(openPR) Er wurde als Top Movie auf dem Free-TV Sender VOX angekündigt und ausgestrahlt. MAD MAX, der Film, der Mel Gibson international zum Durchbruch verhalf. Ein Streifen, der mit Sicherheit im Genre der Actionfilme als in vielerlei Hinsicht einzigartig anzusehen ist. 1980 kam der Film in die deutschsprachigen Kinos und wurde folgend als Video im Handel vertrieben, bis er 1983 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, vormals Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, unter der Aktenzahl Pr. 533/83 auf den Index jugendgefährdender Schriften gesetzt wurde. Wir konsumierten den Film auf VOX und waren angesichts der Indizierung und der FSK-Freigabe des Originalstreifens ab 18 Jahren darauf vorbereitet, daß einige der so genannten Gewaltszenen für die Fernsehausstrahlung aus dem Film entfernt wurden.
Das Ergebnis, welches VOX den Zusehern jedoch vor Augen führte, war eine derart "zerschnittene" Filmfassung, daß der Zuseher stellenweise gar nicht mehr in der Lage war, den Handlunsgverlauf nachzuvollziehen. Mit einer Anfrage an VOX begannen im September 2005 die Recherchen, dann ergab sich ein Szenario, von fragwürdigen Verflechtungen von Free-TV-Sendern bis zu dem Filmverleih von MAD MAX, Warner Bros. Laut VOX handelte es sich bei dem ausgestrahlten Film um die FSK 16 Version von MAD MAX - die jedoch laut Warner Bros. gar nicht existiert. Eigenmächtiger Filmschnitt durch Free-TV Sender - und offensichtlich peinliche Fragen an Warner Bros. Intl. Televison in München, die man vermied zu beantworten.
Tag für Tag hört man von illegalen Raubkopien und dessen Urheber werden in Werbespots als Verbrecher bezeichnet - was geschieht jedoch, wenn private TV-Anstalten offensichtlich in Eigenregie Filmschnitte vornehmen nur um Zuschauerquoten zu erzielen?
Um die Causa MAD MAX noch zu vervollständigen erfolgte parallel die Analyse des Prüfungsprotokolles der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) aus dem Jahr 1983. Unsachlichkeit, Oberflächlichkeit und falsche Filminhalte konnten wir jedenfalls darin feststellen. Doch der Kern von MAD MAX, die Korruption innerhalb der Jusitz und Polizei sowie das Thema Homosexualität dürften in den 1980er Jahren völlig unter den Teppich gekehrt worden sein.
Medien machen so Profite und dem Medienkonsumenten werden Filme vorgeführt, die jenseits der Akzeptanz liegen und das offensichtlich mit der Akzeptanz des Filmverleihs.
Die Exklusivreportage der muenchnernotizen:
"Analyse von MAD MAX als Top-Movie auf VOX" gesplittet in:
"Slalomfahrt im Free-TV MAD MAX auf VOX" und
"Der Prüfakt der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien MAD MAX Az.: Pr. 533/83 - kein Renommee für Sachlichkeit"
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