(openPR) (atr) - Es ist keine Frage: Sichere Energieversorgung ist eine wesentliche Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung eines Landes. Dieses Problem wird auch in der Türkei von Jahr zu Jahr deutlicher. Gerade in den letzten Monaten sind die Auswirkungen einer unsicheren Energieversorgung der türkischen Regierung und der Bevölkerung besonders deutlich vor Augen geführt worden.
Die Kürzungen von Erdgaslieferungen durch Russland auf der einen und den Iran auf der anderen Seite haben dazu geführt, dass in der Türkei in einigen Regionen stundenweise der Strom abgestellt wurde. Auch wenn von offizieller Seite immer noch Versorgungsengpässe bestritten werden, sprechen Zeitungsartikel und Fernseh-Diskussionen eine andere Sprache.
So kann es nicht verwundern, dass jetzt auch die Nutzung von Kernenergie von der Regierung als eine Alternative gesehen wird. Innerhalb der nächsten 15 Jahre soll von dem türkischen Energiebedarf ein Anteil in Höhe von 5.000 MW durch Atomkraftwerke gedeckt werden. Gute Chancen, von diesen Investitionen zu profitieren, hat dabei auch die deutsche Firma Siemens, die sich bereits 1997 an den Ausschreibungen für das Großprojekt eines Kernkraftwerk beteiligt hatte.
Entsprechende Ankündigungen gab es vergangene Woche vom türkischen Energieminister Hilmi Güler und von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Sie machten deutlich, dass sie die Kernenergie als eine wichtige Energiequelle für eine sichere Energieversorgung der Türkei ansehen.
Umweltschutzorganisationen wird diese Entwicklung kaum gefallen. In der Vergangenheit (Ende des letzten Jahrhunderts) hatten sie immer wieder Front gemacht gegen Kernkraftwerke in der Türkei. Schließlich hatte die türkische Regierung unter Bülent Ecevit 1999 beschlossen, allein aus Kostengründen vorerst die Pläne für Kernenergie nicht weiter zu verfolgen.
Auch wenn Greenpeace in seiner Uran-Studie zu dem Ergebnis gelangt, dass die Uranvorkommen maximal noch 65 Jahre reichen und die Länder deshalb aus der Kernenergie aussteigen sollen, wird den türkischen Politikern eine sichere Energieversorgung in den nächsten Jahrzehnten wichtiger sein, als der Blick ins Jahr 2070!
Sicherlich wird es auch wieder zu Protesten von Kernkraftgegnern kommen. Doch was zählen diese schon, wenn es um wirtschaftliches Wachstum geht?
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