(openPR) Walter Dahn zeigt mit RAINY DAZE AND MONDAYS eine Auswahl von Unikat-Siebdruckarbeiten der letzten zehn Jahre sowie drei exklusiv für Provinz enstandene neue Editionen.
Ausgangspunkt für Dahns Editionen für Provinz ist „Die schwimmende Tasse“, ein Film von Johannes Stüttgen und Walter Dahn aus dem Jahr 1991 (ca. 24 min, 16mm, s/w, Kamera: Nils Boscher Theodor). Der Film zeigt die titelgebenden Tasse(n) und weitere Requisiten (Hölzer, Unterteller, etc.) auf der Wasseroberfläche eines kleinen Sees bei Düsseldorf schwimmend. Ruhige Schwarzweißbilder der treibenden und sich formierenden Objekte werden begleitet von einer Tonspur, auf welcher Johannes Stüttgen einen eigenen Text über grundlegende altgriechische Phliosophen gleichsam „in den Wind“ spricht, immer wieder überlagert oder ganz überdeckt von den natürlichen Außengeräuschen der Aufnahme. Der Film erweckt den Anschein der Improvisierten, Fragilen. Frühestens auf den zweiten Blick gibt das Werk seine minutiöse Planung preis. Teil dieser Planung sind die Setphotographien der Düsseldorfer Photographin Dinah Frank, zu denen das in der Edition verwendeten Motiv der auf der Wasseroberfläche treibenden Tassen ebenso gehört wie das Portrait Walter Dahns.
Dieses Portrait des Künstlers, der seinen Mantelkragen als Schutz gegen den Regen über den Kopf zieht, lässt unwillkürlich an die berühmte Photographie Henri Cartier-Bresson denken, der Aberto Giacometti 1961 in ähnlicher Pose ablichtete. Cartier-Bressons Theorie vom „entscheidenden Augenblick“, dem scheinbar zufälligen Bild-Fund, dem in Wahrheit konzentrierte Arbeit vorausgeht und der über das Gelingen eines Bildes entscheidet, ist auch auf das Werk Walter Dahns anwendbar.
Walter Dahn (1954 geboren in in St. Tönis/Krefeld, lebt in Köln) feierte früh sensationellen Erfolgen mit den „Jungen Wilden“ der Köln-„Mülheimer Freiheit“, er wurde weltweit ausgestellt und war etwa 1982 als 28jähriger auf der Documenta vertreten. Aber wenig später erfand der Künstler sich neu und verzichtete ab sofort auf „große Malereibehauptungen“. In einer Ausstellung bei Paul Maenz in Köln zeigte Walter Dahn bereits 1985 Siebdrucke als Unikate. Die Verbindung von technischem und malerischem Prinzip im Siebdruck erscheint Walter Dahn auch heute noch und neben kleinformatigen Arbeiten auf Pappe und Papier als „die einzige Art, weiterzumalen“.
















