(openPR) Bei der Hans Einhell AG stehen die Zeichen auf Expansion. Ein frisches Management sorgt mit neuen Strukturen für Aufbruchstimmung bei dem Hersteller von Geräten für den Heimwerker- und Gartenbedarf. Zu den 21 Tochterfirmen in 15 Ländern sollen bis 2008 jedes Jahr ein bis zwei weitere in Ost- und Südeuropa hinzu kommen. Dies alles verleiht auch der Aktie großes Potenzial.
Hobby-Gärtner und Heimwerker können sich auf die Produkte der Hans Einhell AG verlassen. Das Unternehmen aus Landau an der Isar produziert Werkzeuge und Geräte für Heimwerker und Hobbygärtner. Zum Sortiment gehören Bohrmaschinen, Heckenscheren, Rasenmäher oder Gewächshäuser. Mit der Tochter Weka ist Einhell auch stark im Bereich Sauna vertreten. Das Unternehmen ist im mittelpreisigen Segment in Baumärkten wie OBI, Praktiker, Real oder BayWa präsent und verfügt über ein dichtes Servicenetz.
Andreas Kroiss, der seit Anfang des Jahres als Nachfolger von Firmengründer Josef Tannhuber an der Spitze von Einhell steht, hat ehrgeizige Pläne. Umsatz und Gewinn sollen kräftig steigen, Sparpotenziale genutzt werden. Wir sprachen mit Joachim Brunner über das bayerische Unternehmen, das im vergangenen Jahr durch Bilanzfälschungen in Portugal zurückgeworfen wurde. Der Chefanalyst des österreichischen Investmenthauses FIRST FOCUS sieht bei der Einhell-Aktie noch viel Potenzial.
AC: Vor rund zwei Wochen haben Sie die Einhell AG empfohlen. Was spricht aus Ihrer Sicht für die Aktie?
Brunner: Als wichtigster Grund kann auf jeden Fall die billige Bewertung angeführt werden. Der vom Unternehmen prognostizierte Gewinn von 7 bis 8 Mio. Euro entspricht einem Gewinn von 2,50 bzw. 2,85 Euro pro Aktie. Daraus ergibt sich, dass das Unternehmen mit einem KGV von 4,8 bzw. 4,2 bewertet ist. Das ist selbst für Vorzugsaktien eine sehr niedrige Bewertung.
AC: Wie sieht es beim Umsatz von Einhell aus?
Brunner: Das neue Management möchte den Umsatz von 263 Mio. Euro im Jahr 2002 auf 500 Mio. Euro im Jahr 2008 steigern. Dabei will das Unternehmen den provisionsschwachen Bereich des Aktionsgeschäftes mit Discountern reduzieren und sich verstärkt auf den Absatz über Baumärkte und Händler konzentrieren.
AC: Rechnen Sie mit einer Anhebung der Gewinnerwartung?
Brunner: Das Management erwartet, wie bereits erwähnt, einen Gewinn von 7 bis 8 Mio. Euro für 2003. Nach den ersten fünf Monaten wurde ein um 46% gestiegenes Vorsteuerergebnis von 6,3 Mio. Euro bekannt gegeben. Wenn wir von einer Steuerquote von rund 40% ausgehen, so entspricht dies einem Gewinn von rund 3,8 Mio. Euro. Das heißt, dass bereits rund die Hälfte des erwarteten Gewinns eingefahren wurde...
AC: ...in nicht einmal einem halben Jahr!
Brunner: Richtig. Dabei ist aber zu beachten, dass April und Mai traditionell sehr starke Monate sind. Dennoch rechnen wir damit, dass spätestens bei der Präsentation der Halbjahreszahlen die Gewinnprognose auf 8 bis 9 Mio. Euro angehoben wird. Das heißt, der Gewinn pro Aktie liegt - unserer Meinung nach - bei rund 3 Euro pro Aktie. Bei einem Kurs um die 12 Euro entspricht dies einem KGV von 4.
AC: Glauben Sie, dass die Probleme, die letztes Jahr in Portugal aufgetreten sind, bereits bereinigt sind?
Brunner: Ich denke, die Bilanzfälschungen in Portugal haben schon zu einem mittleren Erdbeben im Unternehmen geführt. Das sieht man auch an der Tatsache, dass es im Vorstand zu Änderungen gekommen ist. Des Weiteren wurde die Bilanzierung auf den international anerkannten Standard IAS umgestellt und der Controllingbereich deutlich ausgebaut. Dadurch ist das Risiko weiterer Bilanzfälschungen deutlich reduziert worden.
AC: Wie groß erachten Sie die Nachteile der Vorzugsaktien?
Brunner: Dass bei Einhell nur Vorzugsaktien notieren, ist sicher ein Nachteil und führt daher auch zu einem niedrigen Bewertungsniveau. Dass die Bilanzierungsvorschriften auf IAS geändert wurden, zeigt auch das Interesse des Managements an einer Vergleichbarkeit mit Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich.
AC: Bei welchem Kurs sehen Sie die Aktie als fair bewertet an?
Brunner: Wir glauben, dass der faire Wert eines Konsumgüterproduzenten wie der Einhell AG mit diesen Wachstumskennzahlen bei einem KGV von 12 liegt. Weil nur Vorzugsaktien gehandelt werden, rechnen wir aufgrund des derzeitigen Marktumfeldes einen Abschlag von rund 30% ein. Daher erachten wir ein KGV von 8 als gerechtfertigt an. Dies entspricht bei unseren Gewinnschätzungen von 8 bis 9 Mio. Euro einem Kurs von 22,80 bis 25,70 Euro.
AC: Heißt das, dass ein Investor auch auf diesem Niveau noch kaufen kann?








