(openPR) Verena Bentele ist gerade aus Norwegen zurück, wo sie erfolgreich am 24-Stunden-Rennen von Trondheim nach Oslo auf dem Tandem zusammen mit Alex Heim teilgenommen hat. Die 12-fache-Paralympics-Siegerin, Behinderten-Sportlerin 2010 und Bambi-Siegerin unterstützt unseren Verein seit zwei Jahren und ihre Disziplin und Motivation haben bei den Jugendlichen enormen Eindruck hinterlassen.
Anne Klein vom SV ZUKUNFT hat sie zum Interview gebeten:
Anne Klein (AK): Gratulation! Eine wahnsinnige Anstrengung ohne Schlaf über 540 Kilometer im Sattel zu sitzen. Für Laien kaum vorstellbar das durchzuhalten. Hast du so was wie einen inneren Schweinehund? Wie schaffst du es den zu überwinden?
Verena Bentele: Meines Erachtens hat jeder Mensch seinen individuellen Schweinehund. Dieser ist sicher unterschiedlich groß und stark. Wichtig ist jedoch, dass man für sich eine Möglichkeit findet, das "Tier" an die Leine zu legen. Mein innerer Schweinehund ist beim Radmarathon allein durch meinen Wunsch, das Rennen in einer guten Zeit zu beenden, immer eher hinter dem Rad hergelaufen, er war nie neben oder gar vor mir.
AK: Es gibt sicher häufiger Fragen, ob es denn gleich eine solche Herausforderung sein muss. Woher kommt dein Antrieb für diese sportlichen Höchstleistungen?
Mich reizen besondere Herausforderungen, sie machen mir vor allem Spaß und begeistern mich. Ich denke, dass vor allem das Verschieben von Grenzen in mir ungeahnte Energien freisetzt. Dieser Mechanismus, davon bin ich überzeugt, wird auch bei vielen anderen Menschen wirksam wenn sie merken, dass sie sich aus eigener Kraft ein tolles Erfolgserlebnis verschaffen können.
AK: Du engagierst dich beim SV ZUKUNFT. Für die Jugendlichen ist das Thema Motivation auf dem Weg von der Ausbildung in den Beruf sehr wichtig. Mit Sicherheit gibt es, sowohl während des Trainings als auch während des Rennens selbst, auch für dich Phasen, in denen es schwer fällt dran zu bleiben. Gibt es da einen Motivations-Trick, den vielleicht auch die Jugendlichen beherzigen können?
Für mich ist wichtig, dass ich mir das Ziel immer ganz genau vorstelle. Ich habe mir im Rennen immer überlegt, dass sich das Überqueren der Ziellinie toll anfühlen muss. Ich habe mir außerdem immer eine Beschäftigung für meinen Kopf gesucht, dies war beispielsweise das Lösen von Rechenaufgaben.
AK: Du hattest in Norwegen wieder deinen sportlichen Partner Alex Heim dabei. Der muss ja genauso motiviert bleiben wie du. Wie schafft ihr das gemeinsam?
Wir haben inzwischen ein gutes Gefühl für einander. Alex und ich haben viel gemeinsam trainiert und wir kennen die Stärken des Anderen. Er hat immer gute Laune, auch wenn es regnet. Ich denke immer daran, dass wir beide genügend trinken. Er sagt an jedem Berg, dass dieser nicht mehr zu lang ist und, dass wir ihn gut schaffen. Ich kann auf den letzten Kilometern immer noch mal richtig aufdrehen und mich an einem gesteckten Zeitziel so richtig hochziehen, auch wenn alles schmerzt. Auf dem Tandem kommt man nicht vom anderen los, aber der Vorteil ist, dass wir immer für den anderen da sind wenn sich ein Tief breit macht.












