(openPR) Auf manchem Zentralprozessor (CPU) konnte man früher Spiegeleier braten, so heiß wurde er - wäre der Chip nur groß genug für ein aufgeschlagenes Ei gewesen. Diese Höllenhitze hatte drastische Folgen für die Energieeffizienz und den Klimatisierungsbedarf jedes Rechners - selbst das unaufhörliche Lüfterrauschen war da eher nur ein Seiteneffekt. Neben den Hochleistungsgrafikkarten ist die CPU schon in einem Desktopcomputer der größte 'Energiefresser', mit einem Leistungshunger zwischen 50 und 130 Watt. - Zugleich schien es lange nahezu unmöglich, hier Abhilfe zu schaffen, weil die Architektur der Chips, die endlosen 'Pipelines', die zahllosen 'Gleitkomma-Prozesse', die 'Caches' und vieles mehr nun mal Energie einforderten wie die Pferde das Heu.
Primär war es kein gestiegenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit, was bei den Herstellern jetzt für ein großes Umdenken sorgt, trotzdem bleiben die positiven Folgen für die Green IT dieselben: Im Kern ist es der Vormarsch des 'Mobile Computings', was den Wandel bewirkt, gegenüber 'lahmen' aber kühlen Prozessoren anderer Hersteller gerieten 'die Großen' hier zunehmend in Rückstand, ein Markt brach ihnen weg: Auch immer rechenintensivere Handys oder Tablets dürfen ja dem Benutzer keine Löcher in die Tasche brennen. Wer also beim Trend zu ultraflachen und miniaturisierten Geräten mithalten will, wer dort immer mehr 'Performance' bereitstellen will, der muss zugleich den Energiehunger der Rechenzwerge grundlegend bändigen.
Die Firma Intel, nach wie vor das Flaggschiff unter den Chipherstellern, hat jetzt die Silvermont-Architektur vorgestellt, die in der Spitze dreimal so schnell sein wird und dabei - bei gleicher Performance - nur ein Fünftel des vorherigen Energieverbrauchs benötigen soll. Ab dem Ende des Jahres soll der Chip mit der neuen Architektur den Markt aufrollen.
Nicht nur für den mobilen Bereich setzt diese Architektur mit ihrem neuen Design absehbar neue Standards, ihre Ansätze werden künftig auch für die Desktops und Server Folgen haben - jede Prozessor-Architektur sollte gewissermaßen künftig zweigeteilt arbeiten. Es gäbe dann einen leistungsfähigen 'Multicore' für die Spitzenarbeit unter Höchstlast, nebenan werkelt ein abgespeckter 'Multicore' für weniger rechenintensive Anwendungen, der seine Arbeit immer dann aufnimmt, wenn der Kollege eine Pause machen darf. Parallel wächst die Zahl der möglichen Instruktionen je Sekunde, die Threads und Pipelines werden verkürzt, was hier alles nicht im Detail erläutert werden kann.
Eine weitere positive Folge - künftig wären nur noch bestimmte Netzteile mit den neuen Architekturen kompatibel, weil sonst die Stromwandler im 'Faulheits-Modus', im 'Idle-Zustand' also, plötzlich zu wenig Strom ziehen würden, um noch zu funktionieren. Auch der Stromverbrauch der Netzteile wird also dank der neuen Niedriglast-Architektur absehbar massiv reduziert - ein so genannter 'Technologie-Schub' ist die Folge.
Es handelt sich somit eben nicht nur um eine Anpassung der Technik an den Trend zum 'Mobile Computing', sondern auch um einen großen Erfolg für die GreenIT und für alle Green Data Centers, weil das technologische Umdenken alle Bereiche betreffen wird. Dank dieser gelungenen Operation am Herzen der IT.










