(openPR) Die internationale Kunstgeschichte kennt viele Künstlerpaare, die sehr ungleich zum Vorteil nur eines Partners wirkten. Dass es auch anders geht, zeigen seit Jahrzehnten Gerda-Maria und Meinhard Raschke.
"Hier können wir erleben und in ihren Werken auch ganz unmittelbar sehen, wie zwei unterschiedliche künstlerische Temperamente in einen lebenslangen Dialog eingetreten sind, ohne dass der eine den anderen übertrumpfen will", erläutert Publizist Holger Carstensen, der gemeinsam mit den Künstlern die umfangreiche Ausstellung im Torhaus Wellingsbüttel kuratiert hat.
Gerda-Maria und Meinhard Raschke sind im norddeutschen Kulturleben durch ihre über fünfzig Jahre währende kontinuierliche künstlerische Arbeit sehr präsent. Sie studierten in den Jahren 1960 bis 1967 an der Werkkunstschule und Hochschule für die bildenden Künste in Hamburg bei Willem Grimm, Hans Thiemann und Theo Garve.
Anlässlich ihrer runden Geburtstage zeigt das Torhaus Wellingsbüttel ab Ende März 2014 neue Werke der beiden vielseitigen Künstler sowie einige hervorragende Einzelstücke aus ihrem Gesamtwerk. Zu entdecken sind Malerei, Originalgrafik und Plastiken aus mehr als fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens und damit die Quintessenz ihrer Kunst.
Gerda-Maria und Meinhard Raschke:
Malerei, Grafik und Skulptur
Ort: Torhaus Wellingsbüttel, Wellingsbüttler Weg 75, 22391 Hamburg.
Vernissage: Sonntag, den 30. März 2014 / 11:00 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum 13. April 2014 jeweils Sonnabends (14h-17h) und Sonntags (11h-17h) für Interessenten geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Zur Ausstellungseröffnung stellt der Hamburger Publizist und Kunsthändler Holger Carstensen die beiden Künstler vor und wird anhand von Bilderläuterungen in die Ausstellung einführen. Die beiden Künstler sind zur Ausstellungseröffnung anwesend und werden ihre Ausstellungskataloge für Interessenten sehr gerne individuell signieren. Die ausgestellten Werke können direkt bei den Künstlern erworben werden.
Angeregt von der norddeutschen Landschaft findet Gerda-Maria Raschke früh zu ihrem eigenen Malstil. Ausdrucksstark entwickelt sie ihre Bilder in einer abstrahierenden Vereinfachung und flächigen Raumaufteilung sparsam, in einer fast spröden erdigen Tonalität. Die Perspektiven löst sie auf. Landschaften und Tiere vereinfacht und konzentriert sie auf Linien und Flächen. Häuser werden bisweilen bis auf ihre innere Struktur aufgelöst und deuten Vergänglichkeit an. Ihre Bilder kreisen häufig um dieselben Motive, deren Darstellung sie über die Jahre intensiviert hat. In den letzten Jahren wendet sich die Künstlerin vermehrt mobilen Objekten zu, die sie aus gefundenen Materialien vielseitig gestaltet. Gerda-Maria Raschke wurde 1944 in Hamburg geboren. Von 1960 bis 1964 erfolgte eine grafische Ausbildung an der Werkkunstschule Hamburg. Anschliessend bis 1967 Studium der freien Kunst und Malerei an der HfbK vor allem bei Willem Grimm. Seit 1970 Erweiterung der Werke um plastische Arbeiten mit Ton. Seit den 1980er Jahre intensive Beschäftigung mit der Radiertechnik sowie seit 2005 neue Ausdrucksformen mit mobilen Objekten.
Thematisch kreisen die Werke von Meinhard Raschke um das gesellschaftliche Leben und aktuelle politische Herausforderungen. Oft erscheint in seinen Bildern der Mensch als nur noch medial inszeniertes Wesen, dessen Verwirklichung auf den blossen Konsum reduziert ist. Kritisch und mahnend geht er über eine nur abbildhafte Malerei bewusst hinaus und appellieren seine Bilder an den seiner Ansicht nach selten gewordenen urbanen Individualisten und künstlerischen Ästheten. Mit Freude an der Präzision öffnet sich der vielseitige Künstler neuen malerischen wie grafischen und plastischen Techniken. Mit seinen Format- und Bildformen weiss Meinhard Raschke traditionelle Grenzen der Malerei zu überwinden und seine inhaltlichen Bildwirkungen noch zu steigern.
Meinhard Raschke wurde 1939 in Küstrin geboren. Er absolvierte eine Berufsausbildung zum Malermeister. Zeitgleich nahm er privaten Zeichenunterricht u.a. bei Rolf Böhlig und Erich Hartmann. Von 1960 bis 1966 hat Meinhard Raschke an der Hamburger Hochschule für die bildenden Künste Malerei und freie Kunst bei Willem Grimm, Theo Garve und Hans Thiemann studiert. 1968/69 Zulassung als Malermeister und Gründung eines bis heute bestehenden Malereimeisterbetriebes in Hamburg.
Gerda-Maria und Meinhard Raschke zeigen seit den 1970er Jahre ihre Bilder, Grafiken und Objekte in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vor allem in Norddeutschland und oft gemeinsam mit Malerfreunden. Sie leben und arbeiten in Hamburg und Kleiseerkoog.
Literatur zu Gerda-Maria und Meinhard Raschke (Auswahl):
*Holger Carstensen: Meinhard Raschke. Malerei-Grafik-Skulptur, Hamburg 2012
*Holger Carstensen: Gerda-Maria Raschke. Norddeutsche Landschaften, Hamburg 2007
*Holger Carstensen: Meinhard Raschke. Stadtleben, Hamburg 2007
*Harry Weissel: Erfundene Bilder, Hamburg 1995
*Ruth Dunkelmann (Hg): Hans Thiemann und seine Schüler, Hamburg 1984
*Kay Rump/Maike Bruhns (Hg): Der Neue Rump, Hamburg 2005
*Kulturbehörde der Stadt Hamburg (Hg): Künstler in Hamburg, Hamburg 1982
*Werner Otto-Stiftung: Das Kind in unserer Welt, Hamburg 1979
*Volker Detlef Heydorn: Maler in Hamburg, Hamburg 1974











