(openPR) Billion Spritzgießmaschinen und Weber Esslingen zeigen gemeinsames Projekt / Abzieher bedarf hoher Präzision in der Herstellung
Esslingen/Weilheim, 21. August 2013. Hochpräzisen und aufwändig herzustellenden Produkten sieht man dies meist nicht einmal an. So verhält es sich auch mit dem Abzieher, den der französische Spritzgießmaschinenhersteller Billion gemeinsam mit dem Werkzeug- und Dreheinheiten-Spezialist Weber aus Esslingen zur K 2013 produziert. Hier kommt es nicht nur auf die saubere Verarbeitung der beiden Komponenten an, sondern auch auf höchste Präzision bei der Fertigung der Wischlippe. Elektrische Maschinen- sowie präzise Werkzeug- und Drehtechnik wirken für ein perfektes Ergebnis zusammen. Zu sehen auf der K und dem Billion-Messestand in Halle 15, Stand B 24.
Der Abzieher, wie er etwa beim Fensterputzen oder Scheibenwaschen zum Einsatz kommt, besteht aus einem PC/ABS CREABLEND-A45 und einem TPE THERMOFLEX 65A1.2. Beide Materialien wurden von Weber gemeinsam mit dem Hersteller Plastics-Technology-Service (PTS), Adelshofen, speziell ausgewählt, um eine perfekte Hart-Weich-Verbindung in einem Werkzeug produzieren zu können. Dabei bestehen sowohl die Wischlippe als auch die rutschsicher ausgeführten Griffbereiche aus dem thermoplastischen Elastomer und sorgen unter anderem für eine griffsympathische Haptik.
Produziert auf vollelektrischer Billion Select
Hergestellt wird der Abzieher auf einer vollelektrischen Select-Spritzgießmaschine des französischen Herstellers Billion. Die Select H150/260-150 T D3 arbeitet mit 1.500 kN Schließkraft. Das zweite Spritz-aggregat ist in einem Winkel von 45° zur horizontalen Einheit aufgebaut. Beide Aggregate spritzen durch die feste Werkzeugplatte in das Weber-Werkzeug ein.
Billion gilt wie auch Weber als Spezialist in der Mehrkomponenten-Spritzgießtechnik und generiert ca. 40% seines Umsatzes mit dieser Technologie. Die Select-Baureihe wurde 2007 erstmals auf der K-Messe vorgestellt, 2008 kam die erste vollelektrische 2K-Maschine ins Programm. Seitdem sind rund 500 solcher Maschinen verkauft worden. Acht luftgekühlte Servomotoren sorgen für schnelle parallele Fahrbewegungen sowie eine energetisch optimale Produktion. Sie treiben unter anderem die Gewinderollenspindeln der Spritzeinheiten an und sorgen so für ein Höchstmaß an Präzision bei der Materialaufbereitung, -dosierung und -einspritzung. Die Serienfertigung der Abzieher verbraucht lediglich 0,53kWh/kg Energie, wobei die Dreheinheit schon in die Berechnung einbezogen wurde.
Komplettiert wird die moderne Maschinentechnik durch die Dixit3-Steuerung mit integrierter Prozess- und Qualitätsüberwachung, die für eine hohe Ausbringung und Reproduzierbarkeit sorgt.
2K-Werkzeug und Dreheinheit von Weber Esslingen
Für die Herstellung des Wischers in werkzeug- und produktionstechnischer Hinsicht ist auf der Messe Billion-Kooperationspartner Weber zuständig. Zwei-Komponenten-Werkzeug und Dreheinheit kommen aus Esslingen.
Bei der Dreheinheit handelt es sich um eine bewährte, servoelektrisch angetriebene Index-Ausführung (Drehkreuztechnik), die die gesamte Konfiguration elektrisch und damit hochpräzise arbeiten lässt. Bei Bedarf kann diese Dreheinheit (wahlweise Index oder Drehtisch) ohne Abstriche bei der maximalen Einbauhöhe des Werkzeugs auch in die Aufspannplatten der Maschine integriert werden. Möglich wird dies unter anderem durch verlängerte Holme oder Maschinenrahmen.
Das Bauteil wurde durch Weber designed, wobei rheologische Berechnungen im Vorfeld des Werkzeugbaus durchgeführt wurden, um durch eine absolut plane Wischerkontur ein schlierenfreies Reinigen der Flächen sicherstellen zu können. Die Kombination aus 2K-Werkzeug und Dreheinheit ist sehr kompakt, die Form verfügt über eine perfekte Abdichtung zwischen harten und weichen Bereichen. Dies sorgt für ein qualitativ einwandfreies Endprodukt. Temperiert wird die Form über eine Mehrkreistemperierung (PulseTemp) von Hahn Enersave, Reinheim. Das Teilehandling erfolgt über einen servomotorisch angetriebenen Fünf-Achs-Roboter S5X-25 von Sepro Deutschland in Dietzenbach.
Optimales Zusammenspiel Maschine – Dreheinheit – Werkzeug
Die Kooperation zwischen Billion und Weber zur K 2013 ist beiderseits auf fruchtbaren Boden gefallen. Mit dem Abzieher wird ein Highlight aus dem Bereich Hart-Weich-Kombination hergestellt. Wie gesagt unspektakulär, aber hochkomplex in der Fertigung. Elvira Postic, Geschäftsführerin bei Weber Esslingen, fasst die Kooperation so zusammen: „Maschine, Dreheinheit und Werkzeug müssen perfekt miteinander harmonieren, um zu einem auch in der Serie überzeugenden Produkt zu kommen. Man braucht ein optimal ausgelegtes Werkzeug, besonders was die Rheologie, die Temperierung, die Heißkanaltechnik und die Fertigungsgenauigkeit angeht. Nur auf diese Weise kann eine möglichst gerade Wischlippe gespritzt werden, was von ausschlaggebender Bedeutung für den späteren Einsatz und die Kundenzufriedenheit ist.“
Jörg Wittgrebe, Geschäftsführer bei Billion Deutschland, ergänzt: „Werkzeug- und Drehtechnik können nur so präzise eingesetzt werden, wie es die Maschine zulässt. Nur absolute Präzision ist in diesem Fall gut genug, um diesen Ansprüchen zu genügen. Die Kombination einer perfekten Masseaufbereitung bei höchster Wiederholgenauigkeit pro Schuss steht im Fall unserer 2K-Spritzgießmaschine aber auch in unmittelbarem Zusammenhang mit der Integration zwischen der vollelektrischen Select-Baureihe und der elektrischen Index-Dreheinheit von Weber. Erst dadurch wird energieeffizientes und wirtschaftliches Spritzgießen umfassend möglich.“












