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Stiftung Liebenau legt Jahresbericht 2012 vor

23.07.201316:48 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Stiftung Liebenau legt Jahresbericht 2012 vor

(openPR) LIEBENAU – Sozial, professionell, nah am Menschen, auf christlicher Grundlage: Mit diesen Merkmalen lassen sich die Tätigkeiten der Stiftung Liebenau umschreiben. Im Jahr 2012 wurden – im Verbund mit der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist (mit Sitz in Kißlegg) und der Stiftung Helios – Leben im Alter (mit Sitz in Goldach, Schweiz) – neue Standorte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz erschlossen und neue differenzierte Unterstützungsangebote entwickelt. In ihrem aktuellen Jahresbericht weist die Stiftung ein insgesamt ausgeglichenes Ergebnis aus. Die Rahmenbedingungen in einigen Tätigkeitsfeldern haben sich allerdings verschlechtert, innovative Vorhaben können nur mit stiftungseigenen Mitteln und mit Hilfe von Spenden realisiert werden.




Hohe Nachfrage nach seniorengerechten Wohnformen

Aktuelle Studien zeigen schon heute, dass in Zukunft seniorengerechte Wohnungen knapp werden. Daher setzt die Stiftung Liebenau in ihrer Altenhilfe schon seit den 1990er Jahren hier einen Schwerpunkt. Zum Jahresende 2012 umfasste das Portfolio der deutschen, österreichischen und schweizerischen Altenhilfegesellschaften neben 50 Pflegeheimen insgesamt 324 Heimgebundene Wohnungen, 73 Wohnungen in den Seniorenwohnanlagen "Leben am See" und 855 Wohnungen in den generationenübergreifenden "Lebensräumen für Jung und Alt" an 61 Standorten.

Ergänzend hat die Stiftung Liebenau weitere ambulante und teilstationäre Unterstützungs- und Pflegeangebote geschaffen, um Senioren ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Wohnumfeld ermöglichen zu können. Dabei werden auch die primären Hilfesysteme wie Familien- und Nachbarschaftshilfen unterstützt. Seit 2012 wird diese Strategie auch in Rheinland-Pfalz realisiert: In der Gemeinde Maikammer an der südlichen Weinstraße eröffnete die Stiftung ein Pflegeheim und eine Wohnanlage "Lebensräume für Jung und Alt".

Differenzierte Wohnformen für Menschen mit Behinderung

Auch für Menschen mit Behinderung ist die Schaffung geeigneten Wohnraums ein wichtiges Anliegen. Das Streben um größtmögliche gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen, heute unter dem Begriff "Inklusion", erfordert jedoch in den Augen der Stiftungsverantwortlichen eine Differenzierung im Einzelfall. Die Erfahrung der Stiftung Liebenau zeigt: Auch in Zukunft werden Lebensorte für Menschen mit einem hohen Unterstützungsbedarf benötigt, zum Wohnen wie zum Arbeiten. Daher wurden im Jahr 2012 nicht nur die Stammorte Rosenharz und Hegenberg weiterentwickelt, sondern auch neue sozialraumorientierte Angebote aufgebaut.

Die St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau bietet in 24 Kommunen Assistenz und Unterstützung. Insgesamt 780 Menschen wurden in Wohnheimen betreut, 286 in gemeindeintegrierten Wohnhäusern/Wohngemeinschaften und 172 in ambulant betreuten Wohnungen. Mit der Lebenswelt St. Antonius in Spittal (Kärnten) hat die Stiftung Liebenau ihr erstes Angebot für Menschen mit Behinderung außerhalb Deutschlands eröffnet. Diese Einrichtung, die gemeindeintegrierte Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bietet, wurde ermöglicht durch die Lerchbaumer Privatstiftung, die ein schön gelegenes Anwesen für Menschen mit Behinderung großzügig umbaute.

Teilhabe am Arbeitsleben

Im Bildungsbereich warnt die Stiftung ebenso vor einer Generalisierung, die alle Spezialeinrichtungen ablehne. Um allen Kindern und Jugendlichen die ihnen entsprechenden Bildungsvoraussetzungen zu bieten, haben nach Einschätzung der Stiftungsverantwortlichen auch besondere Schulformen ihre Berechtigung. Gleiches gilt für die Berufsausbildung. Menschen mit Teilhabeeinschränkungen (zum Beispiel Lernbehinderungen, psychische oder soziale Beeinträchtigungen) haben es bis heute schwer, einen Ausbildungsplatz im Regelsystem zu finden.

