(openPR) Besucher des Bad Endorfer Heiligenspiels können dieses Jahr Gutes tun, indem sie edlen Wein genießen. Die Theatergesellschaft verkauft während der Aufführungen des religiösen Stücks „Der Pfarrer von Ars“ insgesamt zweitausend Flaschen Rot- und Weißwein der Marken Blauer Zweigelt und Grüner Veltliner. Der Erlös kommt dem Rosenheimer Frauenhaus sowie dem Frauennotruf zu Gute. Die Firma Heiss bestellte den Wein auf Wunsch der Theaterspieler bei einer Kellerei in Krems, Österreich und sorgte dafür, dass die Flaschen mit einem Etikett ausgestattet wurden, das den Pfarrer von Ars zeigt. Die Besucher erhalten somit ein hübsches Souvenir.
Auf die Idee mit der Weinspende brachte die Theaterspieler eine Szene aus dem vierten Akt. Johannes Vianney, auch bekannt als Pfarrer von Ars, lässt ein Heim für notleidende Mädchen errichten. Kurz nach der französischen Revolution hatten Mädchen und Frauen keinerlei Rechte. Wer nicht in die Ehe flüchten konnte, musste sich alleine durchschlagen und war marodierenden Banden hilflos ausgeliefert. Im Heim der Vorsehung fanden die Frauen nicht nur körperlichen Schutz, sondern auch geistige Bildung und ein neues Zuhause.
In ähnlicher Weise hilft heute das ebenfalls von der Kirche betriebene Frauenhaus in Rosenheim den Opfern physischer und sexueller Gewalt. Ehrenamtliche Mitarbeiter stärken dort das Selbstwertgefühl von Frauen und Kindern, helfen beim Verarbeiten erlebter Albträume und Tragödien und schützen sie vor weiteren Gewalttaten. Theatervorstand Markus Mädler, der den Pfarrer von Ars auf der Bühne verkörpert, freut sich ganz besonders über die Spendenaktion mit dem Wein, denn damit kann er das Werk des echten Heiligen in unserer Zeit weiterführen.
Das mit über 70 Darstellern aufwändig inszenierte Stück „Der Pfarrer von Ars“ handelt von Jean-Marie Vianney, der während der französischen Revolution auf dem Hof eines Weinbauern aufwächst und als Kind die darauf folgende Schreckensherrschaft der Jakobiner miterlebt. Schon mit 13 Jahren äußert er den Wunsch Pfarrer zu werden, oder wie er selbst es ausdrückt: „Ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn“. Nachdem Robespierre fast alle Priester auf der Guillotine hinrichten ließ, wäre dem französischen Volk Nachwuchs durchaus willkommen. Die zerstörte Infrastruktur sowie die Verpflichtung zum Militärdienst verhindern aber eine frühe Aufnahme des Theologiestudiums, so dass Vianney bis zum 19. Lebensjahr darauf warten muss. Auch das Studium selbst fällt ihm nicht leicht, vor allem Latein macht Schwierigkeiten. Mit 29 Jahren schließlich erreicht Vianney sein Ziel und wird Pfarrer im kleinen, heruntergekommenen Dorf Ars-sur-Formans bei Lyon.
Ab hier wird Jean-Marie Vianney zum Pfarrer von Ars, der am 31. Mai 1925 von Papst Pius XI. Heilig gesprochen wurde. Zu Lebzeiten wirkte er nicht nur zahlreiche Wunder, er ließ auch ein Heim für Mädchen errichten und verwandelte Ars-sur-Formans in einen weit über Frankreich hinaus bekannten, ansehnlichen Pilgerort. Tagsüber nahm er bis zur völligen körperlichen Erschöpfung tausenden von Pilgern täglich die Beichte ab, nachts quälte ihn der Teufel, dem Vianneys Höhenflug weniger gefiel. Am 4. August 1859 starb der Pfarrer von Ars. Sein letztes Wunder wirkte er erst viele Jahre später: Bei der Exhumierung seines Leichnams am 17. Juni 1904 konnten keine Anzeichen von Verwesung festgestellt werden.
Aufführungen inklusive Weinverkauf finden noch bis 23. Juni, jeweils freitags um 20 Uhr und sonntags um 14 Uhr statt. Karten erhalten Sie im Internet unter www.theater-endorf.de, über die Faxnummer 08053/795091 oder direkt an der Theaterkasse.













