(openPR) Eine Kirche in Berlin. Ein Mann mittleren Alters steht vor dem Altar und hält eine Rede. Er hat eine einzige Zuhörerin und die sitzt in der dritten Kirchenbank vorne links. Schwarzer Anzug, weiße Perlenkette, das lockige Haar hochgesteckt, die Augen konzentriert nach vorne gerichtet, denn sie hört genau zu. Jessica Wahl ist Rhetorikcoach und achtet auf den ersten genauso wie auf den letzten Satz des Redners, achtet darauf, ob das Verb am Satzende stimmt, der Aufbau der Präsentation logisch ist und ob Gestik und Mimik mit dem Gesagten harmonieren.
Jessica Wahl trainiert mit Managern, Vorständen, Dozenten und Moderatoren das freie Sprechen. Als ausgebildeter Personal Performance Coach kennt sie die Tricks der Profis und gibt sie an ihre Klienten weiter. Dazu gehören Übungen wie das überbetonte, das extrem laute und das extrem leise Sprechen. Auch Zungenbrecher stehen bei ihr auf dem Programm, „weil wir bei Zungenbrechern mit den Lauten konfrontiert werden, die in unserer Sprache generell schwer auszusprechen sind,“ erklärt sie eine ihrer Trainingsmethoden.
Außerdem legt der Rhetorikcoach Wert auf vermeintliche Kleinigkeiten wie die Atemtechnik und sie erklärt, warum sogar eine Gesichtsmassage wirksam sein kann. „Doch am Ende“, sagt sie, „ist ein Redner nur dann überzeugend, wenn er nicht nur die richtigen Worte findet und die Artikulation beherrscht, sondern wenn bei dem, was er sagt, der Funke überspringt.“ Sprache ist Ausdruck unseres Denkens, Fühlens und Wollens, erklärt Jessica Wahl ihren Kunden, und nur wenn die Zuhörenden den Sprecher als professionell, souverän und authentisch empfinden, sind sie bereit das Gesagte anzunehmen. „Und meine Aufgabe“, erläutert der Coach, „besteht darin, die Persönlichkeit meiner Kunden hörbar zu machen.“ Der Effekt: der Vortrag, die Rede oder Präsentation wird ein Erfolg.
Den erhofft sich auch Matthias Werner, der Mann vor dem Altar, der nun zu Jessica Wahl hinuntergestiegen kommt. Drei Coachingstunden à 90 Minuten hat der 39-Jährige in Anspruch genommen. „Das Training war unglaublich intensiv“ gibt er zu, „und ich habe sehr viel dazugelernt, über das Sprechen und über mich selbst.“ Dann schaut er sich im großen Kirchenschiff um, wendet sich an Jessica Wahl und sagt: „Angesichts des Ortes könnte man Sie doch auch Rhetorikpäpstin nennen, oder?“ „Rhetorisch genial“, kommentiert Jessica Wahl, „doch“, fügt sie augenzwinkernd hinzu, „da wir uns in einer evangelischen Kirche befinden und die Katholiken da ja noch nicht so weit sind, ist das erst der nächste Schritt.“
Jessica Wahl achtet auf Details, genau deswegen ist sie so gut.




















