(openPR) Nur noch nachhaltige Bekleidung im Sortiment
Immenstaad - Verheerende Zustände in einer chinesischen Textil-Produktion sorgten bei Peter Wolfrum, Textiler aus Immenstaad am Bodensee, für ein nachhaltiges Umdenken. Er gründete ein Unternehmen, das faire Bio-Textilien herstellt und vertreibt.
Das Schicksal eines chinesischen Textilarbeiters hatte den entscheidenden Anstoß gegeben: Peter Wolfrum gründete 2008 gemeinsam mit Martin Müller in Immenstaad die „True Balance GmbH“. Inzwischen findet sich das Unternehmen, das mit doppelt zertifizierten Bio-Textilien handelt, nach den Angaben von Wolfrum auf der Erfolgsspur. Vor allem in der Schweiz und in den Niederlanden fänden die „True Balance“-Produkte zunehmend besseren Absatz. Im Gegensatz dazu beobachte er in Deutschland eine viel langsamer verlaufende Entwicklung. Dies liege wohl auch daran, dass hier oft die Überzeugung vorherrsche, dass nur ein Einzelner nichts verändern könne. Zum anderen sieht Wolfrum auch den Preis als Hürde. Es gelte, den Kunden deutlich zu machen, dass nicht das Billigste immer das Beste sei. Im Vergleich zur üblichen Art und Weise, Baumwolle anzupflanzen, müsse sein Unternehmen einen um 35 Prozent höheren Preis für pestizidfreie Ware bezahlen. Und damit müssten auch die Preise für die Endprodukte entsprechend gestaltet werden.
Nach dem Credo des Textil-Unternehmens, das weltweit aktiv ist, sollen die Kunden sicher sein, dass sowohl das verarbeitete Rohmaterial umweltfreundlich hergestellt wurde. Ferner wird garantiert, dass die Arbeitsbedingungen in der Produktion, geschneidert wird auch in einem Partnerunternehmen in Indien, menschenwürdig sind. Denn Peter Wolfrum möchte keine Verhältnisse verantworten, wie er sie einst in China unmittelbar erlebt hatte. Für ein großes amerikanisches Textilunternehmen war er dort unterwegs gewesen. Einen Arbeiter, den er dort sah, schätze er aufgrund seiner äußeren Erscheinung auf mindestens Mitte 40. Er musste beim Übersetzer zwei Mal nachfragen, als ihm dieser geantwortet hatte, dass der Mann erst 24 Jahre alt sei. In China habe er erlebt, wer die Zeche für billige Textilien zahle, so Wolfrum.
Mit seinem Partner Martin Müller konnte Wolfrum die Erfahrungen in ihr gemeinsames neues Unternehmen einbringen, die sie als Sanierer von angeschlagenen Textil-Unternehmen sammeln konnten. Und die Finanzierung der „True Balance GmbH“ stemmten sie bisher ohne Banken-Kredite. Nicht alles lief in den ersten Jahren nach der Firmengründung rund, wie Wolfrum in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER schilderte. Aber diese Hürden seien für den heutigen Erfolg des Unternehmens sehr hilfreich gewesen.
Im Zentrum des unternehmerischen Handelns stehen vor allem Großkunden sowie Behörden und Städte. Bei letzteren werden vor allem die rund 180 deutschen „Fairtrade-Städte“ umworben, die sich zum fairen Handel bekennen, wie etwa Tettnang und Ravensburg. Aktuell stattet „True Balance“ ein Fünf-Sterne-Hotel in der österreichischen Steiermark aus. Neben Bettenwäsche wird auch die Dienstkleidung der Angestellten geliefert, wie Wolfrum sagt. Er freut sich bereits auf den Abschluss des Auftrags, denn dann gibt es ein weiteres Referenz-Objekt.
Zum Thema „Faire Kleidung“ wird Peter Wolfrum am Sonntag, 8. Dezember, einen Vortrag halten. Dieser gehört zum Programm des „Brot-für-die-Welt-Festes der evangelischen Kirchengemeinde von Immenstaad. Dieses findet von 11.30 bis 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus statt. Zuvor, ab 10 Uhr, gibt es einen Familiengottesdienst in der evangelischen Kirche.
Mit nachhaltigen Textilien auf der Erfolgsspur
Peter Wolfrum war 2008 einer der beiden Firmengründer der „True Balance GmbH“, die in Immenstaad am Bodensee aus der Taufe gehoben wurde. Das Unternehmen setzt auf eine nachhaltige Produktion von Textilien. Auch in 2014 erwartet Wolfrum ein Wachstum des Umsatzes zwischen 10 und 20 Prozent.
2008 hat Peter Wolfrum die „True Balance GmbH“ in Immenstaad mitgegründet. Neben Oberbekleidung für Frauen, Männer und Kinder setzt die Firma mit ihrem Sortiment an fair und umweltfreundlich produzierten Textilien auf das Geschäft mit Behörden und Gemeinden. Daneben werden auch Hotels ausgestattet – von der Bettwäsche bis zur Dienstkleidung der Angestellten. „Der Umsatz mit nachhaltigen Produkten liegt im gehobenen einstelligen Millionenbereich“, sagt Wolfrum. Konkreter wollte er nicht werden. 2014 rechnet er mit einem Wachstum zwischen 10 und 20 Prozent. Aktuell beschäftigt das Unternehmen unmittelbar 15 Menschen. Produziert wird im deutschen Albstadt, in Bulgarien wie in Indien.
Auszug aus: Südkurier vom 06/12/2013
Autor: Manfred Dieterle-Jöchle, Südkurier









