(openPR) An einem vorweihnachtlichen Samstagmorgen kamen rund 70 Kinder und Erwachsene zum VDIni-Club in Barsbüttel zusammen. Heute stand das Zimmerwetter auf dem Programm. Und was es damit auf sich hat, das wollten die neugierigen VDIni-Forscher herausfinden. Vom Wetter draußen hat ja jeder schon mal gehört. Aber Wetter im Zimmer?
„Doch, das geht!“ versichern die beiden Zimmerwetter-Profis Susan Radke und Björn Schöning vom Regionalverband Umweltberatung Nord e.V.. Sie haben viele bunte Kisten mitgebracht, in denen sich die Zimmerwetter-Experimente befinden. Die Profi-Messgeräte dazu hat der VDI dem Projekt gespendet. „In der Zimmerluft spielt sich auch Wetter ab. Das werden wir auch gleich untersuchen. Was ist denn alles in der Luft, das man nicht sehen kann?“ Zu dieser Frage fällt den kleinen Forschern von 4-12 Jahre jede Menge ein. Und einige dieser Unsichtbaren Dinge werden nun in den Experimenten sichtbar gemacht.
In den nächsten 90 Minuten wird das Zimmerwetter des Barsbüttler Bürgerhauses bis ins Detail untersucht. Dabei motivieren Kinder die Eltern, Eltern erzählen Kindern und Oma erklärt Papa. Und unterstützend stehen die beiden Zimmerwetter-Profis zur Seite. Die Zimmerwetter-Profis sind ehrenamtlich für den Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. unterwegs. In einer insgesamt achtstündigen Schulung können sich Ingenieure, Naturwissenschaftler, Studierende, Senioren und Interessierte zu Zimmerwetter-Profis ausbilden lassen. Anschließend führen sie in Teams Zimmerwetter-Unterrichtseinheiten vor allem an Schulen durch. Der nächste Schulungstermin ist der 29.01.14 und 05.02.14.
Insgesamt fünf verschiedene Versuche rund um das Wetter im Zimmer macht jede der Forschergruppen. Und weil das alles gleichzeitig und parallel läuft, finden sich überall im Hause Forschergruppen mit Messgeräten bewaffnet. Mit einem Luftfeuchtemessgerät sind sie auf der Suche nach den trockensten und feuchtesten Stellen im Raum. Eine andere Gruppe hantiert mit Spiegel und Haartrockner. Hier geht es um das Phänomen Kondensation, das jeder von seinem Badezimmerspiegel kennt. Auch der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Zimmerluft wird untersucht. Und um den steht es gar nicht gut. In diesem Fall liegt das aber ausnahmsweise mal nicht am Klimawandel, sondern einfach daran, dass hier viele Menschen sich wenig Luft teilen und bis jetzt noch niemand das Fenster geöffnet hat.
Am Ende der Versuche kommen fast alle zu einem Ergebnis: Die wärmsten Temperaturen findet man nahe der Heizung, die kältesten nahe der Fenster. Und diese fallen mit den trockensten und feuchtesten Stellen zusammen. Damit das Phänomen des beschlagenen Badezimmerspiegels nicht aus Versehen an der Wohnzimmerwand auftritt, ist es wichtig auf die relative Luftfeuchte und die Temperatur im Raum zu achten. „18-22°C sind gute Raumtemperaturen, je nachdem, wie der Raum genutzt wird. Die relative Luftfeuchte sollte im Winter zwischen 30-60% liegen“ erklärt Zimmerwetter-Profi Susan Radke. „Aber was tun, wenn es nun doch einmal zu feucht ist oder der CO2-Gehalt auf über 1000ppm gestiegen ist?“ Na klar, lüften. Wie das am effektivsten geht, probieren wir gleich aus. Zwei Nebelmaschinen nebeln den Raum ein. Nun kann man hervorragend beobachten, was mit der verbrauchten Luft im Zimmer passiert, wenn das Fenster auf Kipp geöffnet wird. Nämlich nicht viel. Damit sich die Luft austauschen kann, muss das Fenster ganz geöffnet werden. Noch schneller geht es, wenn man Durchzug macht. So kann jeder zu Hause innerhalb von wenigen Minuten die komplette Zimmerluft austauschen. Dabei werden nicht nur Luftfeuchtigkeit und Kohlenstoffdioxid rausgelüftet, sondern auch alle anderen Stoffe, die sich so in der Zimmerluft ansammeln. Und das sollte man mindestens drei bis vier Mal am Tag tun.
Zum Abschluss werden die VDInis mit einer Urkunde ausgezeichnet. Nun sind alle Teilnehmer echte Zimmerwetter-Experten und werden zu Hause für bestes Zimmerwetter sorgen.













