(openPR) Knapp fünf Wochen nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa hat die italienische Polizei einen Menschenschmuggler festgenommen. Er soll mit dafür verantwortlich sein, dass das seeuntaugliche Schiff völlig überladen den Weg Richtung Europa auf sich genommen hat. Der Fall wird die Justiz noch eine Weile beschäftigen, doch allmählich tritt ein, was in der Mediengesellschaft fortlaufend der Fall ist: Die Nachricht über jene, die im Mittelmeer ertrunken sind, und jene, die es mit Mühe und Not geschafft haben, verblasst. Dabei machen sich täglich an der Nordküste Afrikas wieder und wieder Menschen in nussschal-kleinen Booten auf – in ein Leben voller Ungewissheit. Getrieben von Träumen und Sehnsüchten.
Von diesen Hoffnungen erzählt eine Foto-Ausstellung, die vom 12.11. bis 23.12.2013 das Klinikum Dortmund im Foyer an der Beurhausstr. 40 zeigt. Mit der Dortmunder Fotografin Cornelia Suhan gibt es nämlich eine engagierte Künstlerin in der Stadt, die sich dem Thema auf ganz eigene Weise genähert hat. Die Fotografien hat zwölf Menschen mit ihre Kamera geholt, die allesamt ihre Heimat verlassen mussten – von ihren Erlebnissen dort traumatisiert. Zwölf Flüchtlingen, die jeweils in einem kleinen Text von ihren Erfahrungen berichten und auf den Fotos an Orten in Dortmund zu sehen sind, die mit ihren Wünschen und Sehnsüchten zu tun haben.
Da ist ein junger Mann aus Guinea, der in seiner Heimat immer davon geträumt hatte, einmal Bankdirektor oder Ministerialbeamter zu sein – und nun sitzt er auf dem Foto in einem Konferenzraum einer Dortmunder Bank und ist bemüht, dies möglichst selbstverständlich aussehen zu lassen. Oder nehmen wir jenen Mann aus Nigeria, der u.a. DJ werden will und sich fragt, warum es so schwierig ist, sich diesen Traum zu erfüllen. Alle zwölf Flüchtlinge haben eines gemein: Sie suchen ihre zweite Chance und sind bereit, vieles dafür zu tun. Und die Dortmunder Zivilgesellschaft ist zunehmend gefragt, Perspektiven für diese Menschen in der Stadt zu eröffnen.





