor Verbal- und anderen Attacken z.B. des bis 2005 gewesenen Innenministers der rot-grünen Regierungskoalition gewählt worden sein.
Was sich hinter Sdaiv verbirgt, ist noch vor der Aufklärung dieses spektakulären Entführungsfalls zu erfahren.
Angesichts der wenig glanzvollen Vorstellung der deutschen Fußballelf am Aschermittwoch des Jahres 2006, just 100 Tage vor Beginn der wirklichen Weltmeisterschaft, gewinnt das Kürzel real an Bedeutung.
Auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und unabhängig von deren Ausgang bleibt Sdaiv ein bestens gelungener, Spannung sowie Unterhaltung zeitigender Roman.
Rezension: Rika Wettstein, Baden-Baden











