(openPR) Mit der neuen Kinoreihe ‚MorgenFlimmern’ holt das Filmbüro Baden-Württemberg monatlich sehenswerte Filmbeiträge aus dem Gesamtprogramm der Filmschau Baden-Württemberg zurück auf die Leinwand. Los geht es am Mittwoch, 17. April, 9.30 Uhr im Metropol Kino (Bolzstraße) mit den beiden Filmschau-Beiträgen ‚NOS’ und ‚Wir sitzen im Süden’, die das Thema Migration und Integration aufgreifen.
Mit der neuen Matinee-Südwest spricht das Filmbüro in erster Linie Schulklassen an, aber auch alle interessierten Filmfreunde sind herzlich eingeladen. ‚MorgenFlimmern’ aus der Reihe ‚Cinema Baden-Württemberg’ präsentiert an jedem dritten Mittwoch eines Monats beziehungsweise im Rahmen der beiden Filmfestivals - 10. Indisches Filmfestival Stuttgart (17. bis 21. Juli 2013) und 19. Filmschau Baden-Württemberg (Anfang Dezember) - aus dem Archiv des Landesfilmfestivals einen Filmbeitrag im Kino.
Im Anschluss an jeden Film schließt sich eine Diskussionsrunde mit kompetenten Gästen – zum Beispiel Filmemacher - an. Das abwechslungsreiche Filmprogramm umfasst unterrichtsrelevante Themen etwa aus den Bereichen Ethik, Geschichte, Literatur und Wirtschaft sowie aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse. Somit ist für alle etwas dabei. Die Filme sind größtenteils baden-württembergische Produktionen, die exklusiv im ‚Morgenflimmern’ zu sehen sind.
Hier nochmals die Basic-Infos: ‚MorgenFlimmern’ ab 9.30 Uhr im Metropol Kino Stuttgart, Bolzstraße 10, am 17. April, 15. Mai, 19. Juni, 18. Juli (im Rahmen des 10. Indischen Filmfestivals Stuttgart), 16. Oktober und Anfang Dezember im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg. Preise für Schulklassen: 4 € pro Schüler, zwei Begleitpersonen pro Schulklasse frei. Anmeldung: Das Anmeldeformular finden Sie unter www.filmbuerobw.de. Alle anderen Kinobesucher bezahlen 7 € bzw. ermäßigt 6 € pro Ticket. Bitte melden Sie sich für eine Vorstellung spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Termin an. Kontakt: Filmbüro Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 23a, 70174 Stuttgart, Fon: 0711 / 22 10 67, Fax: 0711 / 22 10 69.
Infos zu beiden Filmen:
NOS (2011, Kurz, 21 Min)
Synopsis: ‚NOS’ erzählt die Geschichte der schönen Deutschkurdin Vina, die kurz davor steht, mit Havi verheiratet zu werden, der im Gegensatz zu seiner selbstbewussten Braut unsicher und schmächtig wirkt. Auf dem rauschenden Hochzeitsfest wird ihr bewusst, dass sich ihr Leben gegen ihren Willen verändert. Sie hadert mit ihrem Schicksal: Wehrt sie sich als moderne, emanzipierte Frau der Neuzeit gegen den Wunsch ihrer konservativen Familie oder lässt sie sich auf die arrangierte Ehe ein? Sie vertraut sich ihrem Bruder an und verspricht ihm, die Mutter nicht zu enttäuschen. Doch ihr Wunsch nach Freiheit ist letztendlich stärker und gefährdet die Beziehung zu Havi.
Ein Film über den Konflikt zwischen alten Traditionen und modernen Wertevorstellungen.
Vita: Soleen Yusef wurde 1987 in Duhok geboren, im kurdischen Teil des Irak. Im Alter von neun Jahren flüchtete sie mit ihrer Familie aus politischen Gründen nach Deutschland, wo sie 2005 in Berlin das Abitur absolvierte. Danach folgte eine zweijährige Gesangs- und Schauspielausbildung an der Academy Bühnenkunstschule. Parallel arbeitete sie als Produktions-, Regie- und Vertriebsassistentin in der Filmproduktions- und Verleihfirma mîtosfilm.
Seit 2008 studiert sie an der Filmakademie Baden-Württemberg Szenische Regie. Für ihren Drittjahresfilm ,Trattoria’ (2011) gewann sie den Caligari Förderpreis.
Wir sitzen im Süden (2010, Doku, 88 Min)
Synopsis: Sie melden sich mit Ralf Becker und Ilona Manzke. Sie sind freundlich, geduldig und kompetent. ‚Wir sitzen im Süden’ lautet die Antwort auf gelegentliche Fragen der Kunden nach dem Standort der Firma. Die Callcenteragenten, die fränkisch, badenserisch oder auch hochdeutsch sprechen, sitzen tatsächlich im Süden – in klimatisierten Großraumbüros mitten in Istanbul. Deutsche Firmen von Lufthansa bis Neckermann finden hier für wenig Lohn qualifizierte Arbeitskräfte. Was Bülent (30), Murat (39), Fatos (43) und Çigdem (33) miteinander verbindet, ist ihre Kindheit und Jugend in Deutschland. Für ein Leben in Istanbul haben sie sich nicht selbst entschieden. Nur Çigdem, die junge Managerin mit deutschem Pass, hat sich Istanbul als Wahlheimat ausgesucht. Bülent wurde vor fünf Jahren abgeschoben. Fatos und Murat wurden gegen ihren Willen von den Eltern in die Türkei geschickt. Selbst nach Jahrzehnten im Herkunftsland ihrer Eltern sind sie nie wirklich angekommen. Sie haben sich in einem Ersatzdeutschland eingerichtet. Mehr als 20 Jahre später ist es ungewiss, ob es eine Möglichkeit für sie gibt, nach Deutschland zurückzukehren.
„Während meiner wochenlangen Recherchen in den Callcentern lernte ich Menschen kennen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in der Türkei leben – aber oft nicht freiwillig. Die Biografien von Bülent, Fatos und Murat stehen im krassen Gegensatz zur Globalisierung und der vermeintlich grenzenlosen Bewegungsfreiheit“, gibt Regisseurin Martina Priessner zu bedenken.
Vita: Martina Prießner wurde 1969 in Ebermannstadt in Bayern geboren. Sie studierte Kultur- und Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin und arbeitete über zehn Jahre als Journalistin, vor allem für den Hörfunk. 2003 war sie Mitbegründerin des transkulturellen Netzwerks Kultursprünge und Veranstalterin des Filmfests und Symposiums Europe in Motion: Moving Images, Shifting Perspectives in Transcultural Cinema 2004 in Berlin. Von 1998 bis 2007 war sie als Kuratorin und Redakteurin für das Filmfestival Türkei/Deutschland aktiv. Im Rahmen des Festivals Beyond Belonging am Hebbel am Ufer Berlin co-kuratierte sie 2006 und 2007 die Reihe ‚Gegenbilder’. Die Filmreihe ‚Kino aus der Türkei von den 60er Jahren bis heute’ entstand 2008 für das arsenal-institut für film und videokunst, Berlin. Von 2008 bis 2010 arbeitete sie als Dramaturgin und Kuratorin am Ballhaus Naunynstraße in Berlin. ‚Wir sitzen im Süden’ ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.