Das Berufsbildungswerk Adolf Aich verzeichnete im Jahr 2012 mit über 900 Teilnehmern die höchste Belegung seit seiner Gründung vor 31 Jahren – ein deutliches Zeichen für den Bedarf an solchen bewährten Spezialeinrichtungen, die gut vernetzt sind, um realistische Chancen auf dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu bieten.

Medizinische Kompetenz gefragt

Die veränderten Wohn- und Betreuungsstrukturen für Menschen mit Behinderung führen zu neuen Anforderungen an ihre gesundheitliche Versorgung. Wann immer es möglich ist, soll das medizinische Regelversorgungssystem auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar sein. Gleichzeitig beobachten die Stiftungsverantwortlichen vor allem im Bereich der Psychiatrie einen steigenden Bedarf nach stationären Behandlungsangeboten und sozialtherapeutischen Behandlungsplätzen. Der Grund dafür: Manche Menschen mit Behinderungen, vor allem diejenigen mit komplexen Handicaps, sind mit den alltäglichen Belastungen überfordert, geraten in Krisen oder erkranken psychisch. Notwendig sind dann besondere Erfahrungen im Umgang mit den belasteten Menschen, viel Zeit und eine Umgebung, die auf die Besonderheiten dieser Patienten ausgerichtet ist.

Für medizinische Spezialeinrichtungen wie die St. Lukas-Klinik der Stiftung Liebenau bedeutet das, Angebote „in der Fläche“ zu entwickeln und gleichzeitig Zentren besonderer therapeutischer Kompetenz zu bleiben. Im Jahr 2012 wurden hier über 800 Patienten stationär internistisch und psychiatrisch (Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie) betreut, 7 500 Behandlungen wurden in den verschiedenen Ambulanzen (Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Physiotherapie) in Anspruch genommen.

Mitarbeitergewinnung bleibt Thema

Ein wichtiges Thema für alle Unternehmen im Stiftungsverbund bleibt die zukünftige Mitarbeitergewinnung. Ende 2012 waren rund 6 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verbund der drei Stiftungen – Stiftung Liebenau, Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und Stiftung Helios – Leben im Alter – beschäftigt. Zur internen Qualifizierung und Motivierung bietet die Stiftung Liebenau seit Jahren ein umfangreiches und differenziertes Fortbildungsprogramm. Neue Fachkräfte werden im Einzelfall auch im Ausland geworben: So wurden 2012 zwei spanische Altenhilfekräfte qualifiziert und beschäftigt. Grundsätzlich gehen die Stiftungsverantwortlichen allerdings davon aus, dass personelle Fragen auch in Zukunft aus dem jeweils eigenen Land heraus zu lösen sein werden.

Umsatz und Investitionen sind gestiegen

Der Gesamtumsatz der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios betrug im Jahr 2012 rund 295 Mio. Euro (2011: 283 Mio. Euro). Der Löwenanteil entfiel auf die Altenhilfe (rund 109 Mio. Euro) und auf die Hilfe für Menschen mit Behinderung (rund 91 Mio. Euro). Rund 25,7 Mio. Euro investierten die drei Stiftungen im Jahr 2012. Auf die Stiftung Liebenau entfielen davon rund 25,1 Mio. Euro (2011: 23,6 Mio. Euro), die überwiegend für Neu- und Umbau sowie Sanierungsmaßnahmen von Altenpflegeheimen, für Baumaßnahmen an den Standorten Rosenharz und Hegenberg sowie für die Modernisierung der Zentralküche in Liebenau verwendet wurden.

Geschultert hat die Stiftung diese Investitionen überwiegend aus eigenen Mitteln, weniger als 10 Prozent kamen aus öffentlichen Zuschüssen. Außerdem unterstützte die Stiftung mit 2,5 Mio. Euro aus den Erträgen des Stiftungskapitals nicht oder nicht ausreichend refinanzierte gemeinnützige Tätigkeiten: die Gemeinwesenarbeit in den Kommunen, Dienste für kranke Kinder und Hospizarbeit für Kinder und Erwachsene. Außerdem trägt die Stiftung zwei Drittel der Ausgaben des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks, das mit seinen Einrichtungen soziale Not am Schwarzen Meer lindern hilft. Auch Spenden werden zur Finanzierung solcher unterfinanzierten Aufgaben benötigt. Insgesamt rund 482.000 Euro Spenden erhielt der Verbund im Jahr 2012. An die Stiftung selbst gingen rund 241.000 Euro, die zum großen Teil in Projekte der Familienhilfe flossen.

Info:

Sie erhalten den Jahresbericht 2012 der Stiftung Liebenau hier:

zum Download: www.stiftung-liebenau.de
unter Telefon: 07542 10-1181
unter Mail: info(at)stiftung-liebenau.de
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