(openPR) Workshop für Pflegeeltern beim Netzwerk Pflegefamilien - Die Pflegekinder besser verstehen lernen – „Behältst du mich auch, wenn ich nicht ‚funktioniere‘?“
„Wenn Liebe allein nicht genug ist“, lautete der Titel eines Seminars für Pflegeeltern beim VSE in Bielefeld. Die Eltern konnten hier lernen, das zuweilen schwierige Verhalten ihrer Pflegekinder besser zu verstehen. „Hinter jedem Verhalten steckt ein guter Grund und eine positive Absicht“, sagt Cornelia Klemenz, Familientherapeutin beim Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE NRW). Auch hinter umgetretenen Stühlen, Machtkämpfen , Beschimpfungen oder maßlosem Essen. Wer versteht, warum Kinder sich so verhalten, kann für die ganze Familie Lösungen finden.
Eine positive Absicht hinter allem Verhalten zu erkennen, ist eine Herausforderung. Es erfordert neben viel Zuwendung auch Selbstbewusstsein und Wissen. „Als Pflegeeltern wird man natürlich auch oft in Frage gestellt „ sagt Diplom-Sozialpädagogin Cornelia Klemenz. Schließlich hätten die Kinder und Jugendlichen, die nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben, oft viel Vertrauen in Erwachsene verloren. „Man braucht eine Idee davon, dass diese Kinder einen anderen Rucksack aufhaben als die eigenen.“ Aus diesem Grund setzt der VSE NRW, größter freier Träger für Westfälische Pflegefamilien in Nordrhein-Westfalen, von jeher auf die Vorbereitung und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Familien.
Die VSE- Beraterin, die auch Kinder-und Jugendlichen Psychotherapeutin i. A. ist, hat gemeinsam mit den Pflegeeltern eine Art Lexikon-Methode für jedes einzelne Kind erarbeitet. Damit können die Pflegeeltern mit dem Wissen um die Geschichte ihres Kindes Erklärungen und praktische Anwendungen zusammenstellen. Sie finden raus, welcher gute Grund sich hinter einem schwierigen Verhalten verbirgt. Das kann eine noch nicht ausgereifte Gehirnentwicklung genauso sein, wie die Erfahrung einiger Kinder, dass Erwachsene niemals Verantwortung übernehmen.
„Wieso soll man plötzlich Erwachsenen glauben, die behaupten, dass auch morgen Essen da sein wird? Dass sie nicht verschwinden? Dass ihr Interesse an den Kindern nicht in fünf Minuten vorbei ist? Viele Kinder haben genau das jeden Tag ihres bisherigen Lebens erfahren“, erklärt eine der Pflegemütter. Eine andere Mutter stimmt zu: „Es ist schön, hier wieder einen anderen Blick auf das Kind vermittelt zu bekommen. Ich möchte nicht, dass meine Liebe versickert. Meine Pflegesohn meint mich nicht persönlich, er muss sich einfach versichern, ob ich es ernst mit ihm meine.“
Beraterin Cornelia Klemenz bestätigt das Gefühl der Eltern: „Manche Kinder kennen keine Wörter für Gefühle, sie müssen sich entladen. Im Grunde wollen sie nur wissen, behältst du mich auch, wenn ich nicht „funktioniere“? Das ist nicht immer einfach - aber zu schaffen. Unsere Pflegeeltern hier machen das ganz großartig“.
Der VSE NRW e.V. sucht laufend neue Pflegefamilien, die Kindern ein sicheres Zuhause geben können. Bei Interesse melden Sie sich unter 0521 – 95 03 949 0.
www.vse-nrw.de













